Die Ruhmeshalle des Schwimmsports erhält Zuwachs. Insgesamt zwölf Legenden werden geehrt, darunter auch ein Deutscher. Wer es ist und wer sonst noch ausgezeichnet wird, erfährst du hier.
Die International Swimming Hall of Fame (ISHOF) hat die Liste der Legenden bekanntgegeben, die im April 2027 als nächstes in die Ruhmeshalle des Schwimmsports aufgenommen werden. Und diesmal ist auch ein Deutscher darunter: der 15-fache Weltmeister über 5km, 10km und 25km Thomas Lurz. Der Würzburger war fünf Mal Freiwasserschwimmer des Jahres und bereits 2019 in die International Marathon Swimming Hall of Fame aufgenommen worden. Jetzt erhält er also eine sogar noch höhere Auszeichnung für seine erfolgreiche Karriere. Der dreimalige Olympiateilnehmer gewann 2008 in Peking (CHN) Bronze und 2012 in London (GBR) Silber und wurde über die olympische Distanz zudem dreimal Europameister.
© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Gero BreloerThomas Lurz, hier bei der Heim-EM 2014 in Berlin, prägte das internationale Freiwasserschwimmen über viele Jahre
Ehrung für historische Leistungen im Schwimmsport
Zur „Class of 2027“ der ISHOF gehören insgesamt zwölf Geehrte aus elf Nationen. Darunter sind Olympiasieger*innen, Weltmeister*innen und Wegbereiter*innen aus fast allen Bereichen des Schwimmsports. Mit dem Kolumbianer Orlando Duque, 2013 erster Weltmeister von World Aquatics im High Diving, wird zum ersten Mal ein Sportler aus dieser Disziplin in die Ruhmeshalle aufgenommen.
Aus dem Beckenschwimmen werden diesmal vier Persönlichkeiten geehrt. Die US-Amerikanerin Allison Schmitt nahm viermal an Olympischen Spielen teil und gewann dort insgesamt zehn Medaillen, darunter vier goldene. Abseits des Wettkampfs setzt sie sich nachdrücklich für mehr Aufmerksamkeit und Offenheit im Umgang mit psychischer Gesundheit ein. Pernille Blume schrieb bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro (BRA) Geschichte, als sie über 50m Freistil Gold holte und damit Dänemarks ersten olympischer Schwimmtitel seit 68 Jahren. Mireia Belmonte Garcia war bei den gleichen Spielen sogar die erste Spanierin überhaupt, die Gold im Schwimmen gewinnen konnte – über 200m Schmetterling. In ihrer Karriere feierte sie vier olympische Medaillen, achtmal WM-Einzelgold und insgesamt 92 Medaillen bei Wettbewerben des Weltverbands.
© Aniko Kovacs/World AquaticsOlympiasiegerin Pernille Blume arbeitet mittlerweile für den Weltverband World Aquatics
Bei den Männern geht die Auszeichnung an den Japaner Kosuke Hagino, einen der vielseitigsten Schwimmer seiner Generation. Sein größter Erfolg: der Olympiasieg 2016 über 400m Lagen. Bereits zwei Jahre zuvor wurde er als erst zweiter asiatischer Schwimmer zum Weltschwimmer des Jahres gewählt. Im Para Schwimmen darf sich Daniel Dias(BRA) über die Aufnahme in die Hall of Fame freuen, 27-facher Paralympics-Medaillengewinner und 14-facher Paralympics-Sieger.
Federica Pellegrini erhält ihre Auszeichnung mit Verspätung
Aus den anderen Schwimmsportarten sind neben Orlando Duque noch Wasserballerin Debbie Handley – die mit Australien 1986 den ersten offiziellen WM-Titel holte – sowie Svetlana Romashina (RUS) als siebenfache Olympiasiegerin im Synchronschwimmen mit dabei. Bei den Trainern wird Jack Bauerle (USA) ausgezeichnet. Er leitete 43 Jahre lang das Programm der University of Georgia und trainierte zudem auch die US-Nationalmannschaft bei sechs Olympischen Spielen. 2008 war er sogar Cheftrainer für die Schwimmerinnen, die damals 14-mal Gold gewannen. In der Kategorie Pionier wird Paul Beulque (FRA) in die Hall of Fame aufgenommen, eine Schlüsselfigur in der Entwicklung des Schwimmens und Wasserballs im 20. Jahrhundert.
Die Zeremonie erfolgt am 10. April in Fort Lauderdale in Florida (USA), dem Sitz der ISHOF. Dann wird auch Federica Pellegrini offiziell in die Ehrenhalle aufgenommen. Die italienische Schwimmerin war bereits 2025 ausgewählt worden, konnte damals jedoch nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Pellegrini wurde 2008 Olympiasiegerin über 200m Freistil und insgesamt sechs Mal Weltmeisterin über 200m und 400m Freistil. Sie schwamm etliche Weltrekorde und war 2009 die erste Frau, die über die 400m-Distanz die Vier-Minuten-Marke unterbot.
© picture-alliance/ dpa | Alessandro_Di_MeoFederica Pellegrini blieb 2009 die erste Frau unter vier Minuten über 400m Freistil