EM-Finals am Dienstag: Sechs Medaillenchancen für das DSV-Team

Raik Hannemann
Raik Hannemann
12:26

In den Vorläufen hinterlassen Anna Elendt, Angelina Köhler und Josha Salchow einen überzeugenden Eindruck. Im 800m-Duell schnappen sich Johannes Liebmann und Sven Schwarz das Finalticket.

Titelverteidiger Melvin Imoudu hinterließ einen starken Eindruck in den ersten Runden© Jo Kleindl

Titelverteidiger Melvin Imoudu hinterließ einen starken Eindruck in den ersten Runden

Nach Staffel-Bronze zum Auftakt der Beckenwettbewerbe hat das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes auch am zweiten Finalabend (ab 18:30 Uhr live im ZDF) weitere Medaillenchancen. Sogar deren zwei sind es im Finale über 800m Freistil mit Isabel Gose und Maya Werner (beide SC Magdeburg).

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„Paris ist definitiv ein Wettkampf, bei dem man sich noch einmal richtig weiterentwickeln kann“, hatte Gose angekündigt. Nach zwei Goldmedaillen beim Freiwasserschwimmen war die Pause für die Umstellung auf die höheren Frequenzen im 50m-Pool nur sehr kurz. Man wird sehen müssen, ob es im Duell gegen die ewige Konkurrentin Simona Quadarella (ITA) trotzdem reicht für die 24-Jährige.

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Dahinter lauert dann schon Maya Werner. „Isa und Simona sind vorne zu zweit, aber auf den dritten Platz werden ein paar Schwimmerinnen ein Auge haben. Ich liebäugele mit einem Podestplatz. Den habe ich bei der Kurzbahn-EM auch erreicht, da wäre es falsch, dieses Ziel nicht nochmal zu haben“, sagte die 21 Jahre alte U23-Europameisterin des Vorjahres.

Lagen-Mixedstaffel sichert den Finalplatz

Chancen auf Edelmetall haben am Dienstag auch Lise Seidel (SC Chemnitz) im Finale über 200m Rücken, Melvin Imudou (Potsdamer SV/100m Brust) und Luca Armbruster (SG Neukölln Berlin/50m Schmetterling). Einen Finalplatz ergatterte zudem die Mixed-Staffel über 4x100m Lagen durch Ole Braunschweig (SG Neukölln/54,84 im Rücken), Lucas Matzerath (Team Bochum/59,43 für Brust), Yara Riefstahl (SC Chemnitz/59,45 für Schmetterling) und Linda Roth (SC Magdeburg/53,80 für Freistil). „Das haben wir uns verdient. Aber natürlich war es auch bisschen Glück, dass es eine Disqualifikation gab und wir als Achter rein sind“, meinte Roth. „Ich glaube, dass im Finale auf jeden Fall noch was drin ist. Wir sind jetzt schon mit guter Besetzung geschwommen, aber man kann da aus Team Deutschland noch ein bisschen was rausholen.“

EM 2026 in Paris: Die DSV-Ergebnisse am 11. August

StreckeDSV-Starter*inZeitPlatz
Vorläufe ab 09:30 Uhr
50m Schmetterling FrauenAngelina Köhler00:26,027. (Q)
Maya Tobehn00:26,8635.
Yara Fay Riefstahl00:26,9637.
100m Freistil MännerJosha Salchow00:48,359. (Q)
Kaii Liam Winkler00:48,5620.
100m Brust FrauenAnna Elendt01:06,746. (Q)
Lena Ludwig01:08,8221.
200m Rücken MännerCornelius Jahn01:58,0416.
Cedric Büssing02:01,9435.
4x100m Mixed Lagen StaffelDSV3:47,528.
800m Freistil MännerJohannes Liebmann07:41,871.
Sven Schwarz07:46,934.
Oliver Klemet07:55,7514.
Finals ab 18:30 UIhrPersönliche BestzeitDeutscher Rekord
200m Rücken Frauen FinaleLise Seidel02:08,7502:07,63
50m Schmetterling Männer FinaleLuca Armbruster00:22,7100:22,71
100m Freistil Frauen Finale00:52,11
100m Brust Männer FinaleMelvin Imoudu00:58,7400:58,74
100m Brust Frauen HalbfinaleAnna Elendt01:05,1901:05,19
200m Rücken Männer HalbfinaleCornelius Jahn01:56,6301:55,85
50m Schmetterling Frauen HalbfinaleAngelina Köhler00:25,5000:25,50
100m Freistil Männer HalbfinaleJosha Salchow00:47,8000:47,80
800m Freistil Frauen FinaleIsabel Gose08:17,5308:16,43
Maya Werner08:29,53
4x100m Mixed Lagen Staffel FinaleDSV3:44,13
Lucas Matzerath, Ole Braunschweig, Yara Fay Riefstahl und Linda Roth nach dem EM-Vorlauf

