In Berlin unterbieten auch Vincent Passek, Ole Braunschweig, Oliver Klemet, Sven Schwarz und Melvin Imoudu schon vor der DM die Paris-Vorgabe. Deutscher Jahrgangsrekord durch Nils Nolte.
© RW&Maya Tobehn freut sich über ihre EM-Norm über 200m Freistil
Mit den Deutschen Meisterschaften in Berlin (23. – 26. April) steht in der kommenden Woche der nationale Saisonhöhepunkt im Schwimmsport an. Dass die Form dafür stimmt, konnten viele der gemeldeten Aktive aber schon an diesem Freitag zeigen. Maya Tobehn (Dresdner SC), Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) Oliver Klemet (SG Frankfurt), Melvin Imoudu (Potsdamer SV), Vincent Passek (Berliner TSC) und Ole Braunschweig (SG Neukölln Berlin) unterboten sogar schon mal die Normzeiten für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August). Und für die Jugend-Europameisterschaften in München (07. – 12. Juli) empfahlen sich auch die ersten Schwimmer*innen.
Berlin Swim Open: Alle Ergebnisse
Bei den Berlin Swim Open zauberte Maya Tobehn (Dresdner SC) sich selbst ein großes Lachen ins Gesicht. Ein paar Tage vor ihrem 24. Geburtstag kraulte sie über 1:58,69 Minuten nicht nur der Deutschen Meisterin Nina Holt (SC Magdeburg/2:00,02 und damit unter U23-Norm) davon, sondern blieb damit deutlich auch unter der EM-Vorgabe des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). Bleibt Tobehn zum Ende der Qualifikationsphase nächste Woche unter den deutschen Top vier, könnte sie ihre ersten internationalen Titelkämpfe im Elitebereich erleben.
Trotz Armbruch: Bereits acht EM-Normen für Oliver Klemet
„Das ist Wahnsinn. Paris hatte ich gar nicht auf der Rechnung“, jubelte Tobehn. Schon als Teenager galt sie als ein sehr großes Talent, doch während der Coronapandemie fiel sie in ein mentales Loch und verpasste die mögliche Olympiateilnahme 2021. Burnout und Sinnkrise waren die Folge, führten zu starken Gewichtsproblemen. Nach einer langen Pause vom Schwimmen und dem Umzug nach Dresden fing Tobehn vor zwei Jahren dann aber noch einmal neu an. „Ich will mir niemals vorwerfen müssen, es nicht noch mal probiert zu haben“, begründete sie ihrem Trainer Martin Dautz damals. Nun verbesserte sie schon mal ihre sieben Jahre alte Bestzeit.
Schnell wie nie war auch Oliver Klemet (SG Frankfurt) unterwegs. Der 24-Jährige siegte in der deutschen Hauptstadt über 200m Freistil in 1:46,79 Sekunden. Nachdem sich der Olympiazweite bereits vier EM-Starts im Freiwasserschwimmen sicherte und letzte Woche in Stockholm schon die EM-Normen auf den drei langen Freistilstrecken unterbot, blieb er auch hier unter der Paris-Vorgabe fürs Einzelrennen (1:47,20). Theoretisch wären damit acht EM-Rennen möglich.
© RW&Oliver Klemet (l.) und Nils Nolte glänzen mit einem starken Rennen über 200m Freistil
Jahrgangsrekord durch den Berliner Nils Nolte
„Was ich bei der EM dann alles schwimmen werde, muss man erst sehen müssen. Ich bin auf jeden Fall sehr froh über die persönliche Bestzeit“, meinte Klemet. Diese Saison hatte nach einem Armbruch bei einem Fahrradunfall sehr schwierig für ihn begonnen, wochenlang hatte er mit Gipsarm nur Beine trainieren können. Stehvermögen und Geschwindigkeit haben das offenbar aber gutgetan, wie man jetzt sehen konnte.
In Klemets Sog kraulte Nils Nolte (Berliner TSC) als Zweiter 1:48,03 Minuten. Damit blieb das Talent aus dem Jahrgang 2009 wie der Drittplatzierte Rudolf Bordas (SC Magdeburg/1:50,31) nicht nur deutlich unter der JEM-Norm, sondern verbesserte auch den zehn Jahre alten Jahrgangsrekord von Johannes Hintze um rund 1,5 Sekunden.
EM-Normen für Imoudu, Passek und Braunschweig
Melvin Imoudu war vor zwei Jahren schon Europameister und Olympiavierter, im kommenden Sommer will der 27-Jährige vom Potsdamer SV wieder im Kampf um Edelmetall mitmischen. Im Berliner Vorlauf blieb er in 59,64 Sekunden sechs Hundertstel unter der DSV-Norm, im Endlauf blieb er wieder in 59,87 ein weiteres Mal unter der Minuten-Grenze. Stark auch der Berliner Louis Hoffmann (SG Neukölln Berlin), der die JEM-Norm in 1:00,74 weit unterbot. Ebenso Lius Pepe Baumeister (SSG Leipzig/1:02,90).
“Barmenia Gothaer & friends Pokal“ in Magdeburg: Alle Ergebnisse
Auch Vincent Passek (Berliner TSC) und Ole Braunschweig (SG Neukölln) haben das Thema EM-Norm schon abgehakt. In 24,63 beziehungsweise 24,70 blieben beide klar unter der DSV-Norm und könnten ohne Druck die Deutschen Meisterschaften angehen. Braunschweigs deutscher Rekord (24,57) könnte dabei fallen.
