Larus Thiel schmettert in München mit Jahrgangsrekord auf Platz sechs, auch die Lagenstaffel wird zum JEM-Abschluss Sechster.
© Tino HenschelLouis Hoffmann war in München der überragende Schwimmer im deutschen JEM-Team
„A bisserl was geht immer“, pflegt man in München zu sagen. Für Louis Hoffmann (SG Neukölln Berlin) ging bei den Junior*innen-Europameisterschaften in der Olympia-Schwimmhalle sogar ziemlich viel. Drei Mal stand der 18-Jährige bei der Heim-JEM auf dem Treppchen – kein anderer Mann im Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) war in dieser Woche derart erfolgreich.
Alle JEM-Ergebnisse auf einen Blick
Nach zuvor schon Bronze über 50m Brust und Silber mit der Mixed-Lagenstaffel ergänzte Hoffmann seine Edelmetallsammlung am JEM-Schlusstag mit einer weiteren Silbermedaille über 100m Brust. Und das sogar mit neuer Bestzeit von 1:00,29 Minuten. Schneller war am Sonntag nur der Grieche Evangelos Efraim Ntoumas, der mit flotten 59,91 Sekunden als Einziger unter der Minuten-Marke blieb. Bronze ging an Max Morgan (GBR/1:00,41).
Für die Zukunft hat Louis Hoffmann große Ambitionen
„Als ich die Rankings gesehen habe, hatte ich mir erhofft, dass es so gut läuft. Aber dass es wirklich passiert ist, macht mich sehr glücklich“, sagte Hoffmann. „Es wurde hintenraus ziemlich hart, aber auf die persönliche Bestzeit kann ich stolz sein.“ Der Berliner wird am dortigen Bundestützpunkt von Lasse Frank betreut und von ihm optimal auf diese Titelkämpfe vorbereitet. „Der Zusammenhalt in der Gruppe ist riesig, es macht großen Spaß und Lasse macht auch super Arbeit. Aber man darf auch die Jahre zuvor bei Herrn Römisch nicht vergessen. Er hat mich in der Technik und Ausdauer aufgebaut, und Lasse hat das ausgebaut. Ich bin sehr stolz auf die beiden“, so Hoffmann.
© Tino HenschelLouis Hoffmann mit Silbermedaille, die er im Rennen über 100m Brust erkämpfte
Mit seiner Zeit blieb er übrigens nur acht Hundertstel über dem Jahrgangsrekord von Malte Gräfe (1:00,21) aus dem JWM-Finale 2025 und peilt für die Zukunft nun ähnliche Erfolge an: „Ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren mit den anderen Jungs mitmischen kann, dass wir das Brustschwimmen vorantreiben und uns da batteln können.“
Lagenstaffel steigert sich im Finale um fast drei Sekunden
Bevor es für Louis Hoffmann nun in den wohlverdienten Urlaub geht, stand er am Sonntag noch ein zweites Mal auf dem Startblock. Über 4x100m Lagen schwamm er gemeinsam mit Mitja Bauer (SSG Leipzig), Felix Brandner (1.FCN Schwimmen) und Nils Nolte (Berliner TSC) in 3:39,06 Minuten auf Rang sechs. Das DSV-Quartett konnte sich damit gegenüber dem Vorlauf um fast drei Sekunden verbessern.
„Es hat sehr viel Spaß gemacht. Die Stimmung war nochmal besser als im Vorlauf, und es war mein erstes internationales Finale. Das war schon krass“, meinte Brandner. Den Sieg im letzten Rennen dieser Titelkämpfe trugen die Italiener mit Gabriele Di Scola, Gabriele Garzia, Francesco Ceolin und Cristian Tassan-Caser in 3:35,59 Minuten davon. Silber ging an die Neutralen Athleten (3:36,01), Bronze sicherte sich Großbritannien (3:36,39).
© Tino HenschelMitja Bauer, Felix Brandner, Nils Notle und Louis Hoffmann (v.l.) vor der abschließenden Lagenstaffel
Larus Thiel mit dem nächsten Top-Ergebnis
Starke Leistungen in Serie produzierte in München aber nicht nur Louis Hoffmann, sondern auf den Sprintstrecken auch Larus Thiel (SG Bayer). Über 50m Schmetterling schlug er nach 23,70 Sekunden als Sechster an und verbesserte damit den von ihm selbst gehaltenen Jahrgangsrekord für 17-Jährige gleich mal um 15 Hundertstel – im Sprintbereich ein Quantensprung.
„Ich bin mega happy“, meinte Thiel, der im Finale der Jüngste war. Über 50m Freistil war er bereits Fünfter gewesen, dort fehlten acht Hundertstel zum Podium. Diesmal war es sogar nur sieben Hundertstel auf den Briten Dean Fearn (23,62) als Drittplatziertem hinter Jan Foltyn (CZE/23,45) und David Antal (HUN/23,59). Und das nach einer nicht ganz einfachen Saison, nachdem sein bisheriger Coach, der ehemalige Bundestrainer Henning Lambertz, seinen Abschied aus dem Leistungssport erklärt hatte.
Aus diesen knappen Ausgängen zieht Thiel für das nächste Jahr, wenn er als Sportler des Jahrgangs 2009 noch einmal bei der JEM startberechtigt ist, nun zusätzliche Motivation. „Natürlich kommt man hier nicht hin, um Rekorde zu schwimmen, sondern um eine Medaille zu gewinnen. Also ich freue ich mich über den Altersklassenrekord, aber eine Medaille wäre schon schön gewesen. Schade, dass es dieses Jahr nicht funktioniert hat. Es waren einmal acht und einmal sieben Hundertstel. Es ist ärgerlich, dass das Glück dieses Jahr nicht auf meiner Seite war, aber nächstes Jahr vielleicht.“
© Tino HenschelLarus Thiel auf dem Weg zum nächsten Topergebnis bei der JEM in München