Weltcupauftakt mit Michael Jackson und ganz viel Innovation

Philip Häfner
Philip Häfner
10:51

Die Synchronschwimmer*innen eröffnen das neue Weltcup-Jahr. Warum der Wettkampf in Medellín eine besondere Herausforderung darstellt – und die Deutschen sich trotzdem ganz bewusst für die Reise nach Kolumbien entschieden haben.

Medellín hat in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Wandel vollzogen. Lange Zeit war Kolumbiens zweitgrößte Stadt vor allem für seine Drogen- und Gewaltprobleme bekannt – mittlerweile gilt sie dank verschiedener Maßnahmen als Vorzeigestadt Lateinamerikas und Hort der Innovation. Und damit auch der passende Ort für den Auftakt des Weltcups im Synchronschwimmen vom 13. – 15. Februar. Schließlich wollen sich die Aktiven dort ebenfalls neu erfinden.

Zum Zeitplan und den Ergebnissen

Zu Beginn des Jahres werden in Medellín fast alle Nationen neue Küren präsentieren, mit denen sie den kommenden WM-Zyklus bis zu den Weltmeisterschaften 2027 in Budapest (HUN) angehen. „Das wird für alle Teams ein erster Realitätscheck, wo sie stehen, wie die Küren ankommen und woran sie in den kommenden Monaten noch arbeiten müssen, um die nächsten Schritte zu gehen”, ordnet Bundestrainerin Stephanie Marx den Saisonauftakt ein.

Das deutsche Duett im Synchronschwimmen mit Klara Bleyer und Amélie Blumenthal Haz bei der Schwimm-WM 2025 in Singapur© Jo Kleindl

Das DSV-Duett um Klara Bleyer (l.) und Amélie Blumenthal Haz präsentiert am Wochenende beim Weltcup im Synchronschwimmen ihre neuen Küren

Musikalische Vielfalt beim Weltcup im Synchronschwimmen – von Michael Jackson bis Bach

So auch für die drei deutschen Teilnehmerinnen Klara Bleyer, Amélie Blumenthal Haz (beide Freie Schwimmer Bochum) und Maria Denisov (SG Stadtwerke München), die in beiden Duettdisziplinen beziehungsweise im Fall von Bleyer auch in den Solowettbewerben an den Start gehen (Livestream bei Eurovisionsport). „Wir haben ein neues freies Duett, ein neues technisches Duett und ich auch ein neues technisches Solo“, sagt die 21-Jährige. Einzig ihr freies Solo ist gegenüber dem Vorjahr gleichgeblieben. Inhaltlich geht es bei den Duett-Küren um das Thema Steinzeit mit entsprechender Trommel-Untermalung (Technische Kür) sowie um das Thema Frieden mit Samples von Michael Jackson (Freie Kür). Das technische Solo bestreitet Bleyer zu einer Cellosuite von Johann Sebastian Bach. „Ich finde diese große Vielfalt gut, um so auch zu zeigen, dass ich breit aufgestellt bin“, sagt sie.

Schwierige Bedingungen unter freiem Himmel

Ganz bewusst hat die Delegation des Deutschen Schwimm-Verbands e.V. (DSV) auch diesen Weltcup außerhalb Europas ausgewählt. „Es geht darum, uns auch bei den Wertungsrichter*innen, die nicht aus Europa stammen, bekanntzumachen und in deren Köpfe reinzukommen“, sagt Klara Bleyer. Alles schon mit Blick auf die angestrebte Olympiaqualifikation für Los Angeles (USA) 2028.

Das wird für alle Teams ein erster Realitätscheck, wo sie stehen, wie die Küren ankommen und woran sie in den kommenden Monaten noch arbeiten müssen, um die nächsten Schritte zu gehen.

Für Duett-Partnerin Amélie Blumenthal Haz hat die Reise nach Südamerika zudem eine persönliche Note: Schließlich hat sie Wurzeln in Kolumbiens Nachbarland Ecuador und spricht fließend Spanisch. Allerdings bietet der Wettkampf in Medellín eine besondere Herausforderung. Denn er findet im Freien statt, was die Deutschen (wie wohl die meisten anderen Nationen) vorher nicht trainieren konnten. „Ohne Hallendecke und womöglich mit Sonnenschein fällt die Orientierung deutlich schwerer“, erklärt Bundestrainerin Stephanie Marx. Windböen könnten ebenfalls eine Rolle spielen und zum Beispiel auch die Musik davontragen.

Insgesamt finden in dieser Saison fünf Weltcup-Events statt, das Finale steigt im Juni in Toronto (CAN). Insgesamt geht es um ein Preisgeld von 570.000 US-Dollar. Davon werden 280.000 US-Dollar beim Finale vergeben und jeweils 72.500 bei den ersten vier Stationen.

Die Weltcup-Termine 2026 im Überblick:

13. – 15. Februar: Medellín (COL)
27. – 29. März: Paris (FRA)
01. – 03. Mai: Xi’an (CHN)
29. – 31. Mai: Pontevedra (ESP)
19. – 21. Juni: Super Final in Toronto (CAN)