Auch andere JEM-Starterinnen überzeugen am ersten Wettkampftag in Berlin. Die Magdeburgerin Eva Woitag gewinnt zwei Titel an einem Tag.
© Tino HenschelHannah Schneider siegte zum Auftakt der DJM im Schwimmen über 50m Brust
Rennen auf den Bruststrecken hatten bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften (DJM) in den vergangenen Jahren immer wieder den gleichen Ausgang. Vier Jahre in Folge holte Hannah Schneider (Hofheimer SC) zuletzt im Jahrgang 2008 das Triple über 50m, 100m und 200m Brust. Und macht sich auch diesmal wieder auf, dieses Kunststück ein fünftes Mal zu wiederholen. Zum Auftakt am Dienstag sicherte sich Schneider in 32,25 Sekunden schon einmal den Titel über die kürzeste Brustdistanz. „Das wäre ein schöner Abschluss bei meiner letzten DJM, wenn ich wieder alle drei Strecken gewinnen könnte“, meinte sie. Ob ihr das gelingt, kann man im Livestream bei Sporteurope.TV verfolgen, wo in diesem Jahr sämtliche Rennen übertragen werden.
„Ich bin superstolz, denn es war nicht immer leicht“, sagte Schneider. Erst im Januar hatte sie sich den Fuß gebrochen. „Gerade als Brustschwimmerin ist das nicht so leicht wegzustecken. Ich habe immer noch Probleme in der Beweglichkeit und was den Kraftaufbau angeht. Es wird, aber ich bin noch nicht da, wo ich gerne wäre.“ Trotz dieses Handicaps konnte sich die Hofheimerin in diesem Jahr für die Europameisterschaften der Junior*innen vom 07. – 12. Juli in München qualifizieren. „Die Vorfreude ist riesig. Eine Heim-JEM gab es zuletzt vor 40 Jahren, deshalb ist es eine sehr große Ehre, dort dabei zu sein. Das wird richtig Spaß machen“, blickte sie auf dieses Highlight in der ikonischen Olympia-Schwimmhalle voraus.
Yara Fay Riefstahl schwimmt direkt aus der Höhe zum Titel
Bei der JEM wird auch Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz/Jahrgang 2008) am Start sein, die anschließend sogar noch bei den Europameisterschaften in der offenen Klasse vom 31. Juli – 16. August in Paris (FRA) mit dabei ist. Die DJM in Berlin bestritt sie deshalb ebenso wie Hannah Schneider aus dem vollen Training heraus – erst am Montag war sie aus dem Höhentrainingslager in der Sierra Nevada (ESP) zurückgekehrt. „Wir haben vor der DJM nicht getapert, sondern voll durchtrainiert, das merkt man dann doch“, sagte sie. Den Sieg über 200m Schmetterling in 2:16,72 Minuten ließ sie sich trotzdem nicht nehmen.
„Es ist meine letzte Jahrgangsmeisterschaft. Da ist es schön, wenn man da nochmal dabei ist und zeigt, was man zu dem Zeitpunkt kann, auch wenn es nicht der Saisonhöhepunkt ist. Für die Umstände ist die Zeit in Ordnung“, so Riefstahl.
Eva Woitag bejubelt Gold-Double zum Auftakt – und will noch mehr Titel
Auch in den weiteren Rennen über 200m Schmetterling gab es in der Berliner Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) durchweg souveräne Siege. Zum Beispiel durch Eva Woitag (SC Magdeburg/2:18,28) im Jahrgang 2011, die später über 100m Freistil in 57,92 Sekunden noch eine weitere Goldmedaille folgen ließ. „Wie kann man da nicht zufrieden sein?“, sagte sie freudestrahlend nach diesem erfolgreichen Auftakt. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie bei der DJM drei Titel geholt, danach allerdings krank abmelden müssen. Diesmal ist sie in insgesamt fünf Disziplinen gemeldet. „Ich hoffe, da kommt noch mehr. Ich möchte meine Bilanz noch ausbauen“, sagte sie.
Siegreich war auch wieder Zarina Selimovic (SG Dortmund/Jahrgang 2010). Im Vorjahr gewann sie vier Titel – dort allerdings nicht über die 100m Freistil, über sie sie diesmal zum Auftakt in 56,25 erfolgreich war. „Ich schwimme aber auch in diesem Jahr wieder die langen Kraulstrecken von 200 bis 1500 Meter“, verriet sie – und hat auch dort in den kommenden Tagen jedes Mal beste Goldaussichten. Für die Dortmunderin ist es übrigens die erste DJM ohne ihre ältere Schwester Zara, die inzwischen in die offene Klasse aufgestiegen ist. „Das ist schon ein bisschen anders. In den Vorläufen bin ich oft mit ihr zusammen geschwommen“, sagte Zarina Selimovic.
© Tino HenschelZarina Selimovic siegte über 100m Freistil und hat bei der DJM noch vier weitere Titelchancen
Zwei Schwestern schwimmen ganz nach vorne
Aber auch sonst lieferten die 100m Freistil besondere Geschichten. Zum Beispiel im jüngsten Jahrgang 2012, in dem Pia-Marlene Spethmann (SC Delphin Ingolstadt) in 58,51 vor ihrer Schwester Mia-Philine Spethmann (58,70) den Sieg davontrug. „Das ist eine ziemliche Überraschung. Zusammen mit der Schwester zu gewinnen, macht es nochmal schöner“, meinte sie. Oder im Jahrgang 2008, wo es mit Leni Labarre (Deutscher Schwimm-Verband) und Antonia Klöcker (SG Neuss) zwei Schwimmerinnen zeitgleich in 57,62 als Zweite anschlugen. „Ich bin unglaublich froh, auf dem Podest zu stehen, und dann auch noch mit Leni zusammen – das ist richtig toll“, jubelte die Neusserin. Siegerin wurde hier knapp vor den beiden Cleo Hentschke (SG Essen/57,53).
So lief der erste DJM-Tag in der männlichen Jugend
Neu im DJM-Programm sind die Staffelwettbewerbe. Den Sieg über 4x100m Lagen sicherte sich am Dienstag das Quartett vom Potsdamer SV in 4:18,53 Minuten.
Alle DJM-Siegerinnen des ersten Tages:
200m Schmetterling:
2012: Mia Marie Junga (Berliner TSC) 2:22,13
2011: Eva Woitag (SC Magdeburg) 2:18,28
2010: Evelyn Wegrotzki (SG HT16 Hamburg) 2:14,23
2009: Carlotta Waizmann (SSG Leipzig) 2:13,96
2008: Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz vom 1892) 2:16,72
50m Brust:
2012: Lia Hartmannshenn (SG Mönchengladbach) 32,49
2011: Amelie Rieß (SC Delphin Ingolstadt) 32,99
2010: Marlene Chrustowski (SG Heddesheim) 32,67
2009: Irmela Zeh (SV Nikar Heidelberg) 32,36
2008: Hannah Schneider (Hofheimer SC) 32,25
100m Freistil:
2012: Pia-Marlene Spethmann (SC Delphin Ingolstadt) 58,51
2011: Eva Woitag (SC Magdeburg) 57,92
2010: Zarina Selimovic (SG Dortmund) 56,25
2009: Juliana Buttler (SC Magdeburg) 56,74
2008: Cleo Hentschke (SG Essen) 57,53
4x100m Lagen:
Potsdamer SV (Nora Bölicke, Leni Wendrich, Mila Knocha, Ronja Gerling) 4:18,53
