Das Spiel gegen Hongkong war eine klare Angelegenheit. Im Achtelfinale trifft das DSV-Team nun auf WM-Teilnehmer China.
Deutschlands Wasserballer sind beim Weltcup mit einem Rekordsieg ins Achtelfinale des Turniers der Division 2 in Malta gestürmt. Das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) schlug Außenseiter Hongkong mit 34:5 – höher hatte noch keine deutsche Mannschaft gewonnen. Zuvor war das 29:1 gegen Mexiko im Rahmen der Olympiaqualifikation 2008 der höchste Sieg gewesen.
Nach dem Spiel hieß es dann erst einmal abwarten. Aufgrund des neuen Modus, bei dem das Ranking mittels eines Tournament Performance Index (TPI) errechnet wird, stand der Gegner für das Achtelfinale erst nach der letzten Partie des Tages fest. Im ersten K.o.-Spiel trifft die DSV-Auswahl am Freitag (19:00 Uhr, kostenpflichtiger Livestream bei Recast) nun auf WM-Teilnehmer China.
Warum Deutschlands Turnierwert trotz des Sieges gesunken ist
Nach dem 22:15 zum Auftakt gegen Slowenien war der deutsche TPI-Wert übrigens trotz des noch höheren Erfolgs im zweiten Spiel noch gesunken. Dieser berücksichtigt neben der Höhe des Ergebnisses unter anderem auch die Stärke des jeweiligen Gegners, und weil Hongkong Letzter der Setzliste war, wurde dieser Sieg vom System entsprechend nicht so hoch bewertet. Bundestrainer Aleksandar Radovic war dennoch positiv gestimmt. „Wir sind zufrieden mit dem Ansatz unserer Mannschaft heute. Für uns ist es wichtig, keinen Gegner zu unterschätzen – auch nicht in solchen Spielen, die auf dem Papier klar erscheinen. Genau solche Spiele können manchmal schwierig sein, aber wir haben es geschafft, von Anfang an auf einem guten Niveau zu spielen. Besonders gefallen hat mir unsere Leistung in den ersten zwei Vierteln. Da waren unsere Konzentration und unsere Defensive auf einem guten Niveau, was die Grundlage für den deutlichen Erfolg war.“
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Tatsächlich war die Partie gegen Hongkong von Anfang an eine einseitige Angelegenheit. Nach zweieinhalb Minuten stand es bereits 4:0, nach dem ersten Viertel 11:0 bei einem deutlichen Schussverhältnis von 14:3. Deutschland zeigte sich in der Verteidigung sehr aufmerksam (sieben Steals gelangen allein im ersten Abschnitt) und dann im Konterspiel gnadenlos (elf Tore bei zwölf Versuchen im gesamten Spiel).
Alle deutschen Feldspieler mit mindestens einem Tor
Und das DSV-Team gab weiter Gas. Bis zur Halbzeit baute man seinen Vorsprung so auf 19:1 aus, wobei der erste Treffer für den Gegner durch Cheng Hei Chun erst eine Sekunde vor dem Pausenpfiff fiel. Nach der Halbzeit wechselte Hongkong dann den Torwart, doch das Torfestival ging weiter: 27:2 lautete der Zwischenstand nach dem dritten Viertel. Mit dem Treffer von Philipp Dolff im letzten Abschnitt waren dann alle deutschen Feldspieler mindestens einmal erfolgreich. 77 Prozent aller Würfe fanden den Weg ins gegnerische Tor, in Überzahl war Deutschland sogar makellos (6/6). Beste Torschützen waren Yannek Chiru und Sebastian Andruszkiewicz (beide Wasserfreunde Spandau 04) mit jeweils sechs Treffern. Niclas Schipper (Waspo 98 Hannover) traf bei perfekter Wurfausbeute vier Mal.
© Istvan DerencsenyiDer Spandauer Yannek Chiru war beim Rekordspiel gegen Hongkong zusammen mit Sebastian Andruszkiewicz bester DSV-Torschütze