Über 100m Brust bestimmen Anna Elendt und Melvin Imoudu das Geschehen, aber auch Paralympics-Sieger Taliso Engel zeigte eine starke Leistung.

Linda Roth zeigt ein erstaunliches Spektrum: Nach dem Titel über 400m Lagen unterbietet sich auch über 100m Freistil die EM-Norm
Schon der Auftakt der Schwimm-DM in Berlin war eine absolute Wucht mit vielen Topleistungen. Am Freitag lassen es die Aktiven nun weiter krachen. Allen voran Linda Roth. Die 17-Jährige vom SC Magdeburg kraulte nach ihrem Sieg über 400m Lagen am Donnerstag am nächsten Morgen gleich mal 54,30 Sekunden über 100m Freistil.
Livestream der A-Finals am Freitag (24. April, ab 17:50 Uhr)
Damit verbessert sie den 19 Jahre alten deutschen Jahrgangsrekord von Daniela Schreiber um über vier Zehntel. Und erfüllte zugleich auch die Normzeit für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August). Titelverteidigerin und Vereinskollegin Nina Holt kam als Vorlaufzweite nach 54,59 an. Im Kampf um die Staffelplätze brachten sich Nicole Maier (Athletic Club Palaio Faliro/54,93) und Julianna Dora Bocska (SG Essen/55,01) aussichtsreich in Stellung. Das verspricht ein spannendes Finale am Freitagabend (ab 17:50 Uhr im ZDF-Livestream).
Umzug nach Magdeburg brachte schnelle Fortschritte
„Die dritte Einzelnorm für die EM macht mich schon ziemlich glücklich, aber heute Abend werde ich natürlich noch mal alles geben. Die Strecke ist anders als die 400 Meter Lagen so etwas wie mein Wohnzimmer, weil ich die früher oft geschwommen bin“, meinte Roth. Erst vor Saisonbeginn war sie von Stuttgart nach Magdeburg umgezogen, um am Bundesstützpunkt in der Gruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn mittrainieren zu können. Der Wechsel führte dann schnell zu Fortschritten. „Mir gefällt es sehr gut in Magdeburg, meine Trainer-Athletin-Beziehung zu Bernd Berkhahn ist sehr gut, wir haben schnell einen guten Einstieg gefunden“, erklärte Roth. Im Vordergrund stand erwartungsgemäß die Arbeit an der Ausdauer, was man gut am Sieg über 400m Lagen vom Vortag sehen konnte.
Über die halb so lange Lagenstrecke peilt Roth am Samstag dann noch eine vierte EM-Einzelnorm an, trotzdem hat sie aber auch die Jugend-Europameisterschaften in München (07. – 12. Juli) im Kopf. „Ich will die JEM auf jeden Fall mitnehmen, weil es vor Heimpublikum ist“, betonte Roth.
Beide DSV-Staffeln haben die EM-Norm damit bereits erfüllt
Mit Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin) glänzte bei den Männern ebenfalls eine große Zukunftshoffnung des deutschen Schwimmsports schon im Vorlauf. Über 100m Freistil unterbot der in Florida beheimatete 20-Jährige in 48,24 Sekunden die EM-Norm für Paris. Dahinter reihten sich Titelverteidiger Josha Salchow (SV Heidelberg/49,09) und Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV (49,36) ein. Die Freistilstaffeln haben bei Frauen und Männern damit schon die EM-Nominierung sicher, am Abend geht es nun allerdings um die Verteilung der Plätze. Dann zählt jedes Hundertstel.
Klare Favorit*innen haben die Finals über 100m Brust. Weltmeisterin Anna Elendt (SG Frankfurt) war im Vorlauf mit 1:07,00 deutlich die Schnellste vor Jugend-Europameisterin Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg/1:08,71). Bei den Männern dominierte Melvin Imoudu (Potsdamer SV) in 59,56 Sekunden. Dem deutschen Rekordhalter Lucas Matzerath (Team Bochum) fehlten als Zweitem in 1:00,23 Minuten noch 53 Hundertstel zur EM-Norm.
© Jo KleindlSchon über 100m Schmetterling holte sich Kaii Winkler den Titel, nun will er auch über 100m Freistil gewinnen
Auch Paralympics-Sieger Taliso Engel (1. FCN Schwimmen) schwamm auf seiner Paradestrecke mit und erreichte in 1:02,30 Minuten als Dreizehnter das B-Finale. „Ich bin das Rennen ohne große Erwartungen angegangen, weil bei mir viel Training ausgefallen war. Dafür ist die Zeit ganz in Ordnung. Für mich ist immer ein großer Ansporn, mich hier mit noch schnelleren Schwimmern messen zu können“, sagte Engel. Der stark sehbeeinträchtigte Nürnberger sieht sich dabei auf einem sehr guten Weg in der Vorbereitung auf die World Series im Para Schwimmen in Berlin und den anschließenden Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) an gleicher Stelle (07. – 12. Mai).
Schon die vierte U23-Norm für Timo Sorgius
Am Vormittag fielen zudem zwei Staffelentscheidungen. Über 4x100m Lagen der Frauen siegte die SG Bayer mit Eltje Hesse, Vivien Russ, Skadi Hesse und Luisa Marie Herrmann in 4:18,88 Minuten. Bei den Männern holte der SC Wiesbaden 1911 die Goldmedaille. Timo Sorgius, Urs-Laurin Bludau, Andrii Kovalenko und Bogdan Shelipov schlugen nach 3:39,40 Minuten. Als Rückenschwimmer unterbot in 54,54 sogar U23-Norm für Paris, es war bereits seine vierte.
