Lou Massenberg und Ole Rösler trumpfen bei der Hallen-DM auf

Raik Hannemann
Raik Hannemann
15:42

Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Berlin präsentieren sich die DSV-Wasserspringer*innen in starker Form. Neue Synchronpaare, stabile Serien und spannende Duelle machen Lust auf die anstehenden Weltcups und den weiteren Olympiazyklus.

DSV-Präsident David Profit ehrte die Medaillengewinner vom 3m-Brett mit Lou Massenberg als Sieger© RW&

DSV-Präsident David Profit ehrte die Medaillengewinner vom 3m-Brett mit Lou Massenberg als Sieger

Im Wasserspringen stehen mit den Weltcups in Montreal (CAN/26. Februar – 01. März) und Zapopan (MEX/05. – 08. März) demnächst die ersten internationalen Aufgaben des Jahres an. Das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) ist darauf gut vorbereitet. Das zeigten die Deutschen Hallenmeisterschaften an diesem Wochenende in Berlin, bei denen Pauline Pfeif (Berliner TSC), Jette Müller (Dresdner SC), Lou Massenberg (SV Halle) und Ole Rösler (WSC Rostock) mit jeweils zwei Goldmedaillen besonders glänzen konnten.

Alle DM-Ergebnisse im Überblick

Die WM-Zweite Pfeif steigerte sich im Einzel vom Turm nach Vorkampf und Halbfinale sukzessive auf ansehnliche 345,25 Punkte im Finale. Noch wichtiger war der 23-Jährigen in diesen Tagen aber, dass es beim Erfolg im Synchronwettbewerb mit der lange verletzten Elena Wassen (Berliner TSC) ebenfalls sehr ansprechend lief. Beim ersten gemeinsamen Wettkampf mit zweimal komplett und stabil durchgesprungener Serie sowie 286,74 Punkten im Finale gelang mit dem Titelgewinn auch der erforderliche Leistungsnachweis für einen Weltcupstart.

Pauline Pfeif und Elena Wassen überzeugen bei der DM-Premiere

„Die Synchronität ist schon super, wir passen einfach gut zusammen. An den Einzelsprüngen gilt es noch zu arbeiten, aber die Leistung hier stimmt mich positiv“, sagte Pfeif. Und zwar nicht nur für die kommenden Wochen, sondern vor allem auch in Hinblick auf den laufenden Olympiazyklus. Nachdem bei den Spielen in Paris (FRA) 2024 kein Synchronpaar der deutschen Turmfrauen am Start war, sollte sich das in dieser neuen Besetzung in Los Angeles (USA) 2028 womöglich ändern lassen. In Kanada will man sich dem Kampfgericht nun auch international schon einmal vorstellen.

Pauline Pfeif siegte am Geburtstag ihres Trainers Christoph Bohm. DSV-Präsident David Profi gratulierte allen© RW&

Pauline Pfeif siegte am Geburtstag ihres Trainers Christoph Bohm. DSV-Präsident David Profit (r.) gratulierte allen

 

Die unterhaltsamste Show der Titelkämpfe lieferten am Samstag derweil die Männer vom Turm ab. Im Einzelfinale setzte sich Ole Rösler mit 505,45 Punkten vor Jaden Eikermann (SV Neptun Aachen/489,00) und Luis Avila Sanchez (Berliner TSV/467,65) durch. Alle drei blieben damit schon jetzt deutlich über der DSV-Punktenorm für die Europameisterschaften in Paris (31. Juli – 16. August). „Das war von Ole beeindruckend stabil, über 500 Punkte haben wir nur selten. Man sollte zwar nicht gleich von einer Wachablösung sprechen, aber die anderen Jungs wissen jetzt genau, dass sie viel arbeiten müssen, wenn sie vor Ole ankommen wollen. Dieser Konkurrenzdruck wird alle pushen“, lobte Chef-Bundestrainer Christoph Bohm.

