Gemeinsam mit Sportradar schützt der Verband das EM-Team in Paris 2026 vor digitalen Anfeindungen.
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) setzt ab sofort auf digitalen Athlet*innenschutz: In Kooperation mit dem Sporttechnologieunternehmen Sportradar erhalten bei den kommenden Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) alle Mitglieder des DSV-Teams kostenlosen Schutz vor Hate Speech und digitalen Anfeindungen. Der DSV ist damit einer der ersten deutschen Sportverbände, der seinen Aktiven diesen Service zur Verfügung stellt.
„Mit dem Wettkampf auf internationalem Parkett wächst auch die öffentliche Aufmerksamkeit. Leider gehören dazu manchmal auch Hasskommentare und digitale Anfeindungen in den sozialen Medien. Ein Thema, das der DSV ernst nimmt und das wir gemeinsam angehen wollen“, erklärte Christian Hansmann, DSV-Vorstand Leistungssport.
Ich finde es sehr gut, dass der DSV sich dieser Sache annimmt. Als Gesellschaft haben wir bislang nur bedingt begriffen, was für ein wichtiges Thema der digitale Raum darstellt.
Als Marktführer hat Sportradar bereits das deutsche Olympiateam bei den Spielen in Paris 2024 und Mailand/Cortina (ITA) 2026 begleitet. Der digitale Schutzschirm umfasst unter anderem die automatisierte Moderation in Echtzeit auf Basis KI-gestützter Analysen, die Löschung problematischer Inhalte, bevor sie von den Athlet*innen wahrgenommen werden, die Nutzung einer umfangreichen Datenbasis (mit über zwei Millionen Schlüsselbegriffen in mehr als 100 Sprachen) zur Identifikation schädlicher Inhalte, eine Analyse- und Reportingfunktion zur Auswertung und Ableitung von Maßnahmen sowie begleitende Informations- und Schulungsangebote.
© picture alliance / CHROMORANGE | MICHAEL BIHLMAYERDer DSV schützt seine Aktiven und setzt ein Stopp-Zeichen gegen Hasskommentare
Sportler*innen bekommen ein Werkzeug gegen Hasskommentare
Bei den Aktiven kommt das Engagement gut an. „Ich finde es sehr gut, dass der DSV sich dieser Sache annimmt. Als Gesellschaft haben wir bislang nur bedingt begriffen, was für ein wichtiges Thema der digitale Raum darstellt“, sagt beispielsweise Synchronschwimmer Robin Wiehn (SG Stadtwerke München). Als Mann in einer künstlerischen Sportart bekommt der Münchener häufiger Hasskommentare. „In den Sozialen Medien zeigt man auch Aspekte des privaten Lebens und ist entsprechend verwundbar. Da ist es umso schmerzvoller, wenn fremde Menschen einen unter dem Deckmantel der Anonymität angreifen – als würde man von hinten geschubst werden.“
Gerade für jüngere Sportler*innen könne das nachhaltige negative Folge haben. „Wir dürfen den Hatern diese Macht nicht geben. Umso besser, dass der DSV hier ein starkes Zeichen setzt“, so Wiehn.
Hinter jedem Profil steckt immer auch ein Mensch
Auch Schwimmerin Noelle Benkler (SV Nikar Heidelberg) sieht darin ein wichtiges Thema. „Man muss sich einfach bewusst sein, dass hinter jedem Profil auf Social Media immer ein Mensch mit echten Gefühlen steckt, und dass nicht jeder solche negativen Online-Kommentare so leicht verkraftet“, sagt sie.
Umso mehr begrüßt sie, dass Hasskommentare unter dem digitalen Schutzschirm von Sportradar automatisch herausgefiltert werden. „Wenn man das selbst machen würde, müsste man sich die Kommentare doch wieder durchlesen und sich damit beschäftigen“, so die Heidelbergerin. Das gilt insbesondere auch während des Wettkampfes wie jetzt bei den Europameisterschaften. „Man macht sich unnötig Gedanken, zweifelt an seiner Leistung und kann sich weniger aufs Sportliche konzentrieren. Natürlich hat so etwas dann auch Auswirkungen auf die nächsten Starts“, so Benkler. „99 Prozent der Leute, die so etwas schreiben, wären im echten Leben zu feige, einem das ins Gesicht zu sagen. Man tippt einfach ins Handy und hat keine Vorstellung davon, was das mit einer Person machen kann.“ Der DSV tritt deshalb künftig umso stärker für einen respektvollen Umgang im digitalen Raum ein.