So geht es jetzt in den Play-offs der Wasserball-Bundesliga weiter

Philip Häfner
Philip Häfner
12:15

Titelverteidiger Hannover mit makelloser Hauptrunde, bitteres Novum für Rekordmeister Spandau. Im Europapokal der Frauen feiert der SSV Esslingen einen historischen Erfolg, auf den der deutsche Wasserball 33 Jahre gewartet hat.

Szene aus dem Spiel der Wasserball-Bundesliga zwischen dem SV Cannstatt und dem ASC Duisburg in der Saison 2025/26© Carsten Trebuth

In den Play-offs der Wasserball-Bundesliga spielt im Viertelfinale unter anderem der ASC Duisburg (schwarz-gelbe Kappen) gegen den SV Cannstatt

Waspo 98 Hannover bleibt in der Wasserball-Bundesliga der Männer das Maß aller Dinge. Der Deutsche Meister hat die Hauptrunde zum zweiten Mal hintereinander als Erster abgeschlossen, ohne dabei einen einzigen Punkt abzugeben. Auch Rekordchampion Wasserfreunde Spandau 04 konnte den Spitzenreiter nicht stoppen – das Prestigeduell zum Abschluss der Punkterunde ging mit 11:7 an die Niedersachsen.

Besonders bitter für die Berliner: Weil gleichzeitig der ASC Duisburg das Derby gegen den Duisburger SV 1898 mit 30:11 dominierte, schob sich der ASCD in der Tabelle noch an Spandau vorbei auf Rang zwei. Am Wochenende zuvor hatte der ASC Duisburg auch schon das direkte Duell mit den Wasserfreunden gewonnen. Platz drei nach der Hauptrunde bedeutet für die Spandauer ein Novum, denn seit Einführung der einteiligen Bundesliga 1977 hatten sie diese bislang immer als Erster oder Zweiter abgeschlossen. Das verspricht spannende Play-offs mit ganz neuen Konstellationen. Im Viertelfinale im Modus “Best of Three” kommt es ab 18. April zu folgenden Begegnungen:

Waspo 98 Hannover – SG Neukölln Berlin

ASC Duisburg – SV Cannstatt

Wasserfreunde Spandau 04 – Duisburger SV 98

OSC Potsdam – White Sharks Hannover

Ergebnisse Männer

Wasserball-Bundesliga
OSC PotsdamSV Cannstatt14:8 (3:2, 3:1, 4:3, 4:2)
Waspo 98 HannoverWasserfreunde Spandau 0411:7 (3:2, 2:2, 4:1, 2:2)
Duisburger SV 1898ASC Duisburg11:30 (1:8, 3:7, 4:6, 3:9)
SG Neukölln BerlinWhite Sharks Hannover8:14 (2:4, 3:5, 3:4, 0:1)
2. Wasserball-Bundesliga
SpVg Laatzen 1894SV Würzburg 0513:14 (1:6, 4:2, 4:3, 4:3)
Düsseldorfer SC 1898SC Neustadt/Weinstraße16:12 (5:3, 4:3, 3:3, 4:3)
Uerdinger SV 08SSV Esslingen23:22 n. Fm. (4:5, 4:4, 2:5, 8:4, 5:4)
SVV PlauenSV Krefeld 7211:15 3:3, 4:5, 3:4, 1:3)

Tabellen Männer

SpielePunkteToreTordifferenz
Wasserball-Bundesliga*
1.Waspo 98 Hannover1442357:92+265
2.ASC Duisburg1433267:165+102
3.Wasserfreunde Spandau 041432292:140+152
4.OSC Potsdam1418159:228-69
5.White Sharks Hannover1416160:224-64
6.Duisburger SV 18981415171:250-79
7.SV Cannstatt149138:284-146
8.SG Neukölln Berlin143145:306-161
2. Wasserball-Bundesliga*
1.Düsseldorfer SC 18981434199:165+34
2.SV Krefeld 19721433231:164+67
3.SC Neustadt/Weinstraße1428206:186+20
4.Uerdinger SV 081426201:184+17
5.SSV Esslingen1422217:220-3
6.SVV Plauen1416212:214-2
7.SV Würzburg 05149177:227-50
8.SpVg Laatzen 1894140161:244-83
*) Für einen Sieg nach regulärer Spielzeit gibt es drei, für einen Sieg nach Fünfmeterwerfen zwei Punkte. Der Verlierer des Fünfmeterwerfens erhält noch einen Punkt. Unentschieden gibt es seit der Saison 2024/25 nicht mehr.

Das sind die Play-off-Duelle in der 2. Wasserball-Bundesliga

Auch in der 2. Wasserball-Bundesliga stehen die Play-off-Paarungen fest. Der Düsseldorfer SC 1898 verteidigte am letzten Spieltag der Hauptrunde Platz eins mit einem 16:12 gegen den SC Neustadt/Weinstraße – einen Punkt vor der SV Krefeld 72, die zum Abschluss mit 15:11 beim SVV Plauen erfolgreich war. In der K.o.-Runde kommt es damit zu folgenden Duellen:

Düsseldorfer SC 1898 – SpVg Laatzen 1894

SV Krefeld 72 – SV Würzburg 05

SC Neustadt/Weinstraße – SVV Plauen

Uerdinger SV 08 – SSV Esslingen

Europapokal der Frauen: Esslingen gewinnt erste deutsche Medaille seit 1993

Ein historisches Wochenende erlebten die Frauen des SSV Esslingen. Erstmals hatten sich die Esslingerinnen für das Finalturnier im Challenger Cup qualifiziert, dem vierthöchsten Europapokalwettbewerb. Beim Final Four in Cottonera (MLT) unterlagen sie zwar im Halbfinale auf dramatische Weise gegen VK Jadran Split (SRB) mit 20:21 nach Fünfmeterwerfen. Im Spiel um Platz drei zeigten sich die SSVE-Frauen aber gut erholt und sicherten sich durch das 13:10 gegen Clube Fluvial Portuense (POR) die Bronzemedaille.

Es war die erste Medaille für eine deutsche Mannschaft im Wasserball in einem Europapokalwettbewerb seit 1993. Damals holten die Männer vom Hohenlimburger SV Silber im Europapokal der Pokalsieger.

Die Spandauer Frauen verloren zum Abschluss der Champions-League-Gruppenphase mit 12:22 beim ungarischen Top-Klub FTC Telekom Budapest (HUN). Die Berlinerinnen hatten in dieser Saison zum ersten Mal den Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse erreicht und dort in den vergangenen Monaten viel dazugelernt.