Die Sieger*innen des Vorjahres wiederholen ihre Siege. Die beiden Finalspiele bei Männern und Frauen verliefen allerdings sehr unterschiedlich.
Die Männer von Waspo 98 Hannover und die Frauen der Wasserfreunde Spandau 04 haben im DSV-Pokal ihre Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt. Während die Spandauerinnen bei der Endrunde in Berlin am Samstag gegen den SC Chemnitz dominierten und mit 30:7 deutlich triumphierten, wurde Waspo vom ASC Duisburg sehr viel mehr gefordert. Erst dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit setzte sich Hannover letztlich mit 14:11 durch und bleibt damit auf nationaler Ebene seit September 2024 ungeschlagen. Für die Niedersachsen war es seit 2017 der achte Pokalsieg in zehn Jahren.
Das Finale der Männer war eine Neuauflage des Vorjahresendspiels, allerdings mit gänzlich anderem Spielverlauf. Damals hatte Hannover bereits nach dem ersten Viertel mit vier Toren geführt und so früh den Grundstein zum Sieg gelegt. Diesmal führte Duisburg nach den ersten acht Minuten mit 4:2. Auch in der Folge zeigte Waspo in der Offensive ungeahnte Schwächen und fand sich zur Halbzeit so erstmals in dieser Saison gegen einen nationalen Gegner in Rückstand wieder (5:7).
Duisburg fordert dem Favoriten alles ab
Kurz nach Wiederanpfiff baute der ASCD seinen Vorsprung sogar auf drei Tore aus. Erst ein Torwartwechsel von Felix Benke zu Max Spittank wirkte dann wie ein Weckruf für Hannover, das fortan besser ins Spiel fand und quasi mit der Viertelsirene zum Ausgleich kam. Im letzten Abschnitt brachte Nikola Milardovic die Niedersachsen erstmals seit dem 1:0 wieder in Führung – mit fünf Treffern war der Kroate auch insgesamt der erfolgreichste Torschütze beim Sieger an diesem Tag. Duisburg kam noch einmal zurück, doch die letzten drei Tore des Spiels gehörten allesamt Waspo und damit auch der Pokal.
© Sandra SeifertWaspo 98 Hannover setzte sich nach hartem Kampf gegen den ASC Duisburg
„Es war das erwartet schwere Spiel. Wir hatten schon eine lange Saison, da darf man nicht erwarten, dass wir jedes Spiel mit 15 Toren Unterschied gewinnen. In den ersten beiden Vierteln waren wir etwas blockiert. Aber die Jungs haben Charakter gezeigt und waren da, als es darauf ankam. So spielen richtige Champs“, sagte Waspo-Trainer Aleksandar Radovic. Auf der Gegenseite haderte Vukasin Simic, mit vier Treffern bester Mann beim ASCD, anschließend ein wenig mit der verpassten Pokalsensation. „Gerade am Anfang haben wir sehr gut gespielt und genau das umgesetzt, was wir wollten. Aber dann haben wir ein paar Fehler in der Verteidigung gemacht, die uns einfache Tore gekostet haben. Das sind Dinge, die passieren, wenn man am Ende müde ist. Trotzdem bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben gekämpft, jeder hat 110 Prozent gegeben. Und es ist ja noch nicht zu Ende. In der Liga wollen wir auch ins Finale, und dann geht es weiter.“
Auch die Bronzemedaille ging nach Hannover an die White Sharks, die sich im kleinen Finale mit 13:11 gegen den Duisburger SV 1898 behaupteten. Im Halbfinale am Freitag hatte der ASC Duisburg mit 19:7 gegen die White Sharks gewonnen, Waspo mit 27:8 gegen den Duisburger SV.
© Sandra SeifertDie Wasserfreunde Spandau 04 siegten im Endspiel locker gegen Chemnitz
Spandaus Frauen bauen ihre historische Erfolgsserie weiter aus
Für die Spandauerinnen war es sogar schon der achte Titel in Folge seit 2019. Eine solche Erfolgsserie im DSV-Pokal gab es bei den Frauen noch nie und im deutschen Wasserball auch erst einmal: von 1979 bis 1987, als die Spandauer Männer im Pokal sogar neun Titel in Serie gewinnen konnten. „Wir sind stolz, dass wir den Verein so gut repräsentieren können“, sagte Berlins Kapitänin Gesa Deike – wohingegen die Männer des Klubs diesmal gar nicht erst in der Endrunde standen.
Das Endspiel gegen den SC Chemnitz war von Beginn an eine klare Angelegenheit. Zwar spielte das junge Team aus Sachsen, das erst seit dieser Saison wieder in der Bundesliga mitmischt, zunächst noch mutig mit. Der Favorit aus Berlin war aber einfach eine Klasse besser und abgezockter. 7:1 stand es nach dem ersten Viertel, 18:2 zur Halbzeit. „Wir wollten hier nichts anbrennen lassen. Nach dem gestrigen Halbfinale gegen Bochum (15:11 für Spandau, Anm. d. Red.) waren wir etwas enttäuscht, da wollten wir höher gewinnen. Heute konnten wir das deutlich besser gestalten“, sagte Gesa Deike. Nach drei Vierteln betrug der Vorsprung bereits 26:5, am Ende prangte ein 30:7 auf der Anzeigetafel. Die Chemnitzer Kapitänin Clara Marie Straach war trotzdem zufrieden mit dem Auftritt ihrer Mannschaft. „Wir wussten ja, dass Spandau stärker und erfahrener ist. Unser Ziel war es, hier eine gute Leistung zu zeigen, das ist uns gelungen. Der zweite Platz ist für uns Gold wert.“
Beste Torschützin bei den Siegerinnen war Dora Kangler mit fünf Treffern. Für Chemnitz traf Mia Frisch drei Mal. Die Bronzemedaille sicherte sich Rekord-Pokalsieger SV Blau-Weiß Bochum (neun Siege) durch ein 30:8 gegen den Uerdinger SV 08. Uerdingen hatte den Finaleinzug tags zuvor gegen Chemnitz erst im Fünfmeterwerfen (15:16) verpasst.