Finals 2026: Lukas Märtens lüftet das Geheimnis hinter seinem Titelgewinn

Raik Hannemann
Raik Hannemann
23:29

Der Schwimmstar verkündet nach dem Triumph bei den Deutschen Lagenmeisterschaften im Freistil, dass er in Hannover schon mal für einen unerwarteten EM-Start geübt hat.

Anna Elendt war in Hannover eine Klasse für sich beim Brutschwimmen© Jo Kleindl

Anna Elendt war in Hannover eine Klasse für sich beim Brutschwimmen

Bei der Premiere der Deutschen Lagenmeisterschaften im Rahmen der Finals in Hannover wurden am Freitag die Besten des Landes in jeder der vier Schwimmarten gekürt. Im Stadionbad bekam das Publikum dabei viele Weltklasseleistungen geboten. Neben den erwarteten Triumphen von Topstars wie Weltmeisterin Anna Elendt (SG Frankfurt/Brust) und Olympiasieger Lukas Märtens (SC Magdeburg/Freistil) produzierte das neue Wettkampformat aber auch einige Überraschungssiege wie jene von Nicole Maier (SC Wiesbaden/Freistil) und Tobias Scholz (Potsdamer SV/Schmetterling).

Finals 2026: Zeitplan und alle Ergebnisse

Möglichst viele Punkte sammeln in den beiden Rennen über 100m und 200m lautete das Ziel bei diesen Titelkämpfen. Und Anna Elendt tat das besonders eindrucksvoll. Dem starken 100m-Rennen am Donnerstag ließ die 24-jährige Brustschwimmerin tags darauf eine weitere Topzeit über 200m (2:25,39 Minuten) folgen. „Ich habe heute zwischendrin einige Stunden gearbeitet und auch noch einige Kilometer trainiert, dafür kann sich die Zeit wirklich sehen lassen“, meinte Elendt, die bei den Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) in dieser Form natürlich wieder zu den Medaillenhoffnungen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) zählt.

Geplatzte Badehose sorgt für Startverzögerung 

Erheblich knapper ging es beim Brustschwimmen der Männer zu. Hier wurde es für 100m-Europameister Melvin Imoudu (Potsdamer SV) im 200m-Rennen noch einmal richtig eng, da der Sprintspezialist über 200m in 2:15,73 Minuten nur Dritter hinter seinem Vereinskollegen Kenneth Bock (2:13,42) und Matthis Schönung (SG EWR-Rheinhessen Mainz/2:13,81) wurde. „Ich hätte nicht gedacht, dass es noch einmal so knapp werden würde“, meinte Bock. Nur wenige Punkte trennten am Ende die drei Rivalen, die sich auch davon nicht aus der Ruhe bringen ließen, dass es wegen der geplatzten Badehose eines Konkurrenten zu einer mehrminütigen Startverzögerung kam.

Kenneth Bock lieferte seinem Potsdamer Vereinskollegen Melvin Imoudu (r.) einen harten Kampf um den Titel© Jo Kleindl

Kenneth Bock lieferte seinem Potsdamer Vereinskollegen Melvin Imoudu (r.) einen harten Kampf um den Titel

Noch geringer war der Abstand unter Deutschlands besten Freistilschwimmerinnen. Hier katapultierte sich Nicole Maier mit ihrem 100m-Sieg in 54,75 Sekunden noch an allen Konkurrentinnen vorbei, der Punktevorsprung zur Zweitplatzierten Maya Tobehn (Dresdener SC) betrug damit am Ende umgerechnet lediglich vier Hundertstelsekunden. „Ich bin schon ein bisschen überrascht, wir sind alle auf hohem Niveau so nah beieinander“, meinte Maier. Sie freute sich aber auch über die tolle Stimmung im Publikum: „Das war schon sehr laut. Dass so viele Leute kommen, freut mich sehr. Da macht es noch mehr Spaß.“

