Was sich der Wasserball-Weltcup beim Fußball abguckt

Philip Häfner
Philip Häfner
10:59

Das Turnier wird in diesem Jahr nach einem völlig neuen Modus ausgetragen. Alle Details erfährst du hier.

Beim Wasserball-Weltcup ist in diesem Jahr alles anders. Nicht nur, dass in der Division 1 mit den Top-Nationen nur noch acht statt wie bisher elf oder zwölf Teams vertreten sind. Mit der Folge, dass entsprechend einige sehr starke Mannschaften in die Division 2 rutschen, in der bei Frauen und Männern jeweils auch Deutschland vertreten ist. Dort kommt zudem ein komplett neuer Modus zum Einsatz. Dabei hat sich der Weltverband World Aquatics auch von der Champions League im Fußball inspirieren lassen.

Bei den Männern treten in Division 2 insgesamt 24 Nationen an, bei den Frauen sind es 16. Gemäß ihrer Platzierung in der Weltrangliste wurden sie im Vorfeld auf zwei Lostöpfe aufgeteilt. Es gibt allerdings keine Gruppen mehr, sondern eine gemeinsame Tabelle mit allen 24 beziehungsweise 16 Mannschaften – genau wie im Fußball-Europapokal. Jedes Team bestreitet zunächst drei Spiele gegen drei verschiedene Gegner. Am ersten und dritten Spieltag treffen jeweils höher- und niedriger gerankte Teams aufeinander. Am zweiten Spieltag kommt es jeweils zu Duellen ähnlich starker Mannschaften innerhalb der Lostöpfe.

Wasserballer Yannek Chiru aus Deutschland wirft den Ball im EM-Spiel 2024 gegen Malta© Istvan Derencsenyi

Das sind die deutschen Gegner beim Weltcup im Wasserball

Die Männer des Deutschen Schwimm-Verbands e.V. (DSV) spielen gegen Slowenien (EM-15. in 2026), Olympia- und WM-Teilnehmer Japan und Hongkong. Deutschlands Frauen erwischten starke Gegnerinnen. Sie treffen auf Kanada (Olympia-Achte von Paris), die Neutralen Athletinnen B alias Russland sowie Asien-Meister China. Die Russinnen dürfen erstmals wieder an einem internationalen Turnier im Wasserball teilnehmen und sind sicher deutlich stärker einzuschätzen als das aktuelle Ranking hergibt.

Für die Tabelle zählen Siege gegen stärkere Teams künftig mehr

Die besten 16 Teams der Tabelle bei den Männern sowie die besten acht bei den Frauen qualifizieren sich anschließend für die K.o.-Runde. Die Tabellenplatzierung ergibt sich nach einem komplexen System, dem so genannten Tournament Performance Index (TPI). Kurz gesagt: Hohe Siege bringen mehr Punkte als solche, die nur knapp ausfallen oder erst im Fünfmeterwerfen erzielt werden. Andersherum bekommt ein Team auch für eine knappe Niederlage noch mehr Punkte als bei einer deutlichen Pleite. Und: Siege gegen stärkere Mannschaften gemäß der Weltrangliste werden für den TPI höher bewertet als gegen schwächere oder gleichstarke. Entsprechend werden Niederlagen gegen schwächere Teams stärker bestraft. Auch das kommt beispielsweise Russland bei seiner Rückkehr in den Kreis der Weltcupteilnehmer*innen zugute.

Zur genauen Berechnung des Tournament Performance Index

Die Turniere der Division 2 finden für die Männer vom 07. – 13. April und für die Frauen vom 21. – 26. April jeweils auf Malta statt. Die Top-Division der Männer ist vom 06. – 12. April in Alexandroupoli (GRE) angesetzt, die der Frauen dann erst vom 01. – 06. Mai in Rotterdam (NED). Diese beiden Turniere werden übrigens weiterhin nach einem klassischen Modus mit zwei Gruppenphasen und ohne Berücksichtigung des Tournament Performance Index ausgetragen. Am Ende qualifizieren sich bei beiden Geschlechtern jeweils die besten fünf Nationen aus Division 1 und die beiden besten Teams aus Division 2 (plus Gastgeber Australien) für das gemeinsame Super Final in Sydney (AUS/22. – 26. Juli). Dort werden bereits drei WM-Tickets für die Weltmeisterschaften 2027 in Budapest (HUN) vergeben. Der Sieger der Division 2 ist zudem für die kommende Auflage des Weltcups für die Top-Gruppe gesetzt.