Der mit den Wellen spielt: Zweiter Weltcupsieg für Wellbrock in Cancún

Raik Hannemann
Raik Hannemann
17:37

Der deutsche Freiwasserschwimmer überzeugt bei herausfordernden Bedingungen auch im Knockout Sprint. Lea Boy und Jeannette Spiwoks schaffen es auch in die Top Ten.

Gleich zwei Siege kann Florian Wellbrock beim Weltcup-Auftakt in Mexiko bejubeln© World Aquatcis

Gleich zwei Siege kann Florian Wellbrock beim Weltcup-Auftakt in Mexiko bejubeln

Beim Weltcup-Auftakt im Freiwasserschwimmen in Cancún (MEX) ist Florian Wellbrock ein perfekter Saisonstart gelungen. Nach dem Sieg über die olympische 10km-Distanz am Freitag war der 29-Jährige vom SC Magdeburg keine 24 Stunden später auch noch im Knockout Sprint erfolgreich.

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Das türkisblaue Wasser hatte angenehme 29,1 Grad, ansonsten waren die Bedingungen am weltbekannten Strand nach einer Unwetternacht alles andere als urlaubsreif. Bei böigem Wind verlangte vor allem der heftige Wellengang den Aktiven viel ab. Wellbrock blieb bei seiner bewährten Taktik vom Vortag und konzentrierte sich in den ersten beiden Runden über 1500m und 1000m vor allem auf eine optimale Kräfteeinteilung. Und begnügte sich in diesen Läufen mit Platzierungen, die das Weiterkommen garantierten.

Wegen Olympia-Qualifikation: WM bleibt Florian Wellbrocks wichtigstes Saisonziel

Wellbrock verstand es an diesem Tag wie kein anderer, die ständigen Richtungsänderungen der harten Wellen für sich und seinen kräftigen Armzug zu nutzen. Das zeigte sich auch bei der abschließenden Runde über 500m. Da setzte sich der Deutsche gleich auf der ersten Geraden an die Spitze des Feldes und behauptete die Position souverän bis zum Anschlag. Europameister Dávid Betlehem (HUN) und Marc-Antoine Olivier (FRA) sicherten sich die weiteren Medaillen, Oliver Klemet (SG Frankfurt) belegte Rang 19.

„Ich bin sehr positiv überrascht, dass es nach den harten zehn Kilometern heute noch einmal so gut geklappt hat. Bei der 500-Meter-Runde braucht man immer ein bisschen Glück, dass man gut beim Start wegkommt. Nach 300 Metern ist die Geschwindigkeit dann nämlich meist so, dass man eh nicht mehr Überholen kann“, meinte Wellbrock, der dieses Glück bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) in diesem Wettbewerb im Sommer bekanntlich nicht hatte, wo er ansonsten aber dreimal Gold gewann.

Vor der Heimreise steht ein Abstecher nach Los Angeles an

Zweifellos braucht es im Knockout Sprint aber auch Stehvermögen. Dass dieses nach nur vier Wochen schon wieder ausreichte, überraschte den Sieger. Überbewerten wollte er den Doppelerfolg aber auf keinen Fall. „Offenbar haben auch alle anderen noch nicht all zu viel Training gemacht. Daher heißt es nun auch: zurück an die Arbeit. Denn das war erst der Anfang. Nächstes Jahr steht unsere Olympia-Qualifikation in Budapest an, daher ist die WM ein wichtiges Ziel, auf das wir uns konzentrieren müssen.“ Auf dem Heimweg legt Wellbrock mit der gesamten Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn aber erst noch einen kurzen Stopp in Los Angeles (USA) ein, um Trainingsstätten und Verkehrswege auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028 zu erkunden.

Apropos Olympia: An der kalifornischen Küste könnten je nach Wetterentwicklung ähnliche Bedingungen herrschen wie in Cancún. Wellbrocks großer Rivale Betlehem verriet daher seine Rückschlüsse aus den Weltcuprennen: „Es ist nicht einfach, weil man nicht vorhersagen kann, wie und wann die Wellen kommen werden. Man muss sich also anpassen. Ich glaube, ich muss mehr Rennen wie dieses bestreiten, um mental bereit zu sein, wenn die Wellen jederzeit und überall kommen können.“

Bei den Frauen schaffte Moesha Johnson (AUS) ebenfalls das Sieg-Double, diesmal vor Ichika Kajimoto (JPN) und Lisa Pou (MON). Lea Boy (SV Würzburg 05) belegte Rang fünf und Jeannette Spiwoks (SG Essen) wurde Zehnte.