Kaii Liam Winkler schnell, Lukas Märtens aber nicht einzuholen

Bei den Männern musste Lukas Märtens zwar drei Sprintern angeführt von Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin/48,40 Sekunden) den Vortritt lassen im 100m-Rennen, seine Zeit von 49,74 sicherte ihm jedoch den Titelgewinn. „Ich bin froh, dass ich das Format für mich gewinnen konnte. Das hat Spaß gemacht“, betonte der Weltrekordler über 400m Freistil. Und verriet in einer Medienrunde am Abend dann auch gleich noch, warum er sich für die kurze Freistil-Wertung in Hannover entschieden hatte. Denn bei der EM in Paris will er diesmal die 200m Freistil ernsthaft angehen, dafür diesmal trotz WM-Bronze 2025 auf die 800m Freistil verzichten. „Ich würde am liebsten alles schwimmen, aber dieses Jahr wird es ein bisschen entspannter für mich. Wir sind über die 800 Meter so stark aufgestellt, wir würden uns da nur gegenseitig die Körner rauben. Ich will nicht sagen, dass ich den anderen damit Leid erspare. Aber wir sind halt über 800 und 1500 Meter super aufgestellt, auf den 200 Metern aber noch nicht.“ Sein Trainingskollege Johannes Liebmann hatte die Schwimmwelt in diesem Frühjahr bekanntlich mit einem 800m-Europarekord überrascht.

Die Top Drei im deutschen Freistilschwimmen: Josha Salchow, Lukas Märtens und Timo Sorgius (v.l)© Jo Kleindl

Die Top Drei im deutschen Freistilschwimmen: Josha Salchow, Lukas Märtens und Timo Sorgius (v.l)

Schon das zweite Meisterschaftsgold für Lise Seidel

Im Schmetterling sicherte sich Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz) mit einem starken 200m-Rennen (2:12,90 Minuten) die Goldmedaille. „Nachdem bei der JEM in München nicht alles so lief wie gewünscht, gibt mir dieser Auftritt nun noch einmal richtig Selbstvertrauen für die EM“, sagte sie. Ähnlich formulierte es ihre Vereinskollegin Lise Seidel nach ihren starken 100m Rücken (1:00,86 Minuten), die ihr schon den zweiten Titelgewinn bescherten.

Und während es beim Rückenschwimmen der Männer dank einer 100m-Zeit von 54,55 Sekunden den erwarteten Favoritensieg von Cornelius Jahn (TSV Ahrensburg) gab, endete der Schmetterlings-Wettbewerb mit einer großen Überraschung. Denn hier siegte Tobias Scholz (Potsdamer SV), da EM-Starter Björn Kammann (AMTV-FTV Hamburg) beim erwarteten 200m-Sieg (2:03,07) ganz offensichtlich immer noch Körner fehlten nach seinem Triumph beim neuen Sprintrennen im Eliminationsformat am Donnerstag.

Yara Fay Riefstahl tankte bei den Finals neues Selbstbewusstsein für die EM-Aufgaben© Jo Kleindl

Yara Fay Riefstahl tankte bei den Finals neues Selbstbewusstsein für die EM-Aufgaben

 

Alle Medaillengewinner*innen der Deutschen Lagenmeisterschaften

Freistil Frauen

  1. Nicole Maier (SC Wiesbaden) 1.677
  2. Maya Tobehn (Dresdner SC) 1.675
  3. Linda Roth (SC Magdeburg) 1.671

 

Freistil Männer

  1. Lukas Märtens (SC Magdeburg) 1.675
  2. Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg) 1.620
  3. Timo Sorgius (SC Wiesbaden) 1.592

 

Brust Frauen

  1. Anna Elendt (SG Frankfurt) 1.724 Punkte
  2. Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) 1.606
  3. Hannah Schneider (Hofheimer SC) 1.434

 

Brust Männer

  1. Melvin Imoudu (Potsdamer SV) 1.612
  2. Mathis Schönung (SG EWR-Rheinhessen Mainz) 1.597
  3. Kenneth Bock (Potsdamer SV) 1.579

 

Rücken Frauen

  1. Lise Seidel (SC Chemnitz) 1.632
  2. Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg) 1.472
  3. Katharina Mößner (SSG Pforzheim) 1.310

 

Rücken Männer

  1. Cornelius Jahn (TSV Ahrensburg) 1.656
  2. Peer Möller (SG Frankfurt) 1.499
  3. Finn Hammer (SG Essen) 1.466

 

Schmetterling Frauen

  1. Yara Fay Reifstahl 8SC Chemnitz) 1.533
  2. Maya Tobehn (Dresdner SC) 1.462
  3. Seike Schlump (Waspo 98 Hannover) 1.356

 

Schmetterling Männer

  1. Tobias Scholz (Potsdamer SV) 1.402
  2. Leo Leverkus (SGR Karlsruhe) 1.367
  3. Björn Kammann (AMTV-FTV Hamburg) 1.333