Brustschwimmer legen vor: EM-Norm für Gräfe und Biltaev, Imoudu nah am Rekord

Philip Häfner
Philip Häfner
14:16

Auch Anna Elendt, Isabel Gose, Maya Werner, Fritz Dietz und Jeremias Pock schwimmen am Samstag bereits in den DM-Vorläufen neue Paris-Normen.

Malte Gräfe beim DM-Vorlauf am Samstag© Jo Kleindl

Brustschwimmer Malte Gräfe beim DM-Vorlauf am Samstag

Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin vergeht in diesem Jahr kein Abschnitt, ohne dass die besten Schwimmer*innen des Landes mit neuen EM-Normen aufwarten. Auch am Samstag gab es bereits in den Vorläufen wieder sieben neue Normen für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) zu feiern, dazu wurde auch eine weitere Richtzeit für die Jugend-Europameisterschaften in München (07. – 12. Juli) erfüllt.

Livestream der A-Finals am Samstag (25. April, ab 17:50 Uhr)

Einer jubelte am Vormittag besonders laut. Jan Malte Gräfe schlug über 50m Brust nach 27,19 Sekunden an und durfte sich damit nicht nur über die EM-Norm freuen, sondern zugleich über einen neuen Jahrgangsrekord für 19-Jährige. Der Potsdamer blieb gleich zwei Zehntel unter der alten Bestmarke seines Trainingskollegen Melvin Imoudu.

„In den letzten Wochen lief es im Training eher schwierig. Und dann gestern auch noch über die 100 Meter nicht so, wie ich mir das gewünscht habe. Um so größer ist jetzt die Erleichterung“, sagte Gräfe. „Am Nachmittag will ich nun natürlich die Leistung bestätigen.“

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Die U23-Norm für Paris knackte Subäjr Biltaev (SV Cannstatt) mit 27,54, auch ihm winkt nun sein erster Start im Nationalteam im Erwachsenenbereich. Die Favoritenrolle trägt im Endlauf allerdings Melvin Imoudu (Potsdamer SV). Mit 26,68 konnte er seine bisherige Saisonbestzeit deutlich drücken und kam sogar schon bis auf sechs Hundertstel an seinen eigenen deutschen Rekord aus dem Jahr 2024 heran. Lucas Matzerath (Team Bochum) muss nach bisher 27,50 Sekunden noch zulegen, sollte aber keinesfalls unterschätzt werden. Das wird definitiv ein spannendes Finale.

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Bei den Frauen ist Anna Elendt (SG Frankfurt) dagegen die klare Favoritin. Die letztjährige Weltmeisterin über 100m Brust unterbot im Vorlauf mit 30,57 Sekunden problemlos die EM-Norm. In den vergangenen Monaten hatte die Frankfurterin in den USA zuletzt intensiv an ihrem Start gefeilt, der gerade auf der kürzesten Bruststrecke so entscheidend ist. Im Finale ist damit sicher auch noch eine Steigerung möglich.

Isabel Gose (r.) und Maya Werner freuen sich über Gold und Bronze über 800m Freistil© privat

Isabel Gose (r.) und Maya Werner freuen sich über Gold und Bronze über 800m Freistil bei der Kurzbahn-EM

Spannendes 200m-Finale in Sicht: Fünf Frauen streiten um vier EM-Plätze

Insgesamt schon fünf Normerfüllerinnen für die Europameisterschaften gibt es inzwischen über 200m Freistil zu verzeichnen. Am Samstagvormittag kamen mit Isabel Gose (SC Magdeburg/1:59,19) und Vereinskollegin Maya Werner (1:59,26) zwei weitere hinzu. Werner hatte wegen Bandscheibenproblemen, die nach dem 400m-Rennen wieder aufgetaucht waren, am Vortag auf den Start über 1500m Freistil verzichtet – die 200m wollte sie aber unbedingt wahrnehmen. „Jetzt habe ich alle Normen, die ich wollte“, sagte sie.

Ob es für sie in dieser Disziplin letztlich auch zum EM-Ticket reicht, entscheidet sich aber erst im Finale. Schließlich stehen pro Nation und Strecke nur maximal vier Startplätze zur Verfügung, und mit Maya Tobehn (Dresdner SC), Linda Roth und Nina Holt (beide SC Magdeburg) gibt es weitere Kandidatinnen. Ein Luxusproblem für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV). Und ein Versprechen für ein sehr schnelles Finale am Abend (ab 17:50 im ZDF Livestream). Bei den Männern waren auf dieser Strecke Timo Sorgius (SC Wiesbaden/1:46,76) und Jarno Bäschnitt (Team Bochum/1:47,30) am Vormittag am besten. „Jarno und ich treiben uns nachher richtig an, ich würde zu gern mal eine 1:45er Zeit sehen.“

Duell der Generationen über 50m Rücken

Nach einem Heimsieg riecht es über 50m Rücken. Die beiden Trainingskollegen Ole Braunschweig (SG Neukölln Berlin/24,75) und Vincent Passek (Berliner TSC/24,78) lagen in den Vorläufen lediglich drei Hundertstel auseinander, das verspricht für das Finale viel Spannung in diesem Generationenduell. Die Paris-Norm hatten beide schon vorher abgehakt. In Berlin bot sich jetzt auch noch Fritz Dietz (SG Frankfurt) für die Reise in die französische Hauptstadt an, der mit 25,17 die U23-Richtzeit erfüllte.

