EM-Bronze im Mixed: Lena Hentschel und Luis Avila Sanchez machen den deutschen Medaillensatz komplett

Philip Häfner
Philip Häfner
22:54

Die Berliner kämpfen sich nach mäßigem Start zurück in den Wettkampf und bauen die starke DSV-Bilanz im Mixedwettbewerb weiter aus.

Lena Hentschel und Luis Avila Sanchez mit ihrer Bronzemedaille© Jo Kleindl

Lena Hentschel und Luis Avila Sanchez mit ihrer Bronzemedaille

Nach dem tollen Samstagabend im Centre Aquatique Olympique mit je einer Gold- und Silbermedaille durften sich die Wasserspringer*innen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) auch am Sonntag erneut über Edelmetall freuen. Lena Hentschel und Luis Avila Sanchez (beide Berliner TSC) sicherten sich im Mixed-3m-Synchronspringen Bronze und machten damit den Medaillensatz komplett.

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Zugleich setzten sie die starke Serie des DSV in dieser Disziplin fort: Mit jetzt acht Medaillen ist Deutschland in der EM-Geschichte die erfolgreichste Nation. Den Sieg holte sich diesmal aber Italien mit Chiara Pellacani und Matteo Santoro (305,85) vor den unter neutraler Flagge springenden Russ*innen Elizaveta Kuzina und Ilia Molchanov (286,17).

Nervenstarke Steigerung bei den Kürsprüngen

„Wir freuen uns ganz doll. Bronze ist der erste Gewinner“, meinte Hentschel. Im vergangenen Jahr hatten Avila Sanchez und sie überraschend den EM-Titel gefeiert, mit hauchdünnen 0,03 Punkten Vorsprung vor den Italiener*innen – es war die knappste EM-Entscheidung aller Zeiten. „Aber wir wussten, dass Gold zu verteidigen sehr, sehr schwer wird gegen die amtierenden Weltmeister. Jetzt mit Bronze hier rauszugehen bei so einem starken Feld ist das, was wir uns vorgenommen hatten. Wir hatten einen holprigen Start. Deswegen freuen wir uns über die Medaille umso mehr.“

Tatsächlich sah es zunächst nicht nach einem weiteren Podestresultat für Schwarz-Rot-Gold aus. Nach den beiden Pflichtsprüngen hatten die Deutschen bereits etwas Rückstand auf die Führenden aufgebaut, vor allem beim Auerbach ließ man einige Punkte liegen. „Fehler können immer passieren. Das hat man ja auch im Training, dass mal was nicht ganz so klappt, wie man es sich vorgenommen hat. Und dann muss man einfach abschalten können, weitermachen und den Sprung vergessen“, sagte Luis Avila Sanchez. Gesagt, getan. Im vierten Durchgang rückte das DSV-Paar dann erstmals auf einen Medaillenrang vor und verteidigte diesen bis zum Schluss erfolgreich. „Wir haben hinten wirklich richtig gut durchgezogen. Da können wir richtig stolz auf uns sein“, meinte Hentschel.

Zweimal Gold an einem perfekten Tag für die Italienerin Chiara Pellacani

Für die 25-Jährige war der Abend damit aber noch lange nicht vorbei. Anschließend stand Lena Hentschel nämlich auch noch im Finale vom 1m-Brett, dort belegte sie mit 227,95 Punkten Platz zehn. Womöglich fehlte nach einem langen Wettkampftag auch ein wenig die Kraft, jedenfalls konnte die Berlinerin bei der Entscheidung nicht noch einmal an die Leistung aus dem Vorkampf am Vormittag anknüpfen, wo sie noch Dritte gewesen war.

„Das Ein-Meter-Finale war wirklich nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Am Ende hat es mit den Endphasen gehapert. In unserem Sport geht es um Millisekunden, und da war ich heute die eine Millisekunde zu spät. Aber zu traurig kann ich nicht sein. Die Siegerehrung hat mir eben wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert“, sagte sie. Gold vom 1m-Brett ging in überlegener Manier an die Italienerin Chiara Pellacani, die damit ihren Titel verteidigte und nach dem Sieg im Mixedwettbewerb einen perfekten Tag erlebte. Mit 298,90 hatte sie mehr als 40 Punkte Vorsprung auf Michelle Heimberg (SUI/258,80) und Desharne Bent-Ashmeil (GBR/254,35).