Nächstes Medaillen-Doppel von Isabel Gose und Maya Werner

Raik Hannemann
Raik Hannemann
23:14

Lukas Märtens will über 200m Freistil seinen Killerinstinkt verbessern.

Die Trainingskolleginnen Isabel Gose (r.) und Maya Werner sichern sich Silber und Gold auf der längsten aller Beckenstrecken.© Jo Kleindl

Die Trainingskolleginnen Isabel Gose (r.) und Maya Werner sichern sich Silber und Gold auf der längsten aller Beckenstrecken.

Die besonderen Momente im Leben noch einmal erleben zu können, das wünschen sich viele. Isabel Gose und Maya Werner ist es am Freitag tatsächlich gelungen. Nach den 1500m Freistil bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) standen die beiden Schwimmerinnen vom SC Magdeburg wie drei Tage zuvor schon nach dem 800m-Rennen gemeinsam mit Silber und Bronze auf dem Siegerpodest. Gold ging in 15:46,22 Minuten erneut an Simona Quadarella (ITA) vor Gose (15:49,31) und Werner (15:52,50).

EM 2026 in Paris: Alle Startlisten und Ergebnisse

Gose hat nach zweimal Gold beim Freiwasserschwimmen und insgesamt nun schon über neun Wettkampfkilometern damit bereits vier EM-Medaillen gewonnen. Auch wegen dieser enormen Belastung wusste die Olympiadritte von 2024 auf dieser Strecke das Ergebnis für sich gut einzuordnen. „Seit zwei Jahren endlich mal wieder unter 15:50. Wieder in Paris. Ich gIaube, diese Stadt bringt mir ein bisschen Glück. Ich kann mich nicht beschweren mit dieser Vorbelastung“, sagte die 24-Jährige, die am Sonntag über 400m Freistil sogar noch ein weiteres EM-Rennen vor sich hat. „Ich muss mir eingestehen, dass Simona letzte und diese Saison doch ein bisschen stärker war als ich. Allein, was sie jetzt vor den Europameisterschaften schon in den Wettkämpfen gemacht hat, war wirklich saustark. Ich bin super happy mit meiner Zeit.“

Maya Werner 24 Sekunden unter Bestzeit

Quadarella hatte trotz großer Hitze überall in Frankreichs Hauptstadt von Anfang an bedingungslos aufs Tempo gedrückt, war die ersten 400 Meter mit 4:07 Minuten genauso schnell angegangen wie beim 800m-Rennen. Einzig Gose konnte da noch mithalten, erst bei 900 Metern entstand dann die entscheidende Lücke. Hinter dem Führungsduo spulte Werner ihr Rennen schon relativ früh im Alleingang ab, die 21-Jährige verbesserte ihre Bestzeit dabei um fast 25 Sekunden. „Es läuft einfach. Ich hatte gar nicht auf dem Schirm, wie schnell ich unterwegs bin“, sagte Werner. „Das macht mich schon stolz, weil die 1500 Meter noch neu in meinem Programm sind. Dass ich da gleich so konkurrenzfähig bin, gibt ein gutes Gefühl.“

Weniger zufrieden mit sich und seiner Leistung war an diesem Tag dagegen ein anderer Athlet aus der so erfolgreichen Gruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn. Im Finale über 200m Freistil konnte sich Lukas Märtens den Traum von der ersten internationalen Medaille auf dieser Nebenstrecke nicht erfüllen. In 1:45,58 Minuten war der 400m-Weltrekordler rund eine Dreiviertelsekunde langsamer als im Halbfinale am Vorabend unterwegs und belegte damit Rang sieben. Hinter dem Olympiasieger David Popovici (ROU/1:44,55) ging weiteres Edelmetall stattdessen an Tomas Navikonis (LTU/1:44,55) und James Guy (GBR/1:44,87).

