Weltmeisterliche Rennen bei zweiter Deutschland-Ice-Cup-Station in Burghausen

Kilian Graef
Kilian Graef
17:29

Besondere Spannung bot am Wochenende das direkte Aufeinandertreffen mehrerer WM-Medaillengewinnerinnen. Am Rande des Wettkampfes wurden außerdem 18 Personen zum Ice Instructor ausgebildet.

Epische Musik schallte vom Wettkampfbecken bis ans Ende der längsten Burg der Welt. Sie kündigte hochkarätige Rennen über die kürzeren Strecken am Fuße des 1051 Meter langen Bauwerks in Burghausen an. Über 50m Freistil maßen sich am Wochenende bei der zweiten Station des Deutschland-Ice-Cup gleich drei WM-Medaillengewinnerinnen im Eisschwimmen.

Es war ein knappes Rennen auf den schmalen Bahnen im Freibad im Wöhrsee. Früh setzte sich Marie-Therese Bartl, Vizeweltmeisterin über 50m Freistil, leicht ab. Kurz nach der Kippwende machte Franziska Partheymüller Boden gut. Doch Bartl siegte in 30,47 Sekunden. „Das war für mich das wichtigste Rennen“, sagte die Schwimmerin von Serwus Burghausen. Auch die längste Strecke des Wettkampfes, die 250 Meter Freistil, entschied Bartl für sich.

Eisschwimmerinnen beim Deutschland-Ice-Cup in Burghausen im Dezember 2025© Kilian Graef

Die 22-Jährige kam kurz vor der WM 2022 zufällig zum Eisschwimmen, als das deutsche Team damals noch eine starke Staffelschwimmerin suchte. „Die beiden Testversuche im See waren katastrophal“, so Bartl. „Aber dann hieß es: Das machst du schon“. Seitdem ist sie erfolgreich dabei. Als Vizeweltmeisterin hatte sie den Vorteil im Triell gegen Christina Gockeln und Partheymüller, die auf den Bruststrecken zu Hause sind. Über 50m Brust siegte aber weder Gockeln, die WM-Dritte von 2025 über diese Disziplin, noch Partheymüller, die Weltmeisterin von 2023. Sondern überraschend Mareike Förster in 38,22 Sekunden. Bei den Männern ließ Lennart Roth besonders viele im Publikum staunen. Der Nachwuchsschwimmer beendete die 50m Freistil im 5,3 Grad kalten Wasser nach 26,66 als Erster.

Ice Cup in Burghausen mit Ausbildung zum Ice Instructor

„Das ist für unsere EM-Schwimmer*innen nur ein Vorbereitungswettkampf“, sagte Stefan Hetzer, Leiter des Deutschen Ausbildungszentrums Eisschwimmen in Burghausen. Die meisten Top-Athlet*innen schwammen ihn aus dem Training heraus. „Es waren aber schon sehr ansprechende Zeiten dabei.“ Hetzer hat an dem Wochenende 18 Anwärter*innen jeweils zum DSV-Ice-Swimming-Instructor ausgebildet. Ihre Kenntnisse können sie schon vom 01. – 06. Januar unter Beweis stellen. Dann finden in ganz Deutschland die Eisschwimmtage statt und können Interessierte diese Sportart einmal ausprobieren.

Alle Infos zu den Eisschwimmtagen

In der Gesamtwertung des Deutschland-Ice-Cups ändert sich nach der zweiten Station an der Spitze nichts. Die Verfolger*innen machten aber Boden gut. Weiter geht es am zweiten Januarwochenende beim vEItSbad Cup in Veitsbronn. Es ist der einzige Wettkampf des Deutschland-Ice-Cups, der auf der 50m-Bahn steigt. Klar ist schon jetzt, dass es bei den Männern einen neuen Gesamtsieger geben wird. Kilian Franke kann seinen Titel wegen eines Kreuzbandrisses nicht verteidigen. In Burghausen wirkte er im Organisationsteam mit. „Ich bin diese Woche schon wieder ganz locker geschwommen“, sagte Franke, „bis zum Wettkampfniveau ist es aber noch ein langer Weg.“ In der Saison 2026/27 will er wieder angreifen.

Deutsche Weltcup-Erfolge in Amsterdam

Auch bei der zweiten Station des IISA-Weltcups im Eisschwimmen am 13./14. Dezember beim Amsterdam Ice Swim (NED) überzeugten die deutschen Starter*innen wieder mit starken Leistungen auf internationaler Bühne. Bereits am ersten Tag schwamm Kerstin Thomas über die längste Distanz von 1000m Freistil in 16:39,92 Minuten zu Bronze.

Am Sonntag gewann dann Tina Deeken, Para Schwimmerin aus dem DSV-Eisschwimmkader, gleich drei Goldmedaillen in der Para-Kategorie über 100m Brust sowie 50m und 100m Freistil; über die 50m-Distanz erreichte sie zudem Bronze in der offenen Wertung. 

Ebenfalls auf dem Podium stand Tobias Prüßner als Dritter über 100m Brust. Geschwommen wurde in einem Naturpool im Jeugdland Amsterdam. Mit einer Wassertemperatur von acht Grad Celsius lagen die Bedingungen zwar über der für internationale Rekordwertungen relevanten Eisschwimmtemperatur von fünf Grad, boten aber dennoch anspruchsvolle Wettkampfverhältnisse.