Angelina Köhler wird EM-Sechste, Sarah Sjöström knackt van Almsicks Titelrekord

Philip Häfner
Philip Häfner
23:00

Anna Elendt und die Freistilstaffel der Frauen landen auf Platz sieben. Der erste Weltrekord von Paris geht auf das Konto einer Italienerin.

Es war ein historischer Tag bei den Europameisterschaften in Paris (FRA). Mit ihrem Sieg über 50m Schmetterling in 25,05 Sekunden gewann Schwedens Superstar Sarah Sjöström am Mittwoch ihr 18. EM-Gold (und ihre insgesamt 29. EM-Medaille), damit stellte sie den Titelrekord von Franziska van Almsick ein. Dabei war dieser Erfolg auch für die Schwedin, die kommenden Montag ihren 33. Geburtstag feiert, ein ganz besonderer: Schließlich war es ihr erster nach der Geburt ihres Sohnes im August 2025 und dem anschließenden Comeback im Frühjahr dieses Jahres.

Dass Sjöström jetzt schon wieder so schnell ist, beeindruckt auch Angelina Köhler. „Sarah ist eine der krassesten Schwimmerinnen aller Zeiten. Sie ist eine Inspiration für mich und für alle Schwimmerinnen. Auch weil sie zeigt, dass es möglich ist, Karriere und Kind zu vereinbaren. Ich finde das einfach toll, für alle Frauen auf dieser Welt. Und ich hoffe, dass das auch in Deutschland bald machbar sein wird“, so die deutsche Rekordhalterin.

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Die 25-Jährige von der SG Neukölln Berlin wurde beim Sjöström-Sieg mit 25,72 Sekunden Sechste, damit war sie 13 Hundertstel schneller als noch im Halbfinale. „Ich bin schon zufrieden“, meinte sie. „Klar, ich habe ein bisschen gehofft, dass es ein bisschen schneller geht, ich habe mit dem deutschen Rekord geliebäugelt“ – der steht bei 25,50. „Der Anschlag hat nicht ganz gepasst. Dann sind da die zwei Zehntel weg“, so Köhler.

„Der Anschlag war zu kurz. Dann bin ich umgeknickt mit der Hand. Aber ich denke, das soll bis morgen wieder fit sein. Einmal kurz kühlen und dann wird das schon wieder.“ Köhlers Hauptrennen, die 100m Schmetterling, kommt nämlich erst noch. „Da bin ich sehr zuversichtlich, dass es etwas wird. Ich habe diese Saison vor allem auf die 100 trainiert, vor allem auf die zweite Bahn. Ich freue mich darauf, morgen ganz viel Spaß zu haben.“

Angelina Köhler bleibt nach EM-Platz sechs zuversichtlich für ihr Hauptrennen über 100m Schmetterling

Anna Elendt sieht sich als EM-Siebte auf dem richtigen Weg

Auch Brustschwimmerin Anna Elendt (SG Frankfurt) wird bei diesen Europameisterschaften bereits morgen wieder im Einsatz sein, wenn für sie die 200m Brust anstehen. Über 100m-Distanz, über die sie im vergangenen Jahr in Singapur sensationell Weltmeisterin geworden, konnte die 24-Jährige diesmal nicht in die Medaillenvergabe eingreifen – 1:06,37 Minuten bedeuteten Platz sieben für sie. „Ich hatte mir nach dem guten Halbfinale ein paar Sachen vorgenommen, die ich verbessern und verändern wollte. Ich weiß nicht, warum es jetzt deutlich langsamer war. Da muss ich nochmal mit meiner Trainerin sprechen, woran es lag“, sagte sie.

„Aber morgen geht es direkt weiter, daher muss ich jetzt damit abschließen und dann weiter nach vorne schauen.“ Das tut sie Frankfurterin in dieser Saison auch generell, die von ihr bereits im Vorfeld als eine Art Trainingsjahr deklariert worden war, in dem sie viele neue Dinge ausprobiert. „Es ist eher der Weg zu großen Zielen“, sagte sie mit Blick auf den weiteren Olympiazyklus. Und dieser Weg scheint grundsätzlich richtig zu sein, wie Elendt betonte: „Mit dem Rennen gestern im Halbfinale (1:05,92 Minuten, Anm. d. Red.) bin ich mega zufrieden. Ich hätte nicht erwartet, dass ich überhaupt schon eine 1:05 schwimmen kann.“ Der Europameistertitel ging in Paris an die Britin Angharad Evans, die auch im Finale mit 1:04,87 abermals Championship-Rekord schwamm, so wie bereits im Vorlauf und im Halbfinale.

