Nur acht Hundertstel trennten den Europameister vom Olympiasieg – nun setzt Melvin Imoudu auch in der neuen Saison Ausrufezeichen. Wie der Brustschwimmer mit seinen Vereinskollegen den deutschen Rekord knackte, was sein Trainer verrät und warum der DM-Kracher gegen Lucas Matzerath schon jetzt Spannung verspricht, liest du in diesem Beitrag.

Stolze Rekordschwimmer: Melvin Imoudu mit Christopher Weidner, Malte Gräfe und Kenneth Bock (v.r.)
Nur ein Wimpernschlag von acht Hundertstelsekunden fehlte 2024 zum Olympiasieg über 100m Brust. Nach dem überraschenden Triumph bei den Europameisterschaften in Belgrad (SRB) hätte Melvin Imoudu als Finalvierter beinahe auch in Paris (FRA) alle überrascht. Natürlich schaut die Schwimmwelt nun ganz genau hin, was der 26-Jährige vom Potsdamer SV in diesem Jahr nun noch alles folgen lässt. Zum Beispiel bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin (01. – 04. Mai), den ersten großen Titelkämpfen im neuen Wettkampfjahr. Vier Wochen vor dem nationalen Saisonhöhepunkt setzte der Polizist am Samstag schon mal ein Ausrufezeichen: Melvin Imoudu führt Potsdams Staffel zum deutschen Rekord!
Für die Mittagspause beim „Pokalmeeting zum Alten Fritz“ war der Rekordversuch vorab ordnungsgemäß beim Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) angemeldet worden. Imoudu schwamm dann mit seinen Vereinskollegen Jan Malte Gräfe, Christopher Weidner und Kenneth Bock die 4x100m Brust in 4:07,63 Minuten. Das Quartett von Trainer Jörg Hoffmann blieb damit in der Schwimmhalle „Blu“ am Brauhausberg gleich mehrere Sekunden unter der bisherigen Bestmarke.
Trainer freut sich über Adrenalinschub
Der Coach war denn auch zufrieden: „Bei so einem Rekordprojekt wird noch etwas mehr Adrenalin produziert als bei einem normalen Testwettkampf, deswegen war das sicher hilfreich für die Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften in Berlin. Und Staffelwechsel sollen ja auch immer wieder mal geübt werden. So haben wir hier gleich zwei Fliegen mit einer Klappe erwischt.“
Als Startschwimmer war Imoudu 1:00,82 Minuten geschwommen, rund zwei Sekunden über seiner Bestzeit also. „Ich bin etwas zu locker angegangen, aber für diesen Zeitpunkt ist das trotzdem absolut okay. In Berlin werde ich deutlich schneller und vor allem konkurrenzfähig sein“, sagte der angehende Polizist. Das Duell mit Lucas Matzerath (SG Frankfurt), der zuletzt mit Australiens Topstars trainierte, wird sicherlich einer der DM-Höhepunkte.
Melvin Imoudu schwärmt von seiner Trainingsgruppe
Imoudu blieb im Team der Schnellste vor Gräfe (1:01,72), Bock (1:02,48) und Weidner (1:02,65). „Es ist schon cool, so eine Trainingsgruppe zu haben, mit der man so etwas auf die Beine stellen kann“, betonte Imoudu im Nachgang. Und ein Talent wie Emilian Hollank steht nach seinem Umzug an den Bundesstützpunkt für die Zukunft ja auch schon bereit.