Turmspringerin Christina Wassen macht Schluss

Philip Häfner
Philip Häfner
10:57

Nach zweimal Olympia, EM-Gold und WM-Bronze beendet die Berlinerin ihre Karriere. So begründet sie ihre „Entscheidung, die ich so nie treffen wollte“.

Mit der Veröffentlichung der neuen Kaderlisten des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) ist es jetzt offiziell: Christina Wassen macht Schluss. „Nach so vielen Jahren geht meine Reise im Leistungssport – im Wasserspringen – zu Ende. Ich wusste zwar immer, dass dieses Kapitel irgendwann schließen würde, aber so hatte ich mir den Abschied nicht vorgestellt“, schrieb die Berlinerin auf Instagram.

Sie kommt ursprünglich aus der Nähe von Aachen und sprang anfangs noch vom Brett. Ihre erfolgreichste Zeit erlebte sie jedoch in Berlin bei Trainer Christoph Bohm. Über Jahre hinweg zählte sie zu den besten Turmspringerinnen in Deutschland. Zweimal, 2021 in Tokio (JPN) und 2024 in Paris (FRA) nahm die heute 27-Jährige an Olympischen Spielen teil, in Japan erreichte sie im Turm-Synchronspringen zusammen mit Tina Punzel Platz fünf. Mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Elena Wassen wurde sie 2023 Europameisterin im Synchronwettbewerb und im Einzel im selben Jahr EM-Zweite. Mit dem DSV-Team gewann sie 2019 EM-Gold und 2023 WM-Bronze.

Wasserspringerin Christina Wassen zusammen mit Schwester Elena Wassen und dem gemeinsamen Trainer Christoph Bohm© Jo Kleindl

Christina Wassen (r.) mit Trainer Christoph Bohm und Schwester Elena, die ebenfalls Turmspringerin ist

Nach mehreren Knieoperationen kein Comeback mehr vom Brett

„So viele Menschen haben mich auf diesem Weg begleitet, mich unterstützt, an mich geglaubt und mir geholfen“, schrieb Christina Wassen zum Abschied. Und weiter: „Ich bin jedem Einzelnen dankbar, der Teil dieses Lebensabschnitts war. Danke an ein unglaubliches Team und an die gesamte Wassersprung-Community. Über die Jahre ist diese Welt für mich weit mehr als nur ein Sport geworden – sie fühlte sich an wie eine kleine Familie. Ich bin unendlich dankbar für die Freundschaften, die Erinnerungen, die Reisen, die Herausforderungen und all die Momente, die mir dieser Sport geschenkt hat.“

Das Siegerpodest im Turm-Synchronspringen bei der EM 20234 im Wasserspringen: Ganz oben aus Deutschland Elena Wassen und Christina Wassen© Istvan Derencsenyi/European Aquatics

Bei der EM 2023 gab es Gold im Turm-Synchronspringen zusammen mit Schwester Elena

Immer wieder plagte sie sich allerdings auch mit Verletzungen herum. Nach mehreren Knie-Operationen versuchte sie zuletzt noch einmal ein Comeback in den Brettdisziplinen, das aber nicht mehr gelang.

„Mein letzter Wettkampf auf internationaler Bühne liegt bereits zwei Jahre zurück – es war definitiv nicht der Abschied, den ich mir erhofft hatte. Nach mehreren Knieoperationen befindet sich mein Körper immer noch im Genesungsprozess. Irgendwann musste ich die Entscheidung treffen, wirklich auf meinen Körper zu hören – auch wenn es eine Entscheidung war, die ich so nie treffen wollte“, so Wassen auf Instagram. „Dieses Kapitel mag nun zu Ende gehen, aber alles, was es mir gegeben hat, werde ich für den Rest meines Lebens bei mir tragen. Ich bin gespannt darauf, was als Nächstes kommt und wohin mich dieses neue Kapitel führen wird. Und ganz gleich, was passiert – ich werde für diesen Lebensabschnitt immer unendlich dankbar sein.“