DSV-Staffel ebenfalls auf Platz sieben, Linda Roth mit Rekord ins Finale

Einen weiteren Finalplatz hatte die Staffel des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) über 4x100m Freistil der Frauen ergattert. Im Finale wurden Nina Holt (54,76), Linda Roth (53,99/beide SC Magdeburg), Julianna Dora Bocska (54,45/SG Essen) und Nicole Maier (53,70/SC Wiesbaden 1911) am Abend in 3:36,90 Minuten Siebte, es siegten die Niederländerinnen mit neuem Meisterschaftsrekord von 3:31,89. „Wir können zufrieden sein, wir haben nochmal einen Platz gut gemacht“, meinte Startschwimmerin Holt. Und Maier ergänzte: „Wir sind ein junges Team, darauf können wir gut aufbauen.“

EM 2026 in Paris: Die DSV-Ergebnisse am 12. August

StreckeDSV-Starter*inZeitPlatz
Vorläufe
200m Freistil FrauenLinda Roth01:57,603. (Q)
Maya Tobehn01:58,9514. (Q)
Nicole Maier01:59,1922.
Nina Holt02:00,0329.
100m Schmetterling MännerKaii Liam Winkler00:51,386. (Q)
Luca Armbruster00:51,8011. (Q)
Josha Salchow00:51,8713.
Björn Kammann00:52,3927.
50m Rücken Frauen
200m Brust MännerLucas Matzerath02:11,2214. (Q)
Mathis Schönung02:12,2722.
Malte Gräfe02.12,9826.
400m Lagen FrauenNoelle Benkler04:46,659.
4x100m Freistil FrauenNina Holt, Nina Jazy, Julianna Bocska, Maya Tobehn3:38,808.
Finalabschnitt
200m Freistil Frauen HalbfinaleLinda Roth01:56,42 (DJR)4. (Q)
Maya Tobehn01:58,2213.
200m Rücken Männer Finale
50m Schmetterling Frauen FinaleAngelina Köhler00:25,726.
100m Freistil Männer Finale
100m Brust Frauen FinaleAnna Elendt01:06,377.
200m Brust Männer HalbfinaleLucas Matzerath02:10,078. (Q)
50m Rücken Frauen Halbfinale
100m Schmetterling Männer HalbfinaleKaii Liam Winkler00:51,345. (Q)
Luca Nik Armbruster00:51,7314.
400m Lagen Frauen Finale
800m Freistil Männer FinaleJohannes Liebmann07:37,59 (ER)1
Sven Schwarz07:41,162.
4x100m Freistil Frauen FinaleNIna Holt, Linda Roth, Julianna Bocska, Nicole Maier3:36,907.

Für Linda Roth läuft es in Paris bislang überhaupt sehr gut. Über 200m Freistil steigerte sie ihre Bestzeit und den Jahrgangsrekord für 18-Jährige im Halbfinale um mehr als eine Sekunde auf 1:56,46 Minuten und zog als Vierte in den morgigen Endlauf ein. Auf dieser Strecke gewann sie in diesem Sommer bereits Gold bei der Junior*innen-EM in München, nun folgte mit dem Finaleinzug in der offenen Klasse der nächste Entwicklungsschritt.

Vor allem zeigt die Magdeburgerin in der französischen Hauptstadt eine beeindruckende Konstanz in ihren mittlerweile schon sieben Rennen dort. „Altersklassenrekord, Bestzeit, das macht mich sehr glücklich. Ich bin positiv überrascht. Vieles ist auch Kopfsache, da bin ich gerade sehr stark und deswegen läuft es so, wie es läuft“, sagte sie. Maya Tobehn (Dresdner SC 1898) landete mit 1:58,22 auf Platz 13. Schnellste im Halbfinale war Barbora Seemanova (CZE/1:55,77).

Eine Italienerin schwimmt den ersten Weltrekord dieser EM

Über 50m Rücken bekam das Publikum im Centre Aquatique Olympique an diesem historischen Tag derweil den ersten Weltrekord dieser Titelkämpfe geboten. Schon im Halbfinale schwamm die Italienerin Sara Curtis in 26,63 Sekunden so schnell wie keine Frau vor ihr, satte 23 Hundertstel unter der alten Bestmarke von Kaylee McKeown (AUS). Das Finale findet am Mittwoch (ab 18:30 Uhr) statt.

EM 2026 in Paris: Die DSV-Starts am 13. August

StreckeDSV-Starter*inPersönliche BestzeitDeutscher Rekord
Vorläufe ab 09:30 Uhr
200m Freistil MännerLukas Märtens01:44,1401:42,00
Jarno Bäschnitt01:46,5001:42,00
Timo Sorgius01:46,1701:42,00
100m Schmetterling FrauenAngelina Köhler00:56,1100:56,11
Yara Fay Riefstahl00:58,2300:56,11
50m Rücken MännerOle Braunschweig00:24,5700:24,57
Cornelius Jahn00:24,9900:24,57
Fritz Dietz00:25,1700:24,57
200m Brust FrauenAnna Elendt02:23,5402:23,54
Lena Ludwig02:26,5602:23,54
4x100m Freistil MännerDSV3:12,29
1500m Freistil FrauenIsabel Gose15.41,1615.41,16
Maya Werner16:16,3015.41,16
Finals ab 18:30 UIhr
100m Schmetterling Männer FinaleKaii Liam Winkler00:50,9200:50,92
50m Rücken Frauen Finale00:27,23
200m Freistil Männer Halbfinale01:42,00
100m Schmetterling Frauen Halbfinale00:56,11
50m Rücken Männer Halbfinbale00:24,57
200m Brust Frauen Halbfinale02:23,54
200m Brust Männer FinaleLucas Matzerath2:10,0702:07,47
200m Freistil Frauen FinaleLinda Roth1:56,4601:55,68
4x100m Freistil Männer Finale3:12,29