Das DSV-Quartett krault bei der JEM in München am Vormittag auf Rang zwei. Und in den Einzelrennen glänzen Nils Nolte, Lara Vandenhirtz und Larus Thiel mit schnellen Zeiten.
© Tino HenschelLara Vandenhirtz freut sich über ihren tollen Vorlauf über 50m Schmetterling
Am Samstagabend wird die Münchener Olympia-Schwimmhalle aus allen Nähten platzen, bis auf wenige Restkarten ist der vorletzte Tag der Junior*innen-Europameisterschaften ausverkauft. Das Publikum darf sich auf einen rasanten Abend freuen, bei dem für Deutschland nicht nur Linda Roth (SC Magdeburg) über 100m Freistil erneut mit besten Medaillenchancen ins Rennen geht. Auch Moritz Erkmann (SC Chemnitz) rechnet sich über 800m Freistil einiges aus, zudem startet Evelyn Wegrotzki (SG HT16 Hamburg) im Endlauf über 200m Schmetterling.
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Am Vormittag löste nun auch noch die 4x200m-Freistilstaffel der Männer das Ticket fürs Finale – und das als Sieger ihres Vorlaufs in 7:19,21 Minuten und mit der insgesamt zweitbesten Zeit des Feldes. Schneller als Rudolf Bordas (SC Magdeburg), Jonas Lieschke (Hamburger SC), Simon Brugger (SG Stadtwerke München) und Nils Nolte (Berliner TSC) war einzig das Quartett der Neutralen Athleten mit 7:16,77. „Natürlich schielt man jetzt auf die Medaille, aber ein Finale hat seine eigenen Regeln“, sagte Lokalmatador Brugger. „Sicher können die Topnationen noch zulegen. Unsere Jungs sollten sich hier Selbstvertrauen holen, das ist gut gelungen“, lobte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes.
Nils Nolte kratzt am Jahrgangsrekord
Nils Nolte war am Morgen sogar gleich doppelt im Einsatz, er absolvierte zuvor auch schon die 100m Freistil und erreichte als Elfter souverän das Halbfinale. Mit 49,89 Sekunden blieb er nur vier Hundertstel über seinem eigenen Jahrgangsrekord, ähnlich schnell war er an einem Vormittag noch nie. „Für einen Vorlauf war das vernünftig, ich freue mich. Ich habe mich gut gefangen über die zwei freien Tage und auch ordentlich trainiert“, sagte er.
Alle JEM-Ergebnisse auf einen Blick
Am vorletzten Tag der Münchener JEM hatte das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) auch sonst ein volles Programm, zwei Drittel der Mannschaft waren am Vormittag im Einsatz. Dabei gab es auch ein Wiedersehen mit drei der Staffelmedaillengewinner*innen vom Vortag. Über 100m Brust lieferte Louis Hoffmann (SG Neukölln Berlin) nach Silber mit der Lagen-Mixedstaffel und zuvor bereits Bronze im Einzel über 50m einen weiteren guten Auftritt ab, mit 1:01,44 Minuten bot er in den Vorläufen die zweitschnellste Zeit an. Schneller war nur der Grieche Evangelos Efraim Ntoumas (1:01,08).
Über 100m Rücken steht auch Mitja Bauer (SG Leipzig) als Elfter in 55,84 Sekunden im Halbfinale. Gleiches gilt für Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz), wie Hoffmann und Bauer Teil der erfolgreichen Mixedstaffel vom Freitag, als Fünfte über 50m Schmetterling in 27,06 Sekunden. Sogar die drittschnellste Zeit gelang auf dieser Strecke Lara Vandenhirtz (SG Essen), sie schwamm mit 26,69 neue Bestleistung und blieb nur zwei Hundertstel über dem Jahrgangsrekord für 16-Jährige.
Lara Vandenhirtz freut sich über „krasse Bestzeit“
„Ich habe mich natürlich erstmal riesig gefreut über so eine krasse Bestzeit. Dabei hat es sich gar nicht so gut angefühlt. Der Übergang war gar nicht gut. Aber ich freue mich jetzt mega aufs Halbfinale“, sagte sie.
Dass das Feld kurz vor dem Start noch einmal vom Block gebeten wurde, störte die Essener Frohnatur überhaupt nicht. „Ich bin eigentlich immer relativ entspannt“, meinte sie. „Mir ist auch auf dem Startblock aufgefallen, dass der verstellt war, nicht auf drei, sondern auf zwei. Aber das muss man dann einfach hinnehmen und trotzdem performen und sich nichts dabei denken.“ Flott unterwegs war auch Luisa Herrmann (SG Bayer): 27,25 bedeuteten die neuntschnellste Zeit, was fürs Halbfinale gereicht hätte. Es können pro Nation aber immer nur zwei Aktive weiterkommen.
Larus Thiel weiter schnell unterwegs, zwei Lagenschwimmerinnen im Halbfinale
Bei den Männern präsentierte sich im Schmetterlingssprint auch Larus Thiel (SG Bayer) weiter in guter Verfassung. Nach JEM-Platz fünf am Vortag im Finale über 50m Freistil gelang ihm im Vorlauf mit 23,98 diesmal die achtbeste Zeit und damit der sichere Einzug ins Halbfinale am Abend (ab 18:00 Uhr, Livestream bei Sporteurope.TV). „Morgens war ich noch nie so schnell“, freute er sich.
Ebenfalls im Halbfinale stehen über 200m Lagen Laura Sophie Kohlmann (SG Essen) als Sechste in 2:16,78 Minuten sowie Mira Helget (AMTV-WTB Hamburg) als Siebte (2:17,05). Über 100m Brust kam auch Hannah Schneider (Hofheimer SC) als Zwölfte in 1:10,64 Minuten eine Runde weiter. „Hinten raus war es hart“, sagte die Hessin, die Anfang der Woche noch krank gewesen war.