Wie schon beim Turm-Synchronspringerin springt die Berlinerin auch im Einzel auf Platz zwei. Elena Wassen wird bei ihrem Comeback auf internationaler Bühne Zehnte.
Montage werden ja gern als unproduktiv verschrien, weil nach einem schönen Wochenende die Konzentration noch nicht wieder auf Topniveau gelangt. Beim Team Wasserspringen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) ist das aber nicht so, ganz im Gegenteil. Bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) konnten sie sich nach dem Triumph von Lou Massenberg und Jonathan Schauer (beide SV Halle) im 3m-Synchronspringen auch noch über eine Silbermedaille freuen. Wie schon bei den Weltmeisterschaften 2025 in Singapur und auch bei der EM im Vorjahr wurde Pauline Pfeifam Montag Zweite vom Turm.
Die 24-Jährige vom Berliner TSC kam nach fünf Sprüngen auf 305,30 Punkte, musste damit nur Maisie Bond (GBR/327,05) den Vortritt lassen. Bronze ging an Else Guurtje Praasterink (NED/305,15). Elena Wassen, die mit ihrer Vereinskollegin Pfeif zuvor schon ebenfalls EM-Silber im Turm-Synchronspringen erkämpft hatte, landete diesmal auf Rang zehn (275,85).
© Jo KleindlPauline Pfeif holt in Paris auch im Einzel Silber, wie schon im Synchronwettbewerb
Ein starker Handstandsalto sichert Pfeif die Medaille
Nach einem starken dreieinhalbfachen Vorwärtssalto zu Beginn kam Hoffnung auf, dass Deutschland 16 Jahre nach Christin Steuer mal wieder eine Europameisterin vom Turm bekommen könnte. Doch wie schon im Vorkampf ließ Pfeif danach beim Delfinsalto einige Punkte liegen. Mit einem tollen Schraubensalto übernahm zwar noch einmal die Führung, fiel nach einem überzogenen Rückwärtssalto dann aber weit hinter Bond zurück. Mit einem sauberen Handstandsprung zum Abschluss sicherte sich Pfeif mit hauchdünnem Vorsprung dann Silber.
„Ich hatte mir Gold vorgenommen. Aber auch Silber muss man erst einmal gewinnen, ich bin also trotzdem stolz auf mich“, stellte Pfeif fest. Natürlich wissend, dass an diesem Abend vielleicht auch noch mehr drin gewesen wäre. Aber womöglich hatte sie sich nach dem WM-Erfolg im Vorjahr als beste Europäerin ein wenig zu viel Druck auferlegt. „Ich bin heute Morgen aufgestanden und war aufgeregter als sonst“, räumte die Berlinerin ein: „Ärgerlich, dass der vierte Sprung nicht so kam, wie ich es geübt habe.“
Enttäuschter klang dagegen Wassen: „Ein Medaille wäre auf jeden Fall drin gewesen, wenn ich den dritten Sprung nicht so verhauen hätte. Aber mir fehlt einfach noch ein bisschen Training“, sagte die 25-Jährige. Im vergangenen Jahr hatte sie aufgrund einer Handgelenks-Operation ausgesetzt, die EM war nun ihr erster internationaler Einzelwettkampf seit über als zwei Jahren.
Die passenden Worte fand letztlich Chef-Bundestrainer Christoph Bohm am Ende dieses produktiven Montags: „Das war schon ein sehr geiler Tag. Wir haben viele Medaillen, das war als Ziel ausgegeben. So macht das Spaß.“