Der Krauler startet ab sofort für Wiesbaden, lebt und trainiert aber weiter in der Schweiz.
© Jo KleindlTimo Sorgius gehörte auch bei der WM 2023 in Japan zur DSV-Staffel
Erst kürzlich plauderte Timo Sorgius im Podcast „Abseits im Rampenlicht“ fast anderthalb Stunden über seine Schwimmkarriere. Warum er mit seinen 22 Jahren schon ziemlich oft umgezogen ist und seit 14 Monaten in Uster (SUI) trainiert. Wie er einen Einzelstart bei den Europameisterschaften 2026 in Paris (FRA) und auch bei Olympia 2028 in Los Angeles (USA) anstrebt. Dass er durch die viele Zeit im Wasser acht bis zehn Schwimmbrillen im Jahr verbraucht.
Aus dem Trainingslager in Südafrika, bei dem er sich auf die EM-Qualifikation mit den Deutschen Meisterschaften in Berlin (23. – 26. April) als finalem Höhepunkt vorbereitet, folgte den vielen Anekdoten nun noch eine echte Neuigkeit. Der Olympia-Achte mit der 4x200m-Freistilstaffel wechselt mit Wirkung zum 01. März zum SC Wiesbaden 1911, verlässt also die SSG Leipzig. Nach dem Karriereende von Marek Ulrich und David Thomasberger also noch ein weiterer Abgang für die Sachsen.
Leipzigs Uni-Schwimmhalle bleibt samstags zu
„Ich bin zu der Entscheidung gekommen, einem neuen Verein die Chance zu geben. In Wiesbaden bin ich nicht der einzige Athlet, der nicht vor Ort trainiert. Und ich habe keine jährlichen Verträge mehr, sondern Sicherheit bis Olympia 2028“, wurde Sorgius am Dienstag in der „Leipziger Volkszeitung“ zitiert. Der aus Konstanz am Bodensee stammende Schwimmer schaut positiv auf seine Jahre in Sachsen zurück. Ohne Trainer Frank Embacher und die finanzielle Unterstützung der SSG stünde er nicht so nahe an Deutschlands Spitze, betonte der 2,03-Meter-Mann ausdrücklich.
Den im Nachwuchs sehr erfolgreichen Leipzigern tut der Abgang aktuell dennoch besonders weh, weil sie daheim ohnehin gerade sehr hart um wertschätzende Wahrnehmung ringen müssen, für die es möglichst namhafte Aushängeschilder braucht. Denn die Uni-Schwimmhalle als Haupttrainingsstandort bleibt in diesem Winter wegen Personalmangels an Samstagen geschlossen. Traurig für eine Stadt mit Ruf und großen Ambitionen im Leistungssport.