Lucas Matzerath, Ole Braunschweig, Yara Fay Riefstahl und Linda Roth nach dem EM-Vorlauf

Weltmeisterin Anna Elendt „happy“ mit ihrem Vorlauf

Vielleicht schwimmt am Abend ja Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin), die sich erst einmal auf den Vorlauf über 50m Schmetterling konzentrierte. Und dort genau so locker eine Runde weiterkam wie Weltmeisterin Anna Elendt (SG Frankfurt) über 100m Brust. „Das lief ganz gut. Es ist immer bisschen schwierig zu wissen, wo man genau steht beim ersten Rennen. Ich bin auf jeden Fall super happy mit der 1:06,7“, meinte Elendt. „Man hat gesehen, dass die Konkurrenz sehr stark ist. Ich will mich auf mich selber fokussieren, dass ich mit meinem Rennen happy bin. Mal gucken, wo mich das in Europa platziert.“ Die Britin Angharad Evans glänzte bereits im Vorlauf mit Meisterschaftsrekord von 1:05,45.

Ins Halbfinale über 100m Freistil zog als Neunter auch Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg) ein, während Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin) auf den letzten Metern wohl etwas zu früh den Speed herausnahm. Salchow war froh, dass es nach gesundheitlichen Problemen wieder aufwärts geht.  „Ich habe die letzten Tage sehr viel mit dem Staff verbracht, mich hier auf die Kette zu kriegen, von daher bin ich sehr zufrieden, dass es Richtung 48 flach geht. So langsam ist der Knoten geplatzt bei mir. Das gibt mir sehr viel Selbstbewusstsein und Zuversicht.“

Als 16. kam auch Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) durch. Nach Staffelbronze am Vortag war er erst sehr spät ins Bett gekommen. „Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich einschlafen konnte. Aber mit dem Weiterkommen ist das Ziel für den Vormittag erst einmal erfüllt“, meinte Jahn. Nathan Muraratory (FRA) brachte über 200m Rücken das Heim-Publikum mit einem Junioren-Weltrekord (1:54,87) zum Brodeln.

Johannes Liebmann mit der schnellsten Zeit ins Finale

Über 800m Freistil kraulte Johannes Liebmann (SC Magdeburg) in 7:41,87 Minuten die schnellste Vorlaufzeit, als Vierter sicherte sich Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) den zweiten Finalplatz für Deutschland. Für Oliver Klemet (SG Frankfurt) reichte es nach vier Freiwasserrennen mit Gold und Bronze nur zu Rang 14 (7:55,75).

„Ich fühle mich gut. Ich bin es zügig angegangen, um keine Risiken einzugehen“, meinte Liebmann, der einen sehr starken Eindruck hinterließ. Schwarz war anders als seine zwei Landsleute nicht im letzten, sondern bereits im vorletzten Vorlauf geschwommen. „Man konnte nicht viel taktieren. Wären wir nur zwei Deutsche gewesen, hätte man den Vorlauf relativ entspannt gestalten können, so musste jeder schon schnell schwimmen“, meinte Schwarz. Klemet räumte ein: „Man merkt die Belastung vom Freiwasser noch sehr stark, hoffe dass es jetzt bis zu den 1500 Metern besser wird. Viel Regeneration, jede Möglichkeit nutzen zu schlafen, Physio, Essen. Und dann hoffe ich, dass die anderen beiden Strecken noch besser werden.“