World Series in Berlin: Josia Topf schwimmt erneut aufs Podest

Raik Hannemann
Raik Hannemann
21:38

Julian Füllgraf glänzt in der SSE mit seinem vierten deutschen Rekord. Und will bei der IDM ab Sonntag sogar noch mehr.

Josia Topf© Jo Kleindl

Josia Topf glänzte in Berlin mit mehreren Topzeiten

Auch am dritten und letzten Wettkampftag der Para Swimming World Series in Berlin konnte das Publikum zahlreiche Weltklasseleistungen bestaunen. Neben Weltstars wie Teresa Perales (ESP) oder dem am Samstag doppelt sogar siegreichen Gabriel Araújo (BRA) wussten in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) auch die deutschen Aktiven zu glänzen. Besonders mal wieder Josia Topf aus der Startklasse SM3, der über 150m Lagen mit 2:58,92 Minuten eine beeindruckende Zeit schwamm und in der startklassenübergreifenden Punktewertung damit Dritter wurde.

Alle Ergebnisse der World Para Series in Berlin

Nach Gold über diese Strecke bei den Paralympics 2024 und den Weltmeisterschaften 2025 stehen die Zeichen damit also gar nicht so schlecht, dass es im September in der Türkei dann auch mit dem ersten EM-Gold klappen könnte. „Ich will nichts beschreien, bis September kann noch so viel passieren. Aber natürlich macht man sich durchaus Gedanken in diese Richtung. Einmal alles zu gewinnen, das wäre schon cool“, meinte der 23-Jährige aus Erlangen.

Am Samstag wurde Topf außerdem noch Sechster über 50m Freistil. Dass bei der EM mit ihr gerechnet werden kann, zeigte auf dieser Sprintstrecke auch Weltmeisterin Tanja Scholz (S4). Über 50m Freistil blieb die Elmshornerin mit 39,18 Sekunden problemlos unter der A-Norm und beließ es danach beim Vorlauf. Mit Balint Köszegvary (S10) empfahl sich zudem ein Youngster aus dem Jahrgang 2008 mit erfüllter Nachwuchs-Norm für die EM-Nominierung in der kürzesten Schwimmdisziplin.

Mira Maack mit Topzeit im Rückenschwimmen

Weitere Topresultate für das Team des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) gab es über 100m Rücken zu verzeichnen. Hier war Mira Jeanne Maack in 1:20,04 Minuten die schnellste Frau in der Startklasse S8 und wurde damit in der übergreifenden Punktewertung Sechste. „Ich habe in den letzten vier Monaten etwas weniger trainiert, weil ich ein Pflegepraktikum im Krankenhaus absolviert habe. Dafür war die Zeit heute richtig gut“, meinte die 22-Jährige, die in den vergangenen Jahren bei Paralympics, WM und EM jeweils Bronze in dieser Disziplin gewonnen hatte. Bis zur EM im September in der Türkei wird sich die Berlinerin nun aber wieder mehr aufs Schwimmen konzentrieren, ehe dann ihr Studium beginnt. Da sie für Medizin (noch) keinen Studienplatz bekam, geht es nun in Richtung Fashion Design

Mira Jeanne Maack© Jo Kleindl

Mira Jeanne Maack glänzte in Berlin mit starker Leistung und A-Norm über 100m Rücken

Eine weitere EM-Norm erfüllt auf dieser Strecke auch Nisanur Kocabas (S6). Zuvor hatte sie sich bereits über 100m Brust und 400m Freistil für den ersten Einsatz für die Nationalmannschaft im Elitebereich empfohlen. „Ich bin sehr happy, dass ich mit so jungem Alter schon so viel erreichen durfte“, meinte die 13-Jährige, die ihre Babelsberger Vereinskollegin Verena Schott als ihr Vorbild benannte. Die mehrfache Medaillengewinnerin bei Paralympics und Weltmeisterin war im Vorjahr erneut Mutter geworden, sicherte sich mit 37 Jahren beim Berliner Weltcup auch wieder ein EM-Ticket.

Julian Füllgraf setzt seine beeindruckende Rekordserie fort

Bei den Männern erfüllte Janis McDavid (3:14,92) im Rückenschwimmen die EM-Norm  auch über 100m und damit  ein zweites Mal, auch wurde am Samstag die Klassifizierung seiner neuen Startklasse bestätigt. „Wir haben erst vor drei Monaten begonnen, neue Rückentechniken einzustudieren. Weil es die einzig machbaren paralympischen Strecken für mich sind. Nun zu sehen, was für krasse Fortschritte damit machbar sind für mich, ist sehr cool“, meinte der 34-Jährige, der ab kommendem Jahr dann auch in der Berliner Topgruppe von Trainer Phillip Semechin trainieren wird.

Zeitplan und Startlisten der IDM

Über 400m Freistil kraulte Johanna Döhler (S13) zur EM-Norm, auch Charlotte Leonora Kast (S7) empfahl sich mit Nachwuchsnorm für die Nominierung. Und Julian Füllgraf (S14) verbesserte seinen deutschen Rekord um gleich mehr als drei Sekunden auf 4:23,47 Minuten. „Die Jungs rechts und links neben mir haben mich schön mitgezogen“, meinte Füllgraf. Ab Sonntag geht es in der SSE nun gleich mit den Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM/10.  12. Mai) weiter. Füllgraf will nach insgesamt vier Bestmarken beim Weltcup dort dann noch Jagd auf den nationalen 50m-Rekord machen. Es ist der letzte Freistilrekord in seiner Startklasse, der noch nicht in seinem Besitz ist. Die IDM bilden zugleich den Abschluss der EM-Qualifikation. Hochklassige Rennen sind also auch dort zu erwarten.

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