Der Nürnberger lässt sein Uni-Team jubeln, hat aber auch Berlin und Paris schon im Hinterkopf.
© Tino HenschelJeremias Pock wird auf den Brust- und Lagenstrecken immer schneller
Karriere-Durchbruch nennt man wohl das, was Jeremias Pock in den vergangenen Monaten gelungen ist. Dem ersten deutschen Meistertitel über 200m Lagen im Mai 2025 ließ der 23-Jährige aus Nürnberg dann zuverlässig Top-Platzierungen bei der U23-EM, im Weltcup und auch bei der Kurzbahn-EM folgen. Kurz vorm Jahreswechsel verhalf er seinem 1. FCN Schwimmen dann bei der DMS zur Rückkehr in die erste Bundesliga. Und ein Ende der Erfolgsstory ist offenbar nicht abzusehen. Denn nun setzte Pock seine tolle Entwicklung mit Rekorden in der US-College-Liga NCAA fort.
Punktebeste Schwimmer der Division II
Bei den Conference Championships der Division II verbesserte der Deutsche am vergangenen Wochenende die Kurzbahn-Bestmarken dieser Liga über 100 und 200 Yards im Brustschwimmen auf 51,58 Sekunden beziehungsweise 1:51,26 Minuten. Außerdem siegte Pock für die Greyhounds, dem Team der University Indianapolis, über beide Lagenstrecken mit Bestzeiten. „Ohne Tapern lief es sehr erfreulich. Auch fürs Team kam es so, wie wir es erträumt haben. Bei so einem Erfolg kommt es hier natürlich auch zu einem großen Tamtam“, sagte Pock als punktbester Schwimmer der Division II.
EM-Ticket soll bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin gebucht werden
Im US-Collegesport werden die Ligen bekanntlich nicht nur nach sportlichen Gesichtspunkten eingeteilt, sondern nach der Größe und der sportlich-akademischen Balance der Universitäten. Zur Einordnung der Zeiten des Sportstudenten Pock (viertes Semester) ist daher womöglich hilfreicher zu wissen, dass er damit bereits fünf beziehungsweise acht Zehntel schneller war als im Vorjahr, obwohl das große nationale NCAA-Finale erst noch im März folgt. Dort wird Pock dann unter anderem auf seinen Landsmann Maurice Grabowski (Lynn University) treffen, der in der vorigen Woche ebenfalls mit vielen persönlichen Bestzeiten glänzen konnte. „Ich will meine Rekorde auf jeden Fall noch einmal verbessern. Und am liebsten alle meine vier Strecken gewinnen“, so Pock.
Hier gibt es die DM-Tickets zu kaufen
Bei einer derart positiven Entwicklung hat Pock aber natürlich auch schon die Deutschen Meisterschaften in Berlin (23. – 26. April) im Hinterkopf, die bekanntlich den krönenden Abschluss der Qualifikation für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) bilden. Der Flug in die Heimat ist bereits gebucht, die Examenstermine sind passend dazu eingetaktet. „Natürlich ist es mein Ziel, als nächstes nun auch an einer großen EM teilzunehmen. Über 200 Meter Lagen liegt meine Bestzeit sogar schon unter der Norm, aber auch über 200 Meter Brust ist sie auf jeden Fall für mich zu schaffen“, sagt Pock voller Selbstbewusstsein.
Jeremoias Pock lobt gute Zusammenarbeit beider Trainer
Als wichtigsten Grund für die fortwährenden Verbesserungen nennt er die Arbeit an höheren Frequenzen. „Die Effizienz meiner Armarbeit war schon immer gut. Früher fühlten sich meine Arme auf der letzten Bahn aber immer an wie weichgekochte Nudeln. Jetzt halte ich eine höhere Frequenz bis zum Ende voll durch“, sagt er. Ein nicht zu unterschätzendes Erfolgsgeheimnis dabei sei, dass sein US-Trainer Brent Noble immer sehr eng in Kontakt mit seinem Heimtrainer Jochen Stetina steht. Es käme da eher zu gegenseitiger Befruchtung denn zu Reibungsverlusten. „Die Abstimmung zwischen den beiden klappt wirklich sehr gut“, sagt Pock.