Welche Talente in diesem Sommer außerdem noch umziehen und so der Leistungssport-Strategie des DSV folgen.
© Jo KleindlSprinter Larus Thiel hatte oft Grund zum Jubeln in dieser Saison
In der Sommerpause steht in diesem Jahr so mancher Umzug an. Denn schließlich gehört zur Leistungssport-Strategie des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV), die besten Talente an die Bundesstützpunkte zu lotsen. Am Freitag machte Larus Thiel (SG Bayer) via Instagram öffentlich, dass er aus Wuppertal nach Essen wechselt.
Der Sprinter sichert sich damit optimale Förderbedingungen und liegt damit auch voll im Trend. Deutschlands schnellste Rückenschwimmerin Lise Seidel (SC Chemnitz) gehört ab der neuen Saison zur Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn in Magdeburg. Vereinskollegin Yara Fay Riefstahl wird künftig tagtäglich an der Seite von Angelina Köhler in der Berliner Topgruppe von Lasse Frank trainieren. EM-Starter Subäjr Bilatev (SV Cannstatt) geht zu Melvin Imoudu und Co. nach Potsdam, das Jörg Hoffmann immer mehr zur Metropole des Brustschwimmens ausbaut.
Johannes Liebmann und Linda Roth schafften so schnell den Sprung in die Nationalmannschaft
„Nach vielen Jahren beim SV Bayer Wuppertal steht für mich eine große Veränderung an: Ab der Saison 26/27 werde ich für die SG Essen an den Start gehen. Diese Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen. Seit 2021 schwimme ich für Wuppertal, und der SV Bayer war ein unglaublich wichtiger Teil meines bisherigen Weges. Ich habe hier so viel erlebt, wertvolle Erfahrungen gesammelt, Erfolge gefeiert und – was am wichtigsten ist – gemeinsam mit großartigen Menschen trainiert und mich weiterentwickelt. Vom ersten Tag an wurde ich von meinen Teamkollegen, den Trainern und der Vereinsführung herzlich aufgenommen und stets bestmöglich unterstützt. Dafür bin ich wirklich dankbar“, schrieb Thiel auf Instagram.
Im Saisonverlauf hatte sich sein langjährige Trainer Hennig Lambertz aus dem Leistungssport verabschiedet. Keine leichte Situation, die auch Einfluss auf die Entscheidung nahm. Larus Thiel umschrieb es so: „Gleichzeitig spüre ich, dass jetzt der richtige Moment für den nächsten Schritt gekommen ist. In Essen habe ich die Möglichkeit, Leistungssport und Schule optimal miteinander zu verbinden. Die schulische Förderung dort eröffnet mir Chancen, die eine reguläre Schule so einfach nicht bieten kann. Das ermöglicht es mir, mich nicht nur sportlich weiterzuentwickeln, sondern auch meine schulische Ausbildung mit meiner Sportkarriere in Einklang zu bringen und meine Ziele in beiden Bereichen zu verfolgen. Mit Blick auf meine langfristigen Ziele – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene – möchte ich diese Chance nutzen und alles geben.“
Bei den Junioren-Europameisterschaften in München hatte Thiel im Juli Rang fünf und sechs über 50m Freistil beziehungsweise 50m Schmetterling belegt. Und das, obwohl er als Sportler aus dem Jahrgang 2009 dort zu den jüngeren Aktiven gehörte und im kommenden Jahr in Bjelovar (CRO/29. Juni – 04. Juli 2027) noch einmal startberechtigt sein wird. Thiel macht allerdings keinen Hehl daraus, dass er den Sprung in die Nationalmannschaft so schnell wie möglich schaffen würde. So wie zuletzt Johannes Liebmann oder Linda Roth.
© Tino HenschelLarus Thiel glänzte bei der JEM mit Topplatzierungen im Sprint