Ein halber Punkt Vorsprung beim Krimi vom Turm

Das gilt sicherlich auch für den Synchronwettbewerb. Hier siegte Rösler mit seinem Vereinskollegen Espen Prenzyna mit 415,08 Punkten und damit nur einem halben Zähler Vorsprung vor Avila Sanchez/Eikermann. Beide Paare blieben damit ebenfalls deutlich über der EM-Norm. Erstaunlich dabei ist, dass die Sieger aus Rostock wegen Bauarbeiten in der heimischen Halle derzeit weniger reguläres Wassertraining absolvieren können als gewohnt, stattdessen viel Reisetätigkeit auf sich nehmen müssen. Aber trotzdem konnten beide nun so stark und harmonisch auftreten. Lob gab es aber auch für die Zweitplatzierten: „Jaden und Luis probierten hier neue Sprünge mit höherem Schwierigkeitsgrad aus. Das ist auf lange Sicht richtig, auch wenn noch nicht alles schon stabil sitzt“, so Bohm. Schon beim Weltcup gibt es die Chance zu weiteren Verbesserungen.

Der Rostocker Ole Rösler zeigte in der SSE beeindruckende Sprungserien vom 10m-Turm© pa/AP/Ng Han Guan

Der Rostocker Ole Rösler zeigte in der SSE beeindruckende Sprungserien vom 10m-Turm

Vom 3m-Brett setzten sich Jette Müller und Lou Massenberg im Einzel diesmal gegen ihre namhaften Konkurrent*innen Lena Hentschel und Moritz Wesemann durch, und das vor allem dank einer größeren Stabilität in ihren Serien. Doch die etablierten Kräfte werden sich in den nächsten Wochen sicherlich zu steigern wissen. Massenberg konnte zusätzlich im Synchronwettbewerb mit Vereinskollege Jonathan Schauer nachhaltig beeindrucken. Auch hier dürfte sich der Konkurrenzkampf auf nationaler Ebene in den kommenden Monaten zuspitzen, wenn auch Wesemanns lange verletzter Partner Timo Barthel wieder angreifen kann.

Hallen-DM: Lou Massenberg landet vor Moritz Wesemann

„Dreimal über 400 Punkte und sogar persönliche Punktbestleistung im Einzel, damit kann man zu diesem Zeitpunkt nur zufrieden sein“, meinte Massenberg. Der Neuanfang mit dem Wechsel nach Halle mache sich bereits bezahlt, das Selbstbewusstsein steige dadurch auch. „Das Training bei Norman Becker hat mich und auch meinen Partner Jonathan stark vorangebracht. Ich spüre inzwischen viel mehr Sicherheit, das merke ich auch im Training“, meinte Massenberg. „Sicher muss ich noch an den Endphasen arbeiten, um auch international bestehen zu können. Nach dieser DM-Leistung kann mein Ziel nun aber nur lauten, sich beim Weltcup auch fürs Super Final zu qualifizieren.“ Der Weltcup-Abschluss findet dann in Peking (CHN/01. – 03. Mai) statt.

 

Alle Sieger*innen der Hallen-DM 2026

Frauen

1m-Brett: Vanessa Röhniß (SC DHfK Leipzig)

3m-Brett: Jette Müller (Dresdner SC)

Turm: Pauline Pfeif (Berliner TSC)

3m-Synchronspringen: Lena Hentschel/Jette Müller (Berliner TSC/Dresdner SC)

Turm-Synchronspringen: Pauline Pfeif/Elena Wassen (beide Berliner TSC)

 

Männer

1m-Brett: Moritz Wesemann (SV Halle)

3m-Brett: Lou Massenberg (SV Halle)

Turm: Ole Rösler (WSC Rostock)

3m-Synchronspringen: Jonathan Schauer/Lou Massenberg (beide SV Halle)

Turm-Synchronspringen: Ole Rösler/Espen Prenzyna (beide WSC Rostock)

 

Mixed
3m-Synchronspringen: Amelie Förster/Louis Aaron Förster (beide SC DHfK Leipzig)

Turm-Synchronspringen: Erik Camilo Amezquita Schmiedtke(Marie-Luiza Biletova (beide Berliner TSC)

 

Das DSV-Team beim Weltcup