© Lutz Buschkow
Er war vorher schon der erfolgreichste Wasserspringer der EM-Geschichte. Ganze 15 Mal hat Patrick Hausding (Berliner TSC) bislang Gold im europäischen Vergleich gewonnen, dazu 13 Mal Silber und viermal Bronze – und noch nie verließ er eine Europameisterschaft mit leeren Händen. Und auch bei der diesjährigen Auflage in Budapest (HUN) konnte der 32-Jährige sein Medaillenkonto gleich im ersten Wettkampf weiter aufstocken.
Bronze hinter Russland und Italien
Gemeinsam mit Tina Punzel (Dresdner SC 1898), Christina Wassen und Lou Massenberg (beide Berliner TSC) gewann Hausding zum Auftakt der Sprungwettkämpfe in der Duna-Arena Bronze im gemischten Teamwettbewerb. Deutschland kam mit 421,00 Punkten auf Rang drei hinter Russland (431,80) und Italien (428,00).
„Es ist immer gut fürs Selbstbewusstsein, mit einer Medaille gleich im ersten Wettkampf in die Europameisterschaften zu starten. Ich habe noch viel vor diese Woche, einiges an Wettkämpfen kommt auf mich zu. Wir werden am Ende der Woche sehen, wie viele Medaillen ich auf meinem Konto verbuchen kann“, sagte Hausding.
Im Teamwettbewerb, der erst seit 2012 fester Bestandteil der EM-Programms ist, war die deutsche Mannschaft als Titelverteidiger angetreten – in der exakt gleichen Besetzung hatte das DSV-Team vor zwei Jahren in Kiew (UKR) den Titel geholt. Auch dieses Mal setzte sich das Quartett zunächst an die Spitze und lag nach starken Auftritten vom 3m-Brett von Hausding und Punzel und einem ebenso gelungenen 3m-Synchronsprung von Punzel und Massenberg zur Halbzeit des Events in Führung. Die Medaille war bereits zu diesem Zeitpunkt fast sicher.
Die genaue Platzverteilung auf dem Podium wurde dann in den weiteren Runden vom Turm ermittelt. Lou Massenberg und Christina Wassen in den Einzeln sowie Hausding und Wassen beim Turm-Synchronspringen zeigten allesamt ordentliche Sprünge, doch die Konkurrent*innen aus Russland und Italien waren an diesem Tag noch etwas besser und schoben sich so an der deutschen Auswahl vorbei. „Das Niveau war wirklich sehr hoch, die Russen und Italiener haben eine sehr starke Leistung gezeigt. Und auch wir waren bis zur dritten Runde voll dabei, haben dann aber vom Turm ein paar Schwächen gezeigt in den Eintauchphasen“, erklärte Hausding. „Aber wir sind trotzdem sehr zufrieden mit unserer Bronzemedaille.“ Ähnlich äußerte sich Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow:
„Wir haben zwar kleine Reserven liegengelassen. Aber dieser Start gibt uns Optimismus für die nächsten Tage. Eine Medaille zum Auftakt ist immer gut für die Stimmung im Team.“
Ergebnisse des Teamevents im Überblick:
Land | Punkte | Platzierung |
---|---|---|
Russland | 431,80 | 1 (Gold) |
Italien | 428,00 | 2 (Silber) |
Deutschland | 421,00 | 3 (Bronze) |
Großbritannien | 383,40 | 4 |
Ukraine | 382,00 | 5 |
Ungarn | 258,00 | 6 |
Norwegen | 237,00 | 7 |
Defekte Lautsprecher: Debüt des deutschen Synchron-Duetts vertagt
Das neu formierte DSV-Duett mit Marlene Bojer und Michelle Zimmer muss sich im Synchronschwimmen derweil noch einen weiteren Tag gedulden. Aufgrund technischer Probleme mit den Unterwasser-Lautsprechern wurde die technische Kür am Montag nach elf Paaren abgebrochen. Das deutsche Duo wäre erst ganz am Schluss als 19. an der Reihe gewesen. Der Wettkampf wird nun am Donnerstag (13. Mai) um 09:00 Uhr nachgeholt. Auch die Nationen, die bereits ihren Auftritt hatten, sollen dann noch einmal starten, um die Chancengleichheit zu gewährleisten.
„Die Athletinnen hören die Musik auch unter Wasser. Wenn sie ausfällt, ist das sehr irritierend“, erläuterte Bundestrainerin Doris Ramadan die Hintergründe.
Das gemeinsame Wettkampfdebüt von Bojer und Zimmer steigt somit erst am Dienstag beim Vorkampf in der freien Kür. Dann will das deutsche Duett mit einem begeisternden Auftritt die Wertungsrichter*innen von sich überzeugen und ins Finale einziehen.