Ebenfalls EM-Norm schwamm über 200m Lagen Jeremias Pock (1. FCN Schwimmen) als Vorlaufschnellster in 1:59,37 Minuten, in diesen Bereich kann im Finale sicher auch 400m-Sieger Cedric Büssing (SG Essen/2:01,71) noch vordringen. Und Mitja Bauer (SSG Leipzig) sicherte sich nach den drei Rückenstrecken nun auch über die Lagen-Distanz seinen Startplatz bei der JEM „dahoam“ in München.

Erfüllte EM-Normen 2026

Erfüllte Normen FrauenFrauen U23FrauenStreckeMännerMänner U23Erfüllte Normen Männer
Angelina Köhler 24,81
Julianna Dora Bocska 25,04 (U23)
Nina Holt 25,06 (U23)
Nina Jazy 25,15 (U23)
25,1525,0050m Freistil22,1022,25Martin Wrede (22,18 (U23)
Linda Roth (54,30 (DJR)
Nina Holt 54,38
Nicole Maier 54,47
Julianna Dora Bocska 54,57
Nina Jazy 54,97
55,0054,60100m Freistil48,9049,20Kaii Liam Winkler 48,16
Josha Salchow 48,49
Timo Sorgius 49,08 (U23)
Maya Tobehn 1:58,69
Linda Roth 1:59,02
Isabel Gose 1:59,19
Maya Werner 1:59,26
Nina Holt 2:00,02 (U23)
2:00,101:59,60200m Freistil1:47,201:48,00Lukas Märtens 1:45,67
Jarno Bäschnitt 1:46,61
Timo Sorgius 1:46,76
Oliver Klemet 1:46,79
Isabel Gose 4:02,92
Maya Werner 4:06,18
Juliana Buttler 4:11,45 (U23)
Leonie Märtens 4:11,79 (U23)
4:12,804:08,40400m Freistil3:46,603:48,60Lukas Märtens (gesetzt)
Oliver Klemet 3:43,14
Johannes LIebmann 3:44,59
Sven Schwarz 3:46,52
Isabel Gose 8:24,69
Maya Werner 8:31,08
8:36,508:32,20800m Freistil7:48,907:52,50Sven Schwarz (gesetzt)
Lukas Märtens (gesetzt)
Johannes Liebmann 7:37,94 (ER)
Oliver Klemet 7:45,66
Isabel Gose 15:55,04
Maya Werner 16:16,30
Leonie Märtens 16:23,57 (U23)
16:28,7016:17,301500m Freistil15:04,7015:14,10Sven Schwarz (gesetzt)
Johannes Liebmann 14:39,67
Oliver Klemet 14:41,71
Angelina Köhler (gesetzt)26,4526,2550m Schmetterling23,4523,60Luca Nik Armbruster 23,29
Ole Mats Eidam 23,41
Josha Salchow 23,42
Angelina Köhler 56,35
Yara Fay Riefstahl 58,23
59,1058,60100m Schmetterling52,0052,30Luca Armbruster 51,60
Kaii Winkler 51,73
Björn Kammann 51,78
Josha Salchow 51,89
2:12,002:11,00200m Schmetterling1:57,001:57,90
28,4528,2550m Rücken25,1525,35Vincent Passek 24,63
Ole Braunschweig 24,70
Fritz Dietz 25,17 (U23)
1:00,801:00,40100m Rücken54,4054,80Cornelius Jahn 53,97 Vincent Passek 54,31
Timo Sorgius 54,54 (U23)
Mitja Bauer 54,61 (U23/DJR)
Lise Seidel 2:12,29 (U23)
Maya Werner 2:12,77 (U23)
2:12,802:11,80200m Rücken1:58,101:59,00Lukas Märtens 1:55,85 (DR)
Anna Elendt 30,5731,2031,0050m Brust27,3527,55Melvin Imoudu 26,68
Malte Gräfe 27,19
Subäjr Biltaev 27,54 (U23)
Anna Elendt (gesetzt)1:07,301:06,80100m Brust59,701:00,20Melvin Imoudu 59,33
Lena Ludwig 2:26,58 (U23)2:27,202:26,10200m Brust2:10,902:11,90
Noelle Benkler 2:12,19 2:13,802:12,80200m Lagen2:00,602:01,50Jeremias Pock 1:59,37
Timo Sorgius 2:00,66 (U23)
Finn Hammer 2:01,35 (U23)
Linda Roth 4:43,20
Noelle Benkler 4:43,38
4:44,604:43,50400m Lagen4:15,604:17,50Cedric Büssing 4:13,56
3:39,804x100m Freistil3:15,40
7:57,504x200m Freistil7:10,00
4:01,404x100 m Lagen3:35,40
4x100m Lagen Mixed3:46,70
4x100m Freistil Mixed3:28,50
4x200m Freistil Mixed7:31,00
Pro Strecke können bis zu vier Startplätze vergeben werdenStand 24. April