Am Samstag startet das Finale in der Wasserball-Bundesliga der Frauen. Der Rekordchampion aus NRW setzt auf einen ganz besonderen Trumpf im heimischen Becken.
Der nächste Titel ist immer der schönste. Und deshalb ruhen sich die Frauen der Wasserfreunde Spandau 04 auch nicht auf ihrer beeindruckenden Bilanz der jüngeren Vergangenheit aus. Seit 2019 hat der Hauptstadtklub sämtliche nationalen Titel im Wasserball abgeräumt, wurde zuletzt erst vor anderthalb Wochen erneut DSV-Pokalsieger. Nun richtet sich der Blick voraus auf das am Samstag startende Meisterschaftsfinale in der Bundesliga. Gegner ist dann wie schon im Vorjahr der SV Blau-Weiß Bochum.
„Die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen, ist immer etwas ganz Besonderes, und die wollen wir uns auch diesmal wieder holen“, sagt Spandaus Nationalspielerin Elena Ludwig. Es wäre der siebte Titel hintereinander, damit würde Berlin in der ewigen Rekordliste auf Rang zwei vorrücken und mit Bayer Uerdingen gleichziehen. Rekordchampion ist Bochum mit zwölf Meisterschaften.
Momentan sind allerdings die Spandauerinnen die Gejagten, die auf nationaler Ebene seit fast fünf Jahren ungeschlagen sind. Mittlerweile halten sie die längste laufende Meisterserie in einer olympischen Mannschaftssportart bei den Frauen – und wollen diese weiter ausbauen. „Unser Team zeichnet sich durch eine breite individuelle Qualität, Konstanz und Tiefe im Kader aus“, sagt Elena Ludwig. „Der Fokus liegt auf einer konsequenten Defensive, aus der wir eine starke Offensive spielen.“
© picture alliance / nordphoto GmbH | EnglerIm Bundesligafinale 2025 gewann Spandau mit Elena Ludwig gegen die Bochumerinnen um Emiliia Khmil (blaue Kappe)
Im Pokal hielt Bochum zuletzt sehr gut mit
In der Liga endeten die beiden Duelle mit Bochum mit 16:8 und 21:9 klar zu Gunsten der Double-Gewinnerinnen. Im DSV-Pokal verlief die Partie beim 15:11 im Halbfinale dagegen deutlich ausgeglichener. Dort hielten die Blau-Weißen lange mit, obwohl auf Seiten Bochums einige Leistungsträgerinnen fehlten; erst am Ende gingen wohl auch aufgrund der kürzeren Bank die Kräfte aus. Bochums Wasserballwart Frank Lerner äußerte sich daher in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) zuversichtlich: „Die Mannschaft weiß jetzt, woran sie ist – und auch, wie sie Spandau künftig noch besser knacken kann.“
Dabei setzen die Bochumerinnen auch auf das heimische Becken. Im Wiesentalbad wird zum Auftakt am Samstag unter freiem Himmel gespielt, was in der Bundesliga und auch in der Champions League eher selten vorkommt. Die Gäste aus Spandau müssen sich also erst einmal umstellen, bleiben trotz dieses kleinen Handicaps aber dennoch in der Favoritinnenrolle.
Der Spielplan des Bundesliga-Finales:
Samstag, 16. Mai, 18:00 Uhr: SV Blau-Weiß Bochum – Wasserfreunde Spandau 04
Samstag, 23. Mai (Uhrzeit offen): Wasserfreunde Spandau 04 – SV Blau-Weiß Bochum
Sonntag, 24. Mai (Uhrzeit offen): Wasserfreunde Spandau 04 – SV Blau-Weiß Bochum (falls nötig)
Hannover verliert in der Champions League gegen das beste Team Europas
Waspo 98 Hannover als letzte verbliebene deutsche Mannschaft im Europapokal traf in der Champions League am Dienstagabend auf den zweifachen Titelverteidiger FTC Telekom Budapest (HUN). Nach ordentlichem Beginn (Mitte des zweiten Viertels kam man beim Stand von 3:4 bis auf einen Treffer heran) verloren die Niedersachsen letztlich mit 17:8. Trainer Aleksandar Radovic sagte: „Wir haben das Spiel in der Champions League gegen die beste Mannschaft Europas als Vorbereitung auf die Finalserie in der Bundesliga genutzt.“ National kann Waspo am kommenden Wochenende den Finaleinzug abhaken, international steht in der Königsklasse am 20. Mai noch die abschließende Partie bei Pro Recco (ITA) an.