Mit einer Positivquote für deutsche Spieler und einer überarbeiteten Ligenstruktur will der DSV den Wasserball ihierzulande neu aufstellen – besonders für den Nachwuchs und die Nationalmannschaft. Erfahre, welche Veränderungen konkret geplant sind und was sie für Spieler und Vereine bedeuten.
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Die Länderfachkonferenz Wasserball des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) hat am Samstag in Saarbrücken weitreichende Beschlüsse getroffen, um die älteste olympische Mannschaftssportart in Deutschland fit für die Zukunft zu machen. Demnach müssen in den Wasserball-Bundesligen ab der kommenden Saison 2025/26 von insgesamt maximal 14 Spieler*innen auf dem Spielprotokoll mindestens sieben deutsche Staatsangehörige sein. Zur Saison 2026/27 steigt diese Zahl auf acht deutsche Spieler*innen, ab der Saison 2027/28 müssen es dann neun sein.
Wir läuten damit eine neue Ära im deutschen Wasserball ein.
Mit der Einführung dieser Positivquote sollen die Investitionen in den Nachwuchs intensiviert und damit die Nationalmannschaft nachhaltig gefördert werden. „Die Nationalmannschaft ist und bleibt die wichtigste Mannschaft im Wasserball. Nachdem in den vergangenen Jahren die großen Erfolge leider ausgeblieben sind, wollen wir mit Einführung der Positivquote dafür sorgen, dass junge deutsche Wasserballspieler*innen künftig stärker gefördert werden“, erklärte Christian Hansmann, DSV-Vorstand Leistungssport. Eine Positivquote ist eine etablierte und wirksame Maßnahme, die in verschiedenen Formen in allen namhaften europäischen Wasserballligen und auch in anderen Spielsportarten praktiziert wird. „Wir greifen mit diesen Entscheidungen auch die konstruktiven Hinweise des Deutschen Olympischen Sportbundes und des Bundesministeriums des Innern und für Heimat auf. Auch ihnen liegt die internationale Zukunftsfähigkeit des Wasserballs am Herzen“, so Hansmann.
Die Nationalmannschaft und die Vereine profitieren gleichermaßen
„Wir läuten damit eine neue Ära im deutschen Wasserball ein. Ich möchte allen Beteiligten und vor allem unseren international aktiven Vereinen danken, dass sie die Notwendigkeit eines solchen Schrittes anerkennen und auch sehen, welche Chancen damit verbunden sind“, sagte der DSV-Vorstandsvorsitzende Jan Pommer. „Davon profitieren nicht nur die Nationalmannschaft, sondern auch die Vereine selbst. Unsere Nationalteams sind die Zugpferde des deutschen Wasserballs. Ihre Erfolge färben auf die Klubs ab und sorgen für eine größere mediale Aufmerksamkeit für unseren Sport.“ Als Vorbild diene die Entwicklung in anderen Mannschaftssportarten. Als ehemaliger Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga wirkte Jan Pommer in der Vergangenheit bereits daran mit, dass sich diese auch dank der Einführung einer Quotenregelung von einer internationalen zweitklassigen Liga zur „Liga der Weltmeister von 2023“ entwickelt hat.
Davon profitieren nicht nur die Nationalmannschaft, sondern auch die Vereine selbst. Unsere Nationalteams sind die Zugpferde des deutschen Wasserballs. Ihre Erfolge färben auf die Klubs ab und sorgen für eine größere mediale Aufmerksamkeit für unseren Sport.
Die Positivquote wurde einstimmig befürwortet. Vereinen, die gegen die neue Regel verstoßen, droht nach dem Beschluss ab der übernächsten Saison eine Ordnungsgebühr von 2.000,00 Euro pro Partie und pro Spieler*in, der oder die nicht spielberechtigt ist. Dieses Geld käme der Nachwuchsarbeit im DSV zugute. Spieler*innen, die in den Altersklassen U16 bis U20 mindestens drei Spielzeiten eine Teilnahmeberechtigung für einen oder mehrere deutsche Vereine besessen haben und die in dieser Zeit aktiv am Spielbetrieb teilgenommen haben, gelten als Deutsche im Sinne dieser Regelung.
Neue Ligenstruktur: 1. Bundesliga künftig mit acht Klubs
Ebenfalls mit deutlicher Mehrheit beschlossen wurde eine neue Ligenstruktur im deutschen Wasserball. Bislang wird die Wasserball-Bundesliga der Männer in einer A- und B-Gruppe mit insgesamt 16 Mannschaften ausgespielt. Zur Saison 2025/26 werden daraus die 1. Bundesliga und die 2. Bundesliga mit jeweils acht Teams, die sich in einer leistungsdifferenzierteren Umgebung entsprechend entwickeln können. Damit verbunden ist auch eine konsequente Durchsetzung von professionelleren Strukturen und Standards, die eine gesteigerte mediale Verbreitung sowie Vermarktbarkeit der 1. Bundesliga ermöglichen.
Mit der neuen Ligenstruktur schaffen wir eine Grundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung des deutschen Wasserballs.
„Mit der neuen Ligenstruktur schaffen wir eine Grundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung des deutschen Wasserballs. Dies ist ein zentraler Erfolgsstellhebel. Mein Dank gilt der Abteilung Wasserball unter Leitung von Tino Ressel und allen Vereinen, die diesen Reformprozess engagiert begleitet haben und ihn nun gemeinsam mit uns mit Leben füllen werden“, sagte DSV-Chef Jan Pommer.