Mit beeindruckender Akribie und Leidenschaft im Training verfolgt Angelina Köhler große Ziele. Erfahre hier, wie sie sich mit innovativen Methoden und mentaler Stärke auf den nationalen Saisonhöhepunkt Anfang Mai vorbereitet und was sie antreibt, den exklusiven „Klub der 55er“ zu erreichen.

Angelina Köhler mit ihre WM-Goldmedaille in Doha. Sie will den Erfolge von 2024 nun weitere hinzufügen. Und ihren deutschen Rekord über 100m Schmetterling (56,11 Sekunden) verbessern.
Wer Angelina Köhler am Freitag am Bundesstützpunkt im Berliner Sportforum beobachtete, konnte ein ziemlich gutes Bild davon bekommen, wie motiviert die Schwimmerin dieser Tage im Training arbeitet. Wieder und wieder übte die 24-Jährige von der SG Neukölln die Delfinkicks nach dem Abstoß von der Wand bis zur Auftauchphase. Zwischendurch schaute sie sich ihre Beinwinkel und viele andere Details mit ihren Coaches in der Videoanalyse an, um dann kleinste Änderungen vorzunehmen und auszutesten. Der Rest ihrer Trainingsgruppe hatte die Halle längst verlassen, trotzdem ließ sie immer weiter neue Durchläufe folgen.
„Dieses Tüfteln ist zwar anstrengend, macht mir aber extrem Spaß. Denn das sind genau die Sachen, bei denen mir einige Konkurrentinnen noch Zeit wegnehmen. Dieses Potenzial für Verbesserungen will ich nutzen. Da kann ich noch eine halbe Sekunde herausholen, das ist meine feste Überzeugung. Und ich bin auf jeden Fall schon etwas schneller geworden bei Start und Wende“, erklärte Köhler. Vor allem durch eine bessere Ansteuerung über die Brustwirbelsäule habe sie in diesem Jahr größere Fortschritte erzielen können.

Angelina Köhler bei der Videoanalyse mit Athletiktrainerin Marina Spottke
Angelina Köhlers Siegesserie in Berlin läuft seit 2021
Nachdem Köhler im Vorjahr erst Weltmeisterin und dann Olympiavierte über 100m Schmetterling geworden war, möchte sie sich und der Welt nun beweisen, dass dies kein Zufall war. Zuallererst bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin (01. – 04. Mai). „Ich bin seit 2021 bei diesen Titelkämpfen ungeschlagen, und das will ich auch bleiben“, sagte Köhler, die gemeinsam mit Lukas Märtens und Isabel Gose von den Werbeplakaten der Veranstaltung grüßt. Zugleich will sie der internationalen Konkurrenz dabei schon mal ein Zeichen senden, dass mit ihr weiterhin zu rechnen sein wird. Zum Beispiel bei den Weltmeisterschaften in Singapur (11. Juli – 04. August).
Insbesondere der Kopf brauchte nach dem rauschhaften Jahr 2024 aber erst einmal eine längere Pause. Köhler hat sie sich im Herbst genommen und sich dabei auch den Lebenstraum von einer Weltreise bis nach Bora Bora erfüllen können. Beim anschließenden Formaufbau sorgte Bundesstützpunkttrainer Lasse Frank dann für viel Abwechslung. Das Krafttraining wurde beispielsweise mit Bouldern in einer Kletterhalle forciert. „Wenn man drei Stunden dort ist, denkt man, es fallen einem die Arme ab“, verriet Köhler. „Ich habe in dieser Saison nicht weniger trainiert, sondern einfach anders. Ich habe viele neue Sachen probiert und viel an meiner Technik gefeilt. Das macht mir richtig Spaß. Und dadurch habe ich nun auch wieder richtig Lust, Wettkämpfe zu schwimmen.“
Zeit unter 56 Sekunden ist das Ziel
Schon nächste Woche startet Köhler bei den Stockholm Swim Open (SWE/12. – 15. April), anschließend wird sie sich auch noch bei den Berlin Swim Open (25. – 27. April) in Schwung bringen für den DM-Auftritt. Die Fans können sich also schon mal auf den Saisonhöhepunkt im eigenen Land freuen. Angelina Köhler will ihnen einiges bieten. Und weiter vorankommen auf dem Weg zu den ambitionierten Zielen, die sie sich für den neuen Olympiazyklus vorgenommen hat.
„Ich will irgendwann im Klub der 55er ankommen“, lautet eines dieser Ziele. Bislang haben es weltweit nur acht Frauen geschafft, die 100m Schmetterling unter 56,00 Sekunden zu schwimmen. Köhler: „Ich habe keine Angst, in diesen Dimensionen zu denken. Ich glaube fest dran, dass ich das kann, wenn die Dinge dann funktionieren, an denen wir jetzt gerade arbeiten. Ich muss nur ruhig bleiben und an mich glauben.“

Doppeldaumen hoch: Es läuft weiter richtig gut für und bei Angelina Köhler. Für die WM 2025 ist sie ztudem schon vornominiert