Entscheidung zur Olympiabewerbung: Hier geht es zum Livestream

Raik Hannemann
Raik Hannemann
23:03

KölnRheinRuhr oder München: Die wichtigsten Infos über die DOSB-Abstimmung am Samstag.

In Baden-Baden dabei: DSV-Präsident David Profit, Michael Groß, DOSB-Präsident Thomas Weikert und der DSV-Vorstandsvorsitzende Jan Pommer (v.l.) © privat

In Baden-Baden dabei: DSV-Präsident David Profit, Michael Groß, DOSB-Präsident Thomas Weikert und der DSV-Vorstandsvorsitzende Jan Pommer (v.l.)

München und KölnRheinRuhr würden gern Olympische und Paralympische Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 ausrichten. Welche Stadt für Deutschland ins internationale Bewerbungsrennen gehen soll, wird am 26. September auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Baden-Baden entschieden. Klar formuliertes Ziel des DOSB ist dabei, einen Olympiakandidaten zu küren, hinter dem sich ganz Sportdeutschland versammeln kann. „Dafür sein ist alles“, heißt schließlich der übergeordnete Slogan. Die ARD überträgt die Verkündung des Kandidaten live ab 13:45 Uhr. Der vorherige Verlauf der Mitgliederversammlung kann bereits ab 09:00 Uhr im Livestream auf YouTube verfolgt werden.

Zum ARD-Livestream 

Wer darf über die Olympiabewerbung abstimmen?

Laut Paragraf 16 der DOSB-Satzung sind bei „Angelegenheiten in Verbindung mit den Olympischen Spielen“ nur die olympischen Spitzenverbände stimmberechtigt. Aktuell sind das 42, hierzu zählt auch der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV). Er hat wie alle anderen olympischen Verbände auch (und damit unabhängig von der jeweiligen Mitgliederzahl) drei Stimmen. In Baden-Baden stimmen außerdem die zehn Mitglieder des DOSB-Präsidiums sowie sieben persönliche Mitglieder des DOSB mit ab. Sie haben jeweils eine Stimme.

Der DOSB setzte vorab eine Evaluierungskommission ein. Nach deren transparenter Bewertung liegen die Konzepte von München (87,03 von 100 Punkten) und KölnRheinRuhr (85,02 Punkte) eng beieinander, beide Bewerbungen wurden aufgrund ihrer Bewertung in den Kategorien „Sportfachliche & operative Eignung“ sowie „Internationale Strahlkraft & Nationale Akzeptanz“ im Abschlussbericht als „sehr gut“ eingestuft.

Zum Bericht der Evaluierungskommission

Was genau plant KölnRheinRuhr für den Schwimmsport?

In der Fußball-Arena in Gelsenkirchen will man beim Schwimmen, Synchronschwimmen und Wasserspringen auf über 60.000 Plätze kommen. Die Heimstätte des FC Schalke 04 verfügt dabei über ein (je nach Wetterlage) verschließbares Dach. Das wären neue Rekorde für den Schwimmsport und würde selbst Los Angeles 2028 mit 38.000 Plätzen im SoFi Stadium weit in den Schatten stellen.

„Ich habe mir versichern lassen, das hört man auch im Wasser“, schwärmte selbst Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst von einem „absoluten Highlight“ und „Gänsehaut-Atmosphäre“. Fürs Freiwasserschwimmen wird mit dem Fühlinger See im Norden Kölns geplant, für Wasserball gibt es mit dem Landschaftspark Duisburg-Nord einen neuen Standort.

Zum Konzept von KölnRheinRuhr

Was genau plant München für den Schwimmsport?

In München plant man fürs Schwimmen mit der neuen Munich Arena, die bis 2029 in Freising unweit des Flughafens entstehen wird und rund 20.000 Plätze bietet. Die Olympiahalle von 1972 hat nur acht statt der zehn erforderlichen Bahnen, hier soll aber wieder das Wasserspringen stattfinden. Für Wasserball und Synchronschwimmen wird das Dantebad mit 5.000 Plätzen versehen. Und das Freiwasserschwimmen soll im Starnberger See vor den Toren der Stadt ausgetragen werden.

Zum Konzept Münchens

Wie geht es für den Sieger weiter?

„Wir sind überzeugt, mit diesem Auswahlprozess nicht nur das beste Konzept für Deutschland zu finden, sondern auch eines, mit dem wir dann im internationalen Wettbewerb gewinnen können“, betonte DOSB-Präsident Thomas Weikert. Der seit 2006 auch als Nationales Olympisches Komitee (NOK) tätige Dachverband befindet sich als offizieller Interessent bereits im sogenannten kontinuierlichen Dialog mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Das IOC will im März 2027 eine Shortlist mit interessierten Ausrichtern veröffentlichen. Diese reichen dann ihre Konzepte sowie zentrale Finanzgarantien ein und treten in den „strategischen Dialog“ mit dem IOC. Die Entscheidung über den Olympia-Gastgeber für 2036 soll dann 2029 fallen.

Interview mit DSV-Präsident David Profit