Der Weltverband World Aquatics hat mal wieder seine Sportregeln aktualisiert. Eine der markantesten Änderungen betrifft die 400m Freistil.
© pa/Laci PerenyiLukas Märtens und Sven Schwarz (r.) bei den Weltmeisterschaften in Singapur
Das Regelwerk der verschiedenen Wassersportarten wird in regelmäßigen Abständen vom Weltverband World Aquatics überprüft. Und es gegebenenfalls an aktuelle Entwicklungen oder Notwendigkeiten angepasst. Nicht immer geht es dabei um einschneidende Entwicklungen wie die Einführung des Videobeweises, in der jüngsten Aktualisierung betrifft eine der sportfachlichen Änderungen die 400m Freistil. Auf der Weltrekordstrecke von Olympiasieger und Weltrekordler Lukas Märtens werden künftig nun auch Bahnenzähler gezeigt und die letzten beiden Bahnen angepfiffen. Genau wie über 800m und 1500m Freistil also.
Die 2026 geänderten Wettkampfregeln von World Aquatics
„Damit hätte ich jetzt nicht unbedingt gerechnet“, sagte Märtens dazu. Der Magdeburger erinnert sich aber noch an sein erstes DJM-Rennen in Berlin. Bei dem hatte er als aufgeregter Debütant damals einfach mal zu früh angeschlagen. Und wurde vom Kampfrichter dann zum Weiterschwimmen aufgefordert. „Inzwischen bin ich diese Strecke aber so oft geschwommen, dass ich diese Hilfe nicht bräuchte. Mittlerweile kann ich wahrscheinlich ziemlich genau sogar die Zeit ansagen, die ich da gerade geschwommen bin. Ob eine 3:40, eine 3:45 oder 3:50 – das spüre ich inzwischen.“ Zur Erinnerung: Den Weltrekord drückte Märtens im Vorjahr in Stockholm auf 3:39,96 Minuten.
Auch die Olympiasieger Lukas Märtens und David Popovici haben sich schon mal verzählt
Der zweifache WM-Zweite Sven Schwarz kann sich noch gut an die Kurzbahn-EM 2021 in Kasan (RUS) erinnern, wo der heutige Olympaisieger David Popovici (ROU) beim Duell mit David Betlehem (HUN) versehentlich schon nach 350 Metern erstmals anschlug. „Langstreckenschwimmen ist immer auch eine Herausforderung für den Kopf. Wenn man in den Flow kommt, verliert man halt auch mal den Blick für solche Details“, so Schwarz. „Wenn der Bahnenzähler ins Wasser gehalten wird, kann ich ihn gut sehen vor der Wende. Und dann checke ich natürlich auch schon mal, ob ich mich nicht verzählt habe. Trotzdem überrascht mich, dass die Regel nun auf die 400 mehr ausgedehnt wird. Aber vielleicht hat man dabei ja nicht nur an den Profibereich gedacht.“
© Mike Lewis/World AquaticsAuch beim Kurzbahn-Weltcup in Westmont (USA) wurden zuletzt noch Bahnenzähler alter Bauart eingesetzt
Schaden können Bahnenzähler wohl nie, mitunter bedeuten sie aber zusätzlichen Aufwand für die Organisation. Nur auf internationalem Level werden sie seit der WM 2015 nicht mehr auf der Wendeseite als Tafeln Richtung Aktiven gehalten, sondern digital auf dem Beckenboden angezeigt. Demnächst wird die neue Regel auch bald im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) angewendet. Nach Bearbeitung durch die zuständigen Länderfachkonferenzen wird das nationale Regelwerk meist schon nach kurzer Zeit angepasst. Offiziell läuft die Frist dafür bis Jahresende.
Neu ist übrigens ist auch, dass man im Schmetterling und Freistil auf den letzten fünf Metern komplett unter Wasser bleiben und auch anschlagen darf. Eine nachvollziehbare sprachliche Anpassung, hier gilt damit nämlich nun die gleiche Sprachregelung, wie zuletzt bereits fürs Rückenschwimmen installiert. Zudem wurde das Wettkampfprogramm von Olympia und Weltmeisterschaften angeglichen, was bei letzteren zum Entfall der Mixedstaffel über 4x100m Freistil führt. Bei der Junioren-WM wird diese Disziplin jedoch weiterhin ausgetragen. Zudem werden beim Weltcup künftig auch 30 Quadratzentimeter große Sponsorenlogos auf der Wettkampfkleidung beim Schwimmen und Freiwasserschwimmen erlaubt.