Die gesteigerte Wertschätzung des Sports wird in den jüngsten Entscheidungen sichtbar. Ohne Medaille gibt es künftig aber weniger Prämie.
Im neuen Sportjahr 2026 erhalten die internationalen Erfolge von Deutschlands Top-Athlet*innen eine größere Wertschätzung. So hat die Stiftung Deutsche Sporthilfe eine Erhöhung der Medaillenprämien bei den Olympischen und Paralympischen Spielen beschlossen. Für Gold gibt es fortan 30.000 Euro (bisher 20.000 Euro), für Silber 20.000 Euro (bisher 15.000) und für Bronze wie gehabt 10.000 Euro. Die neuen Sätze gelten bereits bei den Winterspielen im nächsten Monat.
Leistung muss belohnt werden – insbesondere dann, wenn unsere Spitzensportlerinnen und -sportler Deutschland international vertreten.
Zudem sind die Prämien künftig steuerfrei. Der Bundesrat hatte kurz vor Weihnachten dem Steueränderungsgesetz zugestimmt, das der Bundestag am 04. Dezember 2025 beschlossen hatte. Schwimmlegende Franziska van Almsick, stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Sporthilfe, sieht die Entscheidung als wichtiges Signal: „Die Steuerbefreiung der Sporthilfe-Medaillenprämien ist vonseiten der Politik ein starkes Zeichen der Wertschätzung für die Leistungen der Athletinnen und Athleten. Leistung muss belohnt werden – insbesondere dann, wenn unsere Spitzensportlerinnen und -sportler Deutschland international vertreten.“
© picture alliance für SporthilfeNeue Prämien ab 2026: Schwimmlegende Franziska Van Almsick (r.) bei der Vorstellung des Leistungsberichts der Sporthilfe zusammen mit Sport-Staatsministerin Dr. Christiane Schenderlein
Prämien für die Plätze vier bis acht gibt es von der Sporthilfe nicht mehr
„Das ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, der Sport hat eine größere Wertschätzung auf jeden Fall verdient. Er steht schließlich als Vorbild für so viele positive Dinge, die unserer Gesellschaft gut tun und aktuell wohl etwas zu kurz kommen. Ich denke da an das Thema Leistungsbereitschaft, oder auch ein friedliches Miteinander verschiedener Nationen“, sagte Lukas Märtens, in Paris (FRA) 2024 Schwimm-Olympiasieger.
Auch Kanu-Olympiasieger Max Rendschmidt, der in Paris seine insgesamt vierte olympische Goldmedaille gewonnen und im Nachgang öffentlich aufgezeigt hatte, dass bei ihm von der Sporthilfe-Prämie 61 Prozent von der Steuer abgezogen wurde, freute sich über die positive Nachricht. „Es ist großartig, dass die Sporthilfe unsere Anregungen von Paris aufgegriffen und sich bei der Politik dafür stark gemacht hat. Dies gibt mir einen weiteren Motivationsschub auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028. Denn auch wenn wir unseren Sport nicht wegen des Geldes machen, ist eine Prämie eine schöne Belohnung, um sich auch mal etwas gönnen zu können. Da ist es schön zu wissen, dass am Ende nicht wieder ein Großteil für die Steuer draufgeht.“
Für Aktive wie etwa Angelina Köhler oder Melvin Imoudu, die in Paris jeweils Olympiavierte wurden, gibt es allerdings eine Änderung: Aufgrund der Erhöhung der Medaillenprämien zahlt die Sporthilfe künftig keinen Bonus mehr für die Plätze vier (bislang 4.000 Euro) bis Rang acht (bislang 1.500). Die dort platzierten Athlet*innen werden in der Folge aber über das Top-Team der Sporthilfe unterstützt und profitieren somit von weiteren umfassenden Sporthilfe-Förderbausteinen, teilte die Stiftung mit. Für die Erfolge bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 betrug die Prämienhöhe insgesamt über 1,6 Millionen Euro.
