Alisa Fatum-Böker und Andreas Waschburger siegen in Molveno bei nur 1,4 Grad Wassertemperatur. Dazu gibt es noch zwei weitere Medaillen.

Wenn Alisa Fatum-Böker ihren Konkurrentinnen entgegen schwimmt, erkennt sie das Leiden. Cynthia Koolmans Armzüge sind nach 400 Metern bei 1,4 Grad Wassertemperatur nur noch halb so lang wie auf der ersten Bahn. Eine andere Konkurrentin, Evdokia Brovkova, schwimmt leichte Schlangenlinien. Nur Fatum-Bökers Bewegungen könnten nicht souveräner wirken. „Nach 100 Metern ist der Abstand von Bahn zu Bahn größer geworden”, sagt die Titelverteidigerin nach dem 500m-Rennen bei der Eisschwimm-EM in Molveno (ITA). „Die letzten 200 Meter konnte ich dann richtig genießen.“
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Nach 6:17,37 Minuten schlägt Fatum-Böker 34 Sekunden vor Teamkollegin Ines Hahn als Erste an. Und das, obwohl sie das siegreiche Finale über 100m Schmetterling noch in den Knochen hatte. Zwischendurch blieben ihr nur knapp 30 Minuten zum Aufwärmen. Wegen der kurzen Pause sei es über die 500m-Rennen ein bisschen frostiger gewesen. „Bei den 100 Metern Schmetterling habe ich dank des Adrenalins fast nichts gespürt”, sagt Fatum-Böker über die 1,4 Grad Wassertemperatur. Hinter der Sächsin wird mit Marie-Therese Bartl eine weitere Deutsche Dritte über diese Distanz.
Eisschwimm-EM: Waschburger mit großem Vorsprung siegreich
Eine dritte Goldmedaille bescherte Andreas Waschburger dem deutschen Team am Dienstag, der mit heftigem Schneetreiben im Freibad begonnen hatte. Der Saarländer entschied wie vor zwei Jahren die 500m Freistil in 5:43,50 Minuten und mit rund 13 Sekunden Vorsprung vor Axel Reymond (FRA) überraschend deutlich für sich. „Ich habe mir ein engeres Rennen ausgemalt. Vor allem gegen Axel Reymond”, sagt der 39-Jährige. “Dass es wieder so deutlich wie im Vorjahr wird, habe ich mir aber natürlich schon erhofft.
Die ersten Gratulanten haben sich schon kurz nach dem Titelgewinn beim frischgebackenen Papa gemeldet. „Natürlich habe ich schon Kontakt zu meiner Frau gehabt”, sagt Waschburger 20 Minuten später, nachdem er nach dem Wettkampf die Sauna verlassen hat. “Meine Tochter Mila hat geschlafen, aber sie hat mir bestimmt auch die Daumen gedrückt.” Das tut sie wohl auch bei den nächsten Rennen. Die Königsdisziplin dieser Titelkämpfe – der Eiskilometer – steht dann am Donnerstag an.
Tina Deeken holt außerdem in der Para-Wertung Silber, Kilian Graef wird im Finale über 50m Rücken Sechster und Sabine Steinke bricht den Altersklassen-Weltrekord (AK 60) über 50 Meter Rücken.