Warum eine Rodel-Olympiasiegerin jetzt Schwimmlehrerin wird

Philip Häfner
Philip Häfner
14:19

Dajana Eitberger war eine der weltbesten Kufenflitzerinnen. Nach dem Ende ihrer Karriere will sie sich der Sicherheit im Wasser widmen – es ist ihr eine Herzensangelegenheit.

Bislang war gefrorenes Wasser das Metier von Dajana Eitberger. Die Rodlerin war im Eiskanal acht Mal Weltmeisterin, sie gewann zweimal Silber bei Olympia im Einzel beziehungsweise im Doppelsitzer und wurde 2026 bei den Spielen in Cortina d’Ampezzo (ITA) schließlich sogar Olympiasiegerin mit der Teamstaffel. Anschließend beendete sie ihre Karriere. Um sich künftig in flüssigerem Terrain zu bewegen.

Denn Dajana Eitberger wird jetzt Schwimmlehrerin. „Ich möchte, dass kein Kind in die Schule geht, ohne dass es im Wasser sich frei bewegen kann“, sagte die Rodel-Queen anlässlich ihrer Auszeichnung mit dem Bayerischen Sportpreisin der BMW-Welt in München. Eitberger hat selbst zwei Söhne. Die 35-Jährige ist gebürtige Thüringerin, lebt inzwischen aber in Aindling in der Nähe von Augsburg. „Wir haben hier eine superschöne Region mit tollen Seen. Mir macht das ein bisschen Angst, wenn ich weiß, dass nicht alle Kinder schwimmen können. Wenn jetzt wieder so schöne Sommer sind, dann kühlt man sich gerne mal ab. Die Gefahr ist relativ hoch, dass es zu schlimmen Unfällen kommen könnte“, begründete sie ihr Engagement.

Der deutsche Doppelsitzer im Rodeln der Frauen mit Dajana Eitberger und Magdalena Matschina bei den Olympischen Spielen 2026 in Cortina d'Ampezzo© picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Dajana Eitberger (vorne) im Doppelsitzer mit ihrer Rodel-Partnerin Magdalena Matschina

Eigentlich wollte sie mit dem Schwimmenlehren sogar schon angefangen haben. Aber dann holten sie nach ihren jüngsten Olympia-Erfolgen die vielen Termine ein. „Ich gehe das Projekt jetzt im Winter, wo ich mehr Zeit habe, an und freue mich darauf, wirklich etwas mitzugeben“, sagte sie. „Das ist mir eine Herzensangelegenheit.“ Rund die Hälfte aller Kinder in Deutschland verlässt die Grundschule, ohne sicher schwimmen zu können – jedes Jahr rund 500.000 junge Menschen. Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) hat sich deshalb ein klares Ziel gesetzt: Bis 2035 soll kein Kind mehr ohne Schwimmkenntnisse aus der Grundschule kommen.