Hentschel/Avila Sanchez mit souveränem Sieg an einem turbulentem DM-Tag

Philip Häfner
Philip Häfner
19:37

Im Mixed-Synchronspringen setzen sich bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin die Favoritinnen durch. Vom 3m-Brett der Männer zeigten einige Top-Leute dagegen Nerven.

Bereits nach dem Titelgewinn bei den Internationalen Deutschen Sommermeisterschaften in Berlin (03. – 07. Juni) im Turm-Synchronspringen, gleichbedeutend mit der EM-Qualifikation, hatte sich Luis Avila Sanchez (Berliner TSC) sehr selbstbewusst geäußert. Die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) seien nie das Ziel gewesen, sondern nur ihre Bühne – das Ziel sei vielmehr eine EM-Medaille. Das gilt für ihn umso mehr im Mixed-3m-Synchronspringen, wo Avila Sanchez zusammen mit Vereinskollegin Lena Hentschel in der französischen Hauptstadt dann sogar als Titelverteidiger*innen antritt.

Auf dem Weg dorthin waren die nationalen Meisterschaften in Berlin eine wichtige Zwischenstation. Mit 289,29 Punkten wurden Luis Avila Sanchez und Lena Hentschel, die im vergangenen Jahr neben dem EM-Titel auch die World University Games gewonnen hatten, am Freitag ihrer Favoritinnenrolle gerecht und erfüllten damit die Norm für Paris. Vanessa Röhniß und Arthur Fleck (beide SC DHfK Leipzig) lagen auf Platz zwei mit 257,16 deutlich dahinter. „Das war eine starke Leistung, sie sahen sehr synchron aus“, lobte Chef-Bundestrainer Christoph Bohm.

Von einem „sehr guten Wettkampf“ sprach auch Lena Hentschel. „Das hat viel Spaß gemacht, wir hatten ein gutes Gefühl miteinander“, meinte sie. Für die 24-Jährige war es bei den laufenden Deutschen Meisterschaften bereits der dritte Erfolg nach ihren Siegen vom 1m-Brett sowie im 3m-Synchronspringen. Am Wochenende startet sie auch noch im 3m-Einzel und kann dort das goldene Viererpack perfekt machen.

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Noch eine weitere Entscheidung fiel am Freitag in der Berliner Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE). Im Mixed-Turm-Synchronspringen ging der Sieg mit 261,30 Punkten an Charlotte Lederer und Rayk Most (beide SC DHfK Leipzig).

Wasserspringer Timo Barthel aus Deutschland wringt bei der WM 2025 in Singapur das Wasser aus seinem Handtuch© Jo Kleindl

Routinier Timo Barthel präsentierte sich im Vorkampf vom 3m-Brett nervenstark

Timo Barthel und Pauline Pfeif in den Vorkämpfen am stärksten

Einen turbulenten Vorkampf erlebten die Männer vom 3m-Brett. Wegen eines defekten Sprungbretts verzögerte sich der Beginn zunächst und als es dann los ging, zeigten gleich mehrere Top-Springer Nerven. Titelverteidiger Moritz Wesemann (SV Halle/394,30), Europameister von 2023 und WM-Sechster von Singapur, patzte beim Auerbachsalto ebenso wie Vereinskollege Jonathan Schauer (351,00). „Kann man nicht ändern, so ist der Sport“, meinte Wesemann. „Jetzt heißt es: Abhaken und morgen wieder angreifen.“

Platz eins im Vorkampf belegte Routinier Timo Barthel mit 432,10 Punkten, der damit schon einmal an der EM-Norm (440,00) kratzte, vor Lou Massenberg (406,50/beide ebenfalls SV Halle). „Das war sehr gut“, lobte Bundestrainer Bohm, „vor allem wenn man bedenkt, dass er erst seit drei Wochen wieder voll im Training ist. Die Bedingungen waren heute schwierig, aber sie waren für alle gleich. Und Timo hat sie am besten gemeistert.“ Die Leistung könnte noch wichtig werden, denn für die EM-Nominierung wird die Addition aus Vorkampf, Halbfinale und Finale zurate gezogen. Die Entscheidung darüber fällt am morgigen Samstag.

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Im Turmspringen der Frauen war die WM-Zweite Pauline Pfeif (Berliner TSC) im Vorkampf am stärksten, sie kam auf 355,70 Zähler und übertraf den EM-Richtwert damit locker um 50 Punkte. „Pauline konnte vier von fünf Sprüngen nahezu perfekt ins Wasser bringen, nur beim letzten hat sie sich noch ein paar Reserven gelassen. Aber für einen Vorkampf war das schon eine sehr starke Leistung“, so Christoph Bohm. Auch hier stehen Halbfinale und Finale am Samstag an.