Schwarz nur wenig langsamer als Liebmann in Stockholm
Als WM-Zweiter ist Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) sogar gesetzt für die Europameisterschaften. Über 1500m Freistil blieb der 24-Jährige in 14:40,93 Minuten trotzdem nur knapp über der Weltjahresbestzeit, aufgestellt von Johannes Liebmann (SC Magdeburg/14:39,67) vorige Woche in Stockholm (SWE). Nächste Woche Sonntag treten beide bei der Schwimm-DM dann zum direkten Duell gegeneinander an. Leonie Märtens (SC Magdeburg) blieb auf der längsten Strecke in 16:23,57 Minuten unter der U23-Norm, empfiehlt sich damit auch für die Freiwasserstaffel.
Rotterdam Qualification Meet: Alle Ergebnisse
Über 200m Schmetterling blieb Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz) in 2:12,43 Minuten unter JEM-Norm, aber auch die Norm für Paris scheint für sie nächste Woche noch erreichbar. Für München empfahlen sich auch Mira Helget (AMTV-WTB Hamburg) mit dem Sieg über 400m Lagen in 4:49,18 Minuten oder Juliana Buttler (SC Magdeburg) über 200m Freistil (2:00,77) Die erste JEM-Norm hatte übrigens Lara Vandenhirtz (SG Essen/Jahrgang 2010) geknackt, in Rotterdam hatte sie den Vorlauf über 50m Schmetterling in 27,18 Sekunden bestritten.
© Tino HenschelSchmetterlingshoffnung Yara Fay Riefstahl
Erfüllte EM-Normen 2026
| 25,15 | 25,00 | 50m Freistil | 22,10 | 22,25 | ||
| 55,00 | 54,60 | 100m Freistil | 48,90 | 49,20 | Josha Salchow 48,49 Timo Sorgius 49,08 (U23) |
|
| Maya Tobehn 1:58,69 Linda Roth 1:59,02 Nina Holt 2:00,02 (U23) | 2:00,10 | 1:59,60 | 200m Freistil | 1:47,20 | 1:48,00 | Oliver Klemet 1:46,79 Timo Sorgius 1:47,07 |
| Isabel Gose 4:04,51 Maya Werner 4:07,13 | 4:12,80 | 4:08,40 | 400m Freistil | 3:46,60 | 3:48,60 | Lukas Märtens (gesetzt) Oliver Klemet 3:43,14 Johannes LIebmann 3:44,59 |
| Isabel Gose 8:24,69 Maya Werner 8:31,08 | 8:36,50 | 8:32,20 | 800m Freistil | 7:48,90 | 7:52,50 | Sven Schwarz (gesetzt) Lukas Märtens (gesetzt) Johannes Liebmann 7:37,94 (ER) Oliver Klemet 7:45,66 |
| Isabel Gose 15:55,04 Maya Werner 16:16,30 Leonie Märtens 16:23,57 (U23) | 16:28,70 | 16:17,30 | 1500m Freistil | 15:04,70 | 15:14,10 | Sven Schwarz (gesetzt) Johannes Liebmann 14:39,67 Oliver Klemet 14:41,71 |
| 26,45 | 26,25 | 50m Schmetterling | 23,45 | 23,60 | Luca Nik Armbruster 23,29 Ole Mats Eidam 23,41 |
|
| Angelina Köhler (gesetzt) | 59,10 | 58,60 | 100m Schmetterling | 52,00 | 52,30 | |
| 2:12,00 | 2:11,00 | 200m Schmetterling | 1:57,00 | 1:57,90 | ||
| 28,45 | 28,25 | 50m Rücken | 25,15 | 25,35 | Vincent Passek 24,63 Ole Braunschweig 24,70 |
|
| 1:00,80 | 1:00,40 | 100m Rücken | 54,40 | 54,80 | ||
| Lise Seidel 2:12,29 (U23) | 2:12,80 | 2:11,80 | 200m Rücken | 1:58,10 | 1:59,00 | Likas Märtens 1:55,85 (DR) |
| 31,20 | 31,00 | 50m Brust | 27,35 | 27,55 | ||
| Anna Elendt (gesetzt) | 1:07,30 | 1:06,80 | 100m Brust | 59,70 | 1:00,20 | Melvin Imoudu 59,64 |
| Lena Ludwig 2:26,58 (U23) | 2:27,20 | 2:26,10 | 200m Brust | 2:10,90 | 2:11,90 | |
| 2:13,80 | 2:12,80 | 200m Lagen | 2:00,60 | 2:01,50 | Timo Sorgius 2:00,66 (U23) | |
| 4:44,60 | 4:43,50 | 400m Lagen | 4:15,60 | 4:17,50 | ||
| 3:39,80 | 4x100m Freistil | 3:15,40 | ||||
| 7:57,50 | 4x200m Freistil | 7:10,00 | ||||
| 4:01,40 | 4x100 m Lagen | 3:35,40 | ||||
| 4x100m Lagen Mixed | 3:46,70 | |||||
| 4x100m Freistil Mixed | 3:28,50 | |||||
| 4x200m Freistil Mixed | 7:31,00 | |||||
| Pro Strecke können bis zu vier Startplätze vergeben werden | Stand 17. April |
Bergen Swim Festival: Alle Ergebnisse
