Die Staffel-Weltmeisterin möchte sich ab sofort auf ihre berufliche Karriere konzentrieren.
© Jo KleindlCeline Rieder gehörte über viele Jahre hinweg zu den Leistungsträgerinnen im DSV-Team. Nun nimmt sie Abschied vom Leistungssport
Die Konzentration lag schon in der vergangenen Saison viel stärker auf dem Master-Studium als Wirtschaftsingenieurin, den jüngsten Erfolgen zum Trotz. Staffel-Weltmeisterin war Celine Rieder im Jahr 2025 erstmals geworden, als EM-Vierte und WM-Fünfte (jeweils 5km) sowie Zweite des Weltcups vor Ibiza (ESP/10km) hatte sie auch im Einzel so stark abgeschnitten wie nie. Trotzdem entschied sich die 25-Jährige nun sogar zum Abschied aus dem Leistungssport.
„Es gibt ein Leben nach dem Sport. Und der beste Zeitpunkt, damit zu beginnen, ist für mich jetzt. Der Gedanke ist in mir über eine gewisse Zeit herangereift. Ich habe schon immer großen Wert auf meinen beruflichen Werdegang gelegt und stelle dort, wie im Sport auch, hohe Ansprüche an mich selbst. Zuletzt ließ sich mein Studium aber nicht mehr mit den vielen Trainingsstunden vereinbaren, da ich jetzt an einem Punkt bin, an dem ich praktische Berufserfahrungen sammeln möchte“, erklärte Rieder.
© Jo KleindlDer größte Karriereerfolg auf Sentosa Island in Singapur 2025: Celine Rieder wird Freiwasser-Weltmeisterin in der Staffel mit Oliver Klemet, Isabel Gose und Vierfach-Champion Florian Wellbrock
WM-Gold mit der Magdeburger Trainingsgruppe als ultimatives Highlight
Ihr Freund Oliver Klemet geht den Weg zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles (USA) damit allein, die vorolympische Saison beginnt für ihn am kommenden Freitag (06. November) in Cancún (MEX). Rieder drückt aus der Ferne die Daumen, ohne Wehmut oder Abschiedsschmerz. Olympia hatte sie 2021 schon als Beckenschwimmerin miterlebt, und alle anderen sportlichen Großevents eigentlich auch. EM-Silber 2024 über 1500m Freistil und viermal JEM-Silber waren im Becken ihre größten Erfolge. „Es bleiben mir viele Höhepunkte in Erinnerung, mit Olympia ging damals ein Lebenstraum in Erfüllung. Rückblickend war aber die WM 2025 in Singapur das Megahighlight mit dem WM-Gold, vor allem, weil wir diesen Erfolg als Trainingsgruppe gemeinsam feiern konnten“, so Rieder.
So richtig in Fahrt kam die sportliche Karriere einst am Sportinternat in Saarbrücken, vor den fünf Jahren am Bundesstützpunkt in Magdeburg gab es dann noch die erfolgreiche Zeit in Neckarsulm. Die Bundestrainer Hannes Vitense und Bernd Berkhahn förderten die Sportlerin dabei besonders. „Das Schwimmen hat mein Leben über viele Jahre geprägt, ich habe hier Freunde fürs Leben gefunden. Ich bin dankbar dafür, was ich durch den Sport erleben durfte, für die Menschen, die ich kennenlernen konnte, aber auch die vielen Reisen und meine eigene persönliche Entwicklung. Natürlich werde ich dem Sport auch im Herzen weiter verbunden bleiben“, so Rieder zum Abschied.
© Jo KleindlCeline Rieder 2019 mit Freundin Sarah Köhler (später Wellbrock) und Jeannette Spiwoks
Die Termine des Freiwasser-Weltcups 2027