Über 400m Freistil hat der DSV bei Frauen und Männern sogar jeweils gleich zwei Medaillenchancen. Auch beide Lagenstaffeln lösten am Vormittag die Finaltickets.
© Jo KleindlMaya Werner war am Sonntag mit persönlicher Bestzeit Vorlaufschnellste über 400m Freistil
Bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) steht am Sonntagabend der letzte Finalabschnitt an (ab 18:30 Uhr live in der ARD). Und das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) kann nach bislang neun Goldmedaillen und insgesamt 29-mal Edelmetall bei diesen erfolgreichen Titelkämpfen seine Ausbeute noch ein weiteres Mal verbessern.
Maya Werner Vorlaufschnellste mit Bestzeit
Doppelte Medaillenhoffnungen gibt es jeweils über 400m Freistil. Mit neuer persönlicher Bestleistung war Maya Werner (4:05,40) am Sonntagvormittag sogar Vorlaufschnellste vor Isabel Gose (4:06,37), Linda Roth (alle SC Magdeburg/4:08,42) wurde Fünfte.
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„Ich war ein bisschen nervös, weil wir heute morgen ja noch zu dritt an den Start gegangen sind, da muss man dann schnell schwimmen. Aber ich hatte sehr viel positive Energie aus den letzten Rennen geschöpft und dachte dann, dass es schon was Gutes werden kann. Und ich denke, die Bestzeit heute früh kann mir schon ein gutes Gefühl geben, weil ich jetzt lange bei der 4:06 ein bisschen hängen geblieben bin. Da drunter zu schwimmen, ist schon schön. Heute Abend will ich dann gern unter die 4:05 schwimmen“, sagte Werner selbstbewusst.
Die 19-jährige Vielstarterin Roth resümierte: „Ich kann mit meiner ersten EM zufrieden sein. Heute hatte ich mir zwar noch etwas mehr erhofft, aber die Vorbelastungen merkt man natürlich.“ Nach Staffelsilber am Vorabend war sie erst um 22:30 Uhr aus der Schwimmhalle und gegen Mitternacht ins Bett gekommen, bei nur sechs Stunden Schlaf blieb die Regeneration überschaubar.
Oliver Klemet wenige Stunden nach 1500m-Bronze wieder flott unterwegs
Bei den Männern war Oliver Klemet (SG Frankfurt) nach 1500m-Bronze am Vorabend in 3:45,22 Minuten der Vorlaufschnellste, Weltrekordler Lukas Märtens (SC Magdeburg/3:46,33) schlüpfte dagegen als Achter in den Endlauf. Dahinter landeten Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover/3:46,68) und Johannes Liebmann (SC Magdeburg/3:47,58) auf den Plätzen neun und elf.
„Der Lauf war schon sehr hart. Ich konnte ein bisschen schauen, was die anderen vor mir machen, wir hatten ja drei Deutsche vor mir. Die haben schon einen sehr guten Job gemacht, muss man sagen. Und da fällt es auch mir schwer, einen entspannten und kontrollierten Vorlauf zu machen, wenn man weiß, dass drei Jungs so fix unterwegs waren. Aber nichtsdestotrotz ist der erste Schritt erreicht. Schauen wir mal, was es nachher wird“, meinte Märtens. Auch der Olympiasieger hatte nach Staffelsilber am Vorabend nur eine kurze Nacht gehabt. „Ich werde ein bisschen schlafen, ein bisschen was essen. Alles wie immer. Und dann muss man schauen, wofür es reicht. Ich habe jetzt auch eine Woche Wettkämpfe hinter mir, das geht auch nicht spurlos an mir vorbei.“
Märtens offenbarte auch, dass auch ihm Liebmanns Weltrekord am Tag zuvor Gänsehaut bereitete. Der Doppel-Europameister selbst konnte gut damit leben, dass die EM für ihn an diesem Vormittag endete. „Unzufrieden bin ich nicht. Vielleicht klappen die 400 nächstes Jahr im Verlauf der nächsten Saison besser. Aber dadurch, dass gestern so unglaublich gut lief, habe ich heute morgen auch mit wenig gerechnet“, gestand Liebmann. „Ich bin zufrieden mit der ganzen Woche und auch froh, dass ich jetzt durch bin und das deutsche Team heute Abend anfeuern kann.“ Nach der Rückreise steht für ihn unter anderem eine Woche Wanderurlaub im Allgäu an.
