Erste Saisonsiege für Salchow, Gräfe, Riefstahl und Hoffmann

Raik Hannemann
Raik Hannemann
16:19

In Berlin und Wuppertal bestritten viele Nationalkader am vergangenen Wochenende ihren ersten Saisonwettkampf. Kenneth Bock musste dabei besondere Herausforderungen meistern.

© Jo Kleindl

Malte Gräfe überzeugte bei der EM. Und ist auch in der neuen Saison schon wieder schnell unterwegs.

Die neue Kurzbahn-Saison kommt immer mehr in Schwung. Nach dem überlegenen Triumph von Björn Kammann (AMTV-FTV Hamburg) beim Hamburger Sprintcup in der Vorwoche zeigten sich dieser Tage auch andere Mitglieder der deutschen Schwimm-Nationalmannschaft wieder auf der Startbrücke. Bei den Opera Swim Classics in Wuppertal und dem International Swim Cup (ISC) in Berlin feierten unter anderem Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz), Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg) und Malte Gräfe (Potsdamer SV) ihre ersten Saisonsiege. Und das nur sechs Wochen nach den Europameisterschaften in Paris (FRA) und einem längeren Urlaub im Anschluss.

Alle Ergebnisse der Opera Swim Classics in Wuppertal

Gräfe war in der trainingsfreien Zeit nach Florida geflogen, hatte dort (wie übrigens auch der Leipziger JEM-Starter Mitja Bauer) seinen Studienplatz an der dortigen Universität ab Herbst 2027 fixiert. Die verbleibende Zeit bis dahin will der Junioren-Weltrekordler bei Bundesstützpunkttrainer Jörg Hoffmann und dessen Kompagnon Jens Lohaus nun aber noch für entscheidende Leistungssprünge nutzen. Die neue Saison begann für ihn schon mal verheißungsvoll, seine 26,92 Sekunden über 50m Brust gehörten zu den wertvollsten Leistungen in der Wuppertaler Schwimmoper.

Ungewöhnliche Disqualifikation für Kenneth Bock

Ungewöhnliche Herausforderungen hatte am vergangenen Wochenende Gräfes Vereinskollege Kenneth Bock zu meistern. Nach vielstündiger Zugfahrt samt zweistündiger Verspätung musste er seinen ersten Wettkampf direkt von Bahnsteig kommend ohne Einschwimmen bestreiten. Trotzdem reichte es über 400m Lagen zu Rang zwei (4:32,31 Minuten) hinter dem Paris EM-Vierten Cedric Büssing (SG Essen/4:16,05). Am nächsten Nachmittag hatte Bock dann unfreiwillig frei, denn im Vorlauf über seine Paradestrecke 200m Brust wurde er disqualifiziert. Angeblich soll er beim Tauchzeug zwei Brustbeinbewegungen gemacht haben. Zwar existierte ein Video, das das Gegenteil dokumentierte, aber die Tatsachenentscheidung stand – auch weil die Frist für den Protest dann schon abgelaufen war.

Seiner Rolle als Favorit gerecht wurde dagegen Josha Salchow, und zwar über 100m Freistil (48,33 Sekunden) genauso wie über 100m Schmetterling (52,55). Bis zu den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften (DKM) an gleicher Stelle in zwei Monaten ist sicherlich noch einiges an Steigerungspotenzial vorhanden.

Josha Salchow am Beckenrand© Jo Kleindl

Nach einer anstrengenden EM-Saison mit Studienabschluss und Berufseinstieg hofft Josha Salchow nun wieder auf Leistungssprüng

Brusthoffnung Louis Hoffmann mit neuer Bestzeit

In Wuppertal waren diesmal über 750 Aktive am Start, nicht viel weniger waren es in der Berliner SSE. Dort zeigte Louis Hoffmann (SG Neukölln Berlin), dass er den etablierten Potsdamer Brustschwimmern Melvin Imoudu, Gräfe und Bock immer näher an den Fersen hängt. Nach den tollen JEM-Erfolgen in München mit insgesamt drei Medaillen schwamm Hoffmann in 27,30 Sekunden jedenfalls gleich mal Bestzeit über 50m Brust. Zudem siegte er auch über 200m Brust und 100m Lagen. Zur Elite-Gruppe von Berlins Bundesstützpunkttrainer Lasse Frank gehört seit Kurzem auch Yara Fay Riefstahl. Die 18-Jährige startete gleich zwölf Mal beim ISC, sicherte sich dabei den Sieg über 50m Schmetterling.

Alle Ergebnisse des ISC Berlin