So will Magdeburg die Elbeschwimmhalle doch noch retten

Raik Hannemann
Raik Hannemann
13:12

Von wegen Totalschaden: Die Stadt will am 03. Juli einen konkreten Rettungsplan beschließen.

Die Elbeschwimmhalle war 2004 in 28 Monaten für 12,5 Millionen Euro renoviert worden© picture-alliance / ZB | Jens Wolf

Die Elbeschwimmhalle war 2004 in 28 Monaten für 12,5 Millionen Euro renoviert worden

„Da blutet einem das Herz“, hatte Olympiasieger Florian Wellbrock kürzlich bei Instagram eingestanden, weil der Chef des Kommunales Gebäudemanagements in Magdeburg von einem „statischen Totalschaden“ sprach. Und Weltrekordler Lukas Märtens monierte das langsame Mahlen der Bürokratie. Doch am Dienstag zeigte sich nun: Die Magdeburger Elbeschwimmhalle ist doch noch nicht verloren.

Oberbürgermeisterin Simone Borris hat sich nämlich über drei mögliche Rettungsszenarien informieren lassen. Diese waren von der Stadtverwaltung erarbeitet worden. Eine Grundsatzentscheidung dazu soll nun noch kurz vor der Sommerpause am 03. Juli fallen. Laut „Magdeburger Volksstimme“ wird in der Verwaltung aktuell eine fünf Millionen Euro teure Variante favorisiert, mit der die Elbeschwimmhalle zum Schuljahresbeginn 2027 wieder in Betrieb gehen könnte.

Neues Dach für die Elbeschwimmhalle würde zehn Millionen kosten

Hierbei soll über dem Becken ein zusätzliches Traggerüst unters baufällige Dach eingebaut werden. Zwar würden dadurch einige Tribünenplätze wegfallen, die Nutzung der Halle wäre jedoch anschließend kaum eingeschränkt. Und die Nutzungsdauer entspräche anschließend sogar der eines komplett neuen Dachs, für das Kosten von zehn Millionen Euro veranschlagt wurden. Auch wird über die Aufstellung eines großen Mietpools, wie zuletzt bei den Olympischen Spielen in Paris (FRA) oder der WM in Singapur zu sehen, als Zwischenlösung beraten. Denn die Elbeschwimmhalle wird bekanntlich nicht nur vom Leistungssport, sondern auch für den Schul-, Vereins und Freizeitsport genutzt.

Die Pläne für ein nationales Schwimmzentrum für den Leistungssport, das im vergangenen Herbst die Förderzusage des Bundes erhalten hatte, bleiben von der aktuellen Diskussion unberührt. Hier ist eine Fertigstellung nach derzeitigem Stand allerdings nicht vor 2029 zu erwarten.