EM-Finals am Freitag mit Starparade des deutschen Teams

Raik Hannemann
Raik Hannemann
13:07

In Paris schwimmen Isabel Gose, Maya Werner, Anna Elendt, Angelina Köhler und Lukas Märtens um die Medaillen mit.

Schwimmerin Isabel Gose aus Deutschland beim Startsprung bei den Europameisterschaften 2026 in Paris© Jo Kleindl

Isabel Gose greift nach EM-Silber über 800m Freistil nach ihrer zweiten Beckenmedaille in Paris

Gleich mehrere Chancen auf Edelmetall bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) bieten sich für das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) bei den Finals am Freitag (ab 18:30 Uhr live in der ARD). Denn mit Isabel Gose, Maya Werner (beide SC Magdeburg, beide 1500m Freistil), Anna Elendt (SG Frankfurt/200m Brust), Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin/100m Schmetterling) und Lukas Märtens (SC Magdeburg/ 200m Freistil) sind Aktive am Start, die allesamt bereits internationale Erfolge feiern konnten und demnach auch wissen, wie es geht.

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„Auf der Strecke habe ich noch eine kleine Rechnung offen. Hier wird es langsam mal Zeit für die erste internationale Medaille“, sagte 400m-Weltrekordler Märtens über die halb so lange Strecke. Vor zwei Jahren wurde er zwei Tage nach seinem Olympiasieg über 200m Fünfter und blieb damals vor allem deswegen ohne Edelmetall, weil er ein zu hohes Angangstempo wählte. Diesmal will es der Magdeburger daher mit anderer, umgekehrter Kräfteeinteilung versuchen, diese übte er bereits in den vorherigen Runden.

Für Isabel Gose wäre eine weitere Medaille ein schöner Bonus

Nach dem Halbfinale kam Märtens dann kurz mit dem Topfavoriten David Popovici (ROU), dem Olympiasieger von 2024, ins Gespräch. Der verriet ihm, dass er beim Einlaufen versehentlich zur falschen Bahn ging. Und Märtens diskutierte über einen viel zu großen Rückstand nach dem Startsprung. Im Finale werden beide dann aber sicher mit voller Konzentration bei der Sache sein.

EM 2026 in Paris: DSV-Ergebnisse am 14. August

StreckeDSV-Starter*inZeitPlatz
Vorläufe ab 09:30 Uhr
50m Freistil FrauenJulianna Bocska00:25,0316. (Q)
Nina Jazy00:25,5530.
50m Brust MännerMelvin Imoudu00:26,843. (Q)
Malte Gräfe00:27,1512. (Q)
Lucas Matzerath00:27,4824.
Subäjr Biltaev00:27,4824.
100m Rücken FrauenLise Seidel01:00,7210. (Q)
200m Schmetterling MännerBjörn Kammann01:57,9719.
200m Lagen FrauenLinda Roth02:15,0113. (Q)
Noelle Benkler02:15,5617.
4x100m Freistil MixedJosha Salchow, Julian Koch, Nicole Maier, Nina Holt3:26,369.
1500m FreistilSven Schwarz14:52,165.
Oliver Klemet14:48,511. (Q)
Johannes Liebmann14:50,832. (Q)
Finals ab 18:30 UhrPersönliche BestzeitDeutscher Rekord
100m Schmetterling Frauen FinaleAngelina Köhler00:56,1100:56,11
200m Freistil Männer FinaleLukas Märtens01:44,1401:42,00
200m Brust Frauen FinaleAnna Elendt02:23,5402:23,54
100m Rücken Frauen HalbfinaleLise Seidel01:00,6400:59,77
50m Brust Männer HalbfinaleMelvin Imoudu00:26,5700:26,57
Malte Gräfe00:26,9500:26,57
50m Freistil Frauen HalbfinaleJulianna Bocska00:25,0300:23,73
200m Schmetterling Männer Halbfinale
200m Lagen Frauen HalbfinaleLinda Roth02:12,4702:11,33
50m Rücken Männer Finale
1500m Freistil Frauen FinaleIsabel Gose15:41,1615:41,16
Maya Werner16:16,3015:41,16
4x100m Freistil Mixed Finale

Zweimal Gold und einmal Silber hat Isabel Gose bereits in Paris gewonnen, am Freitag gehört sie als Olympiadritte über 1500m Freistil wieder zu den Favoritinnen. „Natürlich wäre es schön, wenn ich da weitermachen kann, wo ich aufgehört habe“, meinte Gose. Zu sehr unter Druck setzen will sie sich selbst nicht, schließlich hat ihre Rivalin Simona Quadarella (ITA) mittlerweile auch die deutlich schnellere Bestzeit. Gose: „Alles, was jetzt kommt, ist ein Bonus.“

Oliver Klemet und Johannes Liebmann als Erster und Zweiter ins 1500m-Finale

Bei den Vorläufen standen am Freitagmorgen die Langstreckler im Blickpunkt. Die Finalplätze über 1500m Freistil sicherten Oliver Klemet (SG Frankfurt/14:48,51 Minuten) und 800m-Europameister Johannes Liebmann (SC Magdeburg/14:50,83) mit den beiden schnellsten Zeiten. Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover/14:52,16) schied mit der fünftschnellsten Zeit aus. „Es war anstrengender als erhofft, aber ich bin zufrieden“, meinte Liebmann. „Das war jetzt mein dritter Start. Die Form ist gut. Aber sich immer wieder aufs höchste Energielevel zu schießen, ist kompliziert. Aber ich hoffe, ich kriege es hin.“

EM 2026 in Paris: Alle Startlisten und Ergebnisse

Klemet, beim Freiwasserschwimmen bereits mit Gold und Bronze dekoriert, hatte im vorletzten Vorlauf vorlegen müssen. Anders als beim 800m-Rennen zu Beginn der Beckenwettbewerbe zeigte er sich diesmal ausgeruht genug. „Es lief nach fünf Tagen Pause deutlich besser. Ich versuche alles, um mich fit zu bekommen und im Finale noch ein bisschen schneller zu schwimmen.“

Johannes Liebmann (v.) und Sven Schwarz schwammen im letzten 1500m-Vorlauf nebeneinander© Jo Kleindl

Johannes Liebmann (v.) und Sven Schwarz schwammen im letzten 1500m-Vorlauf nebeneinander

Schwarz kann zu Silber über 800m Freistil diesmal keine zweite Medaille hinzufügen wie noch im Vorjahr bei der WM. „Das ist natürlich extrem enttäuschend. Ich hatte gehofft, dass wir schneller sind, waren wir aber leider nicht. Die ersten 1000 Meter sind ganz gut gerutscht, aber danach ging dann bei mir nicht mehr viel. Ich hatte nur einen Tag Pause nach dem 800-Meter-Finale. Olli war ein bisschen frischer“, sagte Schwarz. „Die Regel (nur zwei Starter pro Nation im Finale, Anm. d. Red.) ist die Regel, wir wussten das vorher. Wir wussten vorher, für einen reicht es nicht. Bei den 800 hat es für Olli nicht gereicht, jetzt hat es für mich nicht gereicht – so ist nun mal der Sport. Olli und Johannes werden das morgen schon gut machen.“

Als Neunte ausgeschieden ist die Mixedstaffel über 4x100m Freistil. Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg/48,80), Julian Koch (SG Essen/49,07), Nicole Maier (SC Wiesbaden/54,47) und Nina Holt (SC Wiesbaden/54,02) fehlten nach 3:26,36 Minuten lediglich 33 Hundertstel zum Finaleinzug.