© Jo KleindlEine Hundertsel hinter Italien war die Lagenstaffel mit Nina Holt, Lise Seidel, Angelina Köhler und Anna Elendt Vorlaufzweite
In den abschließenden Finals sind Deutschlands Staffeln doppelt vertreten
Im Finale stehen auch beide DSV-Lagenstaffeln. Die Frauen mit Lise Seidel (SC Chemnitz/1:00,85 auf der Rückenstrecke), Brustschwimmerin Anna Elendt (SG Frankfurt/1:06,13), Schmetterling Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin/56,36) und Nina Holt (SC Magdeburg/53,78 auf dem Kraulabschnitt) kamen mit 3:57,12 Minuten sogar als Zweite weiter. „Es hat sich ganz gut angefühlt heute. Es war natürlich nach der gestrigen Medaille schon ein krasser hype, jetzt muss ich erstmal wieder ein bisschen reinkommen. Ich hätte nicht gedacht, dass es heute morgen schon wieder so schnell geht, von daher bin ich sehr zufrieden“, meinte Köhler, die am Vorabend Silber über 100m Schmetterling gewonnen hatte. Schlussschwimmerin Holt sagte: „Ich habe schon gemerkt, ich sehe rechts und links niemanden, aber ich habe natürlich trotzdem Gas gegeben, weil nach uns ja noch ein Lauf kam. Ich denke, wir können selbstbewusst ins Finale gehen.“ Für Anna Elendt steht am Schlusstag dieser Europameisterschaften außerdem noch der Endlauf über 50m Brust an.
Die DSV-Männer mit Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV/Rücken in 54,51), Melvin Imoudu (Potsdamer SV/58,81 auf der Bruststrecke), Schmetterling Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin/ 50,94) und Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg/Kraul in 47,92) belegten in den Vorläufen mit 3:32,18 Minuten Rang vier. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich noch so spritzig unterwegs bin nach der ganzen Woche. Aber ich bin sehr zufrieden mit der Zeit und hoffe, dass dann im Finale noch etwas mehr geht“, sagte Imoudu. Vorlaufschnellste waren bei den Männern die Neutralen Athleten aus Russland (3:30,81). Und bei den Frauen die Staffel Italiens, die mit 3:57,11 nur eine Hundertstel vor den Deutschen lag.
EM 2026 in Paris: DSV-Ergebnisse am 16. August
| Strecke | DSV-Starter*in | Persönliche Bestzeit | Deutscher Rekord |
|---|---|---|---|
| Vorläufe ab 09:30 Uhr | |||
| 400m Freistil Frauen | Isabel Gose | 04:06,37 | 2. (Q) |
| Maya Werner | 04:05,40 | 1. (Q) | |
| Linda Roth | 04:08,42 | 5. | |
| 400m Freistil Männer | Lukas Märtens | 03:46,33 | 8. (Q) |
| Oliver Klemet | 03:45,22 | 1. (Q) | |
| Johannes Liebmann | 03:47,88 | 11. | |
| Sven Schwarz | 03:46,68 | 9. | |
| 4x100m Lagen Frauen | Lise Seidel, Anna Elendt, Angelina Köhler, Nina Holt | 03:57,12 | 2. (Q) |
| 4x100m Lagen Männer | Cornelius Jahn, Melvin Imoudu, Kaii Liam Winkler, Josha Salchow | 03:32,18 | 4. (Q) |
| Finals ab 18:30 Uhr | |||
| 50m Freistil Männer Finale | 00:21,81 | ||
| 50m Brust Frauen Finale | Anna Elendt | 00:30,35 | 5. |
| 200m Lagen Männer Finale | 01:55,76 | ||
| 200m Schmetterling Frauen Finale | 02:05,26 | ||
| 100m Rücken Männer Finale | 00:52,27 | ||
| 400m Freistil Frauen Finale | Maya Werner | 04:03,73 | 3. |
| Isabel Gose | 04:02,41 | 2. | |
| 400m Freistil Männer Final | Oliver Klemet | 03:45,16 | 5. |
| Lukas Märtens | 03:44,57 | 3. | |
| 4x100m Lagen Frauen Finale | Lise Seidel, Anna Elendt, Angelina Köhler, Nina Holt | 03:56,21 | 4. |
| 4x100m Lagen Männer Finale | Cornelius Jahn, Melvin Imoudu, Kaii Liam Winkler, Josha Salchow | 03:31,55 | 5. |