Am Abend stehen zudem die schnellsten Zeitläufe über 800m Freistil der Männer und die 1500m Freistil der Frauen an. Die WM-Medaillengewinner Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) und Lukas Märtens (SC Magdeburg) machen dabei sicher Jagd auf den neuen Europarekord ihres Landsmanns Johannes Liebmann. Der 19-jährige Magdeburger musste seinen geplanten DM-Starts am Wochenende aus gesundheitlichen Gründen leider absagen.
Erfüllte EM-Normen 2026
| Angelina Köhler 24,81 Julianna Dora Bocska 25,04 (U23) Nina Holt 25,06 (U23) Nina Jazy 25,15 (U23) | 25,15 | 25,00 | 50m Freistil | 22,10 | 22,25 | Martin Werde (22,18 (U23) |
| Linda Roth (54,30 (DJR) Nina Holt 54,38 Nicole Maier 54,47 Julianna Dora Bocska 54,57 Nina Jazy 54,97 | 55,00 | 54,60 | 100m Freistil | 48,90 | 49,20 | Kaii Liam Winkler 48,16 Josha Salchow 48,49 Timo Sorgius 49,08 (U23) |
| Maya Tobehn 1:58,69 Linda Roth 1:59,02 Nina Holt 2:00,02 (U23) | 2:00,10 | 1:59,60 | 200m Freistil | 1:47,20 | 1:48,00 | Lukas Märtens 1:45,67 Jarno Bäschnitt 1:46,61 Oliver Klemet 1:46,79 Timo Sorgius 1:47,07 |
| Isabel Gose 4:02,92 Maya Werner 4:06,18 Juliana Buttler 4:11,45 (U23) Leonie Märtens 4:11,79 (U23) | 4:12,80 | 4:08,40 | 400m Freistil | 3:46,60 | 3:48,60 | Lukas Märtens (gesetzt) Oliver Klemet 3:43,14 Johannes LIebmann 3:44,59 Sven Schwarz 3:46,52 |
| Isabel Gose 8:24,69 Maya Werner 8:31,08 | 8:36,50 | 8:32,20 | 800m Freistil | 7:48,90 | 7:52,50 | Sven Schwarz (gesetzt) Lukas Märtens (gesetzt) Johannes Liebmann 7:37,94 (ER) Oliver Klemet 7:45,66 |
| Isabel Gose 15:55,04 Maya Werner 16:16,30 Leonie Märtens 16:23,57 (U23) | 16:28,70 | 16:17,30 | 1500m Freistil | 15:04,70 | 15:14,10 | Sven Schwarz (gesetzt) Johannes Liebmann 14:39,67 Oliver Klemet 14:41,71 |
| Angelina Köhler (gesetzt) | 26,45 | 26,25 | 50m Schmetterling | 23,45 | 23,60 | Luca Nik Armbruster 23,29 Ole Mats Eidam 23,41 Josha Salchow 23,42 |
| Angelina Köhler 56,35 Yara Fay Riefstahl 58,23 | 59,10 | 58,60 | 100m Schmetterling | 52,00 | 52,30 | Luca Armbruster 51,60 Kaii Winkler 51,73 Björn Kammann 51,78 Josha Salchow 51,89 |
| 2:12,00 | 2:11,00 | 200m Schmetterling | 1:57,00 | 1:57,90 | ||
| 28,45 | 28,25 | 50m Rücken | 25,15 | 25,35 | Vincent Passek 24,63 Ole Braunschweig 24,70 |
|
| 1:00,80 | 1:00,40 | 100m Rücken | 54,40 | 54,80 | Cornelius Jahn 53,97 Vincent Passek 54,31 Timo Sorgius 54,54 (U23) Mitja Bauer 54,61 (U23/DJR) |
|
| Lise Seidel 2:12,29 (U23) Maya Werner 2:12,77 (U23) | 2:12,80 | 2:11,80 | 200m Rücken | 1:58,10 | 1:59,00 | Lukas Märtens 1:55,85 (DR) |
| 31,20 | 31,00 | 50m Brust | 27,35 | 27,55 | Melvin Imoudu 27,08 | |
| Anna Elendt (gesetzt) | 1:07,30 | 1:06,80 | 100m Brust | 59,70 | 1:00,20 | Melvin Imoudu 59,33 |
| Lena Ludwig 2:26,58 (U23) | 2:27,20 | 2:26,10 | 200m Brust | 2:10,90 | 2:11,90 | |
| Noelle Benkler 2:12,19 | 2:13,80 | 2:12,80 | 200m Lagen | 2:00,60 | 2:01,50 | Timo Sorgius 2:00,66 (U23) Finn Hammer 2:01,35 (U23) |
| Linda Roth 4:43,20 Noelle Benkler 4:43,38 | 4:44,60 | 4:43,50 | 400m Lagen | 4:15,60 | 4:17,50 | Cedric Büssing 4:13,56 |
| 3:39,80 | 4x100m Freistil | 3:15,40 | ||||
| 7:57,50 | 4x200m Freistil | 7:10,00 | ||||
| 4:01,40 | 4x100 m Lagen | 3:35,40 | ||||
| 4x100m Lagen Mixed | 3:46,70 | |||||
| 4x100m Freistil Mixed | 3:28,50 | |||||
| 4x200m Freistil Mixed | 7:31,00 | |||||
| Pro Strecke können bis zu vier Startplätze vergeben werden | Stand 24. April |