Warum die deutschen Wasserballerinnen beim Weltcup in jedem Fall gewinnen

Philip Häfner
Philip Häfner
06:59

Beim Turnier auf Malta trifft das DSV-Team in der Vorrunde auf Kanada, Russland und China.

Malta entwickelt sich in diesen Tagen zum Dauerreiseziel im internationalen Wasserball. Nachdem auf der Mittelmeerinsel kürzlich bereits der Weltcup der Männer zu Gast war, wird dort in dieser Woche auch das Weltcupturnier der Frauen in der Division 2 ausgetragen. 15 Nationen wetteifern vom 21. – 26. April um zwei Tickets für das Weltcupfinale im Juli. Alle Partien finden diesmal im Freibad des Tal-Qroqq Sports Complex in Gzira statt und werden im kostenpflichtigen Livestream bei Recast übertragen.

Ich wünsche mir einfach, dass die Mannschaft Spaß am Wasserball hat und ein paar Duftmarken setzt.

Die Frauen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) erwischten starke Gegnerinnen. Zum Auftakt am Dienstag (18:00 Uhr) trifft das DSV-Team auf Kanada, den Olympia-Achten von Paris 2024. Tags darauf geht es ebenfalls um 18:00 Uhr gegen die Auswahl aus Russland. Den Abschluss der Gruppenphase bietet das Duell mit Asien-Meister China am Donnerstag (13:30 Uhr).

Zum gesamten Spielplan

Angesichts dieser anspruchsvollen Auslosung hält Deutschlands Head Coach Karsten Seehafer die Erwartungen bewusst niedrig. „Wir können hier nur gewinnen. Die Russinnen gehören zu den sechs oder sieben besten Mannschaften der Welt. Auch Kanada und China sind starke Gegnerinnen. Gegen die Chinesinnen haben wir im vergangenen Jahr beim Weltcup mit sieben Toren verloren, und schlechter sind sie seitdem nicht geworden. In den Spielen gegen solche Top-Teams erfahren wir, was es braucht, wenn man sich in Zukunft wirklich für ein großes Turnier wie Olympia qualifizieren will. Ich wünsche mir einfach, dass die Mannschaft Spaß am Wasserball hat und ein paar Duftmarken setzt.“

Wasserballerin Elena Ludwig aus Deutschland mit dem Ball© World Aquatics

Die Frauen des DSV um Elena Ludwig starten am Dienstag in den Weltcup im Wasserball.

Neuer Turniermodus wie schon beim Weltcup der Männer

Die besten acht Teams der Tabelle beim Weltcup der Frauen im Wasserball qualifizieren sich anschließend für die K.o.-Runde, für alle anderen gibt es Platzierungsspiele. Für die Ermittlung der Tabellenplatzierung kommt wie schon beim Weltcup der Männer – bei dem Deutschland am Ende Platz drei davontrug – ein neues Wertungssystem mittels Tournament Performance Index (TPI) zum Einsatz. Dabei wird neben dem Spielausgang und der Höhe des Ergebnisses auch immer die Stärke des Gegners gemäß Weltrangliste berücksichtigt.

Niemand kann taktieren, man kann nur auf sich selbst schauen und muss immer seinen besten Wasserball spielen.

Siege gegen stärkere Mannschaften gemäß der Weltrangliste werden für den TPI höher bewertet als gegen schwächere oder gleichstarke. Entsprechend werden Niederlagen gegen schwächere Teams stärker bestraft. „Der Modus wird spannend“, meint Trainer Seehafer. „Was ich bei den Männern gesehen habe, finde ich gar nicht so schlecht. Niemand kann taktieren, man kann nur auf sich selbst schauen und muss immer seinen besten Wasserball spielen.“

Das DSV-Aufgebot für den Wasserball-Weltcup der Frauen

Gesa Deike, Ira Deike, Elena Ludwig, Anne Rieck, Georgia Sopiadou (alle Wasserfreunde Spandau 04), Aylin Fry, Darja Heinbichner, Emiliia Khmil, Jana Stüwe (alle SV Blau-Weiß Bochum), Marijke Kijlstra (Utrechtse ZSC/NED), Franka Lipinski (Uerdinger SV 08), Ioanna Petiki (San Diego State University/USA), Emma Seehafer (California State University Long Beach/USA), Maria Sekulic (SSV Esslingen), Belén Vosseberg (CN Catalunya/ESP)