Lukas Märtens kraulte über 200m Freistil nicht die erhoffte Zeit© Jo Kleindl

Lukas Märtens kraulte über 200m Freistil nicht die erhoffte Zeit

Lukas Märtens auf der Suche nach dem Killerinstinkt

„Das Rennen war schon vorbei, da war ich gefühlt noch gar nicht richtig im Wasser. Ich bin vom Kopf entweder 100 Prozent da oder Null. Gestern war alles da, aber heute gar nichts“, erklärte Märtens. „Aber so ist Sport. Heute waren andere Leute einfach besser, das muss ich akzeptieren. Auf den 200 Metern muss ich einfach noch stabiler sein, über 400 Meter habe ich den Killerinstinkt. Ich werde weiter hart arbeiten.“ Erst am Sonntag steht dann Märtens‘ Hauptrennen über seine Weltrekordstrecke 400m Freistil auf dem EM-Programm.

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Das Kontrastprogramm zu Märtens in Sachen Emotionen lieferte Julianna Dora Bocska. Im Halbfinale über 50m Freistil drückte die 20-Jährige von der SG Essen ihre Bestzeit um gleich zwei Zehntelsekunden auf 24,83 Sekunden, das reichte zu Rang 13. „Aufgeregt war ich schon, aber ich habe versucht es als positive Energie zu sehen und einfach alles aufzusaugen und Spaß zu haben“, sagte die EM-Debütantin. „Besser hätte es nicht laufen können. Und ich glaube, nun kann ich mit Zuversicht in die nächste Saison gehen.“

Julianna Bocska konnte sich über zwei neue Bestzeiten über 50m Freistil freuen© Jo Kleindl

Julianna Bocska konnte sich über zwei neue Bestzeiten über 50m Freistil freuen

Sarah Sjöström kann Samstag Franzi van Almsick überflügeln

Während Bocska sich über die Annäherung an die Spitze freute, schwamm Superstar Sarah Sjöström (SWE/23,83) die schnellste Halbfinalzeit. Kurz vor ihrem 33. Geburtstag und ein Jahr nach der Geburt ihres Sohnes Adrian kann sie nun am Samstag ihren 19. EM-Titel gewinnen. Sie hätte dann einen mehr als Deutschlands Schwimmlegende Franziska van Almsick.

EM 2026 in Paris: DSV-Ergebnisse am 14. August

StreckeDSV-Starter*inZeitPlatz
Vorläufe ab 09:30 Uhr
50m Freistil FrauenJulianna Bocska00:25,0316. (Q)
Nina Jazy00:25,5530.
50m Brust MännerMelvin Imoudu00:26,843. (Q)
Malte Gräfe00:27,1512. (Q)
Lucas Matzerath00:27,4824.
Subäjr Biltaev00:27,4824.
100m Rücken FrauenLise Seidel01:00,7210. (Q)
200m Schmetterling MännerBjörn Kammann01:57,9719.
200m Lagen FrauenLinda Roth02:15,0113. (Q)
Noelle Benkler02:15,5617.
4x100m Freistil MixedJosha Salchow, Julian Koch, Nicole Maier, Nina Holt3:26,369.
1500m FreistilSven Schwarz14:52,165.
Oliver Klemet14:48,511. (Q)
Johannes Liebmann14:50,832. (Q)
Finalsabschnitt
100m Schmetterling Frauen FinaleAngelina Köhler00:56,392.
200m Freistil Männer FinaleLukas Märtens01:45,587.
200m Brust Frauen FinaleAnna Elendt02:23,815.
100m Rücken Frauen HalbfinaleLise Seidel01:00,7511.
50m Brust Männer HalbfinaleMelvin Imoudu00:26,938. (Q)
Malte Gräfe00:27,0710.
50m Freistil Frauen HalbfinaleJulianna Bocska00:24,8313.
200m Schmetterling Männer Halbfinale
200m Lagen Frauen HalbfinaleLinda Roth2:15,0216.
50m Rücken Männer Finale
1500m Freistil Frauen FinaleIsabel Gose15:49,312.
Maya Werner15:52,503.
4x100m Freistil Mixed Finale