Der 19-jährige Magdeburger verbessert in Stockholm die Bestmarke des WM-Zweiten Sven Schwarz. Die Vorfreude auf die Schwimm-DM in Berlin wird dadurch riesig.
© Tino HenschelErhöht den Konkurrenzkampf auf den Langstrecken in Deutschland noch einmal deutlich: Johannes Liebmann
Im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) läuft dieser Tage die Qualifikation für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) an, die dann bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin (23. – 26. April) ihren abschließenden Höhepunkt findet. Johannes Liebmann setzte dabei schon jetzt ein dickes Ausrufezeichen und kraulte bei den Swim Open Stockholm zum Europarekord über 800m Freistil.
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In 7:37,94 Minuten blieb der 19-Jährige vom SC Magdeburg in Schweden unter der bisherigen Bestmarke von Sven Schwarz (7:38,12), die der WM-Zweite im vorigen Jahr bei den nationalen Titelkämpfen aufgestellt hatte. Als Zweiter blieb auch Oliver Klemet (SG Frankfurt) unter der DSV-Norm für Paris (7:45,66). Genau ein Jahr nach dem 400m-Weltrekord von Lukas Märtens gibt es an gleicher Stelle damit wieder einen deutschen Rekordkracher!

Das Training mit den Topstars beflügelt Johannes Liebmann
Liebmann gewann in den vergangenen beiden Jahren schon mehrere Medaillen bei den Junioren-Europameisterschaften und bestreitet nun seine erste Saison im Elitebereich. Dass er dabei in überragender Verfassung ist, zeigten schon seine Weltklasse-Leistungen über 400m Freistil (3:44,59 Minuten) und 1500m Freistil (14:39,67 Minuten) in den beiden Tagen zuvor. Damit verbesserte er nämlich die deutschen Jahrgangsrekorde für 19-Jährige der heutigen Olympiasieger Lukas Märtens und Florian Wellbrock um rund fünf beziehungsweise 15 Sekunden. Über 800m und 1500m Freistil war in diesem Jahr weltweit niemand schneller.
Alle Ergebnisse der Swim Open Stockholm
„Ich habe die Bestzeiten erwartet. Die Zeiten beim Training in der Höhe waren sehr gut, deswegen hatte ich ein gutes Gefühl. Aber dass es so schnell wird, habe ich nicht erwartet“, erzählte Liebmann im Interview vor Ort. Und übt sich sonst auch in Zurückhaltung: „Ich stehe noch am Anfang. Ich trainiere erst seit einem Jahr in der Gruppe von Bernd Berkhahn. Die ersten Monate waren auch hart, weil alle anderen noch zu schnell waren für mich. Aber ich habe immer versucht, dranzubleiben. In den letzten Monaten ging es dann immer besser, ich konnte immer öfter mithalten, und in den letzten Wochen waren wir dann auf dem gleichen Level, würde ich sagen. Es gibt mir einfach ein großartiges Gefühl, mit Oliver, Flo und all den großen Namen mitschwimmen zu können.“
© Tino HenschelJohannes Liebmann startet nach seinen JEM-Erfolgen nun auch in der offenen Klasse so richtig durch
Drei EM-Normen auch für Isabel Gose und Maya Werner
In der kommenden Woche stehen übrigens die ersten Abiturprüfungen an, danach wird Liebmann dann auch bei den Deutschen Meisterschaften zweimal starten. Dass er zum EM-Team gehören wird, bezweifelt seit Stockholm aber keiner mehr. Liebmann selbst sagt auch: „Ich werde probieren, bei meinen ersten Europameisterschaften möglichst viele Erfahrungen zu sammeln, und schaue dabei einfach, was geht.“
Bei den Frauen siegte Isabel Gose (SC Magdeburg) auf dieser Strecke in 8:24,69 Minuten vor ihren Trainingspartnerinnen Moesha Johnson (AUS/8:26,89) und Maya Werner (8:31,08). Beide Deutschen sicherten sich damit – wie Liebmann und Klemet – bereits die jeweils dritte EM-Norm. Nachwuchstalent Linda Roth wurde zudem über 200m Schmetterling in 2:14,19 Minuten Zweite, der Sieg ging hier an Helena Rosendahl Bach (DEN/2:07,47). Junioren-Europameisterin Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) wurde Fünfte über 100m Brust (1:08,17 Minuten), es gewann Kotryna Teterovka (LTU/1:07,12)
Gose führt auf den Langstrecken nun sogar dreimal die europäische Jahresrangliste an. „Es läuft ganz gut. Meine Schulter hält stand, das ist ein gutes Zeichen“, meinte die 23-Jährige. Sie war aus dem Höhentraining eher abgereist, um die Schmerzen behandeln zu lassen. Offenbar hat die Therapie sehr gut angeschlagen. Ein gutes Zeichen für die kommenden Highlightrennen bei der Schwimm-DM in Berlin.
Erfüllte EM-Normen 2026
| 25,15 | 25,00 | 50m Freistil | 22,10 | 22,25 | ||
| 55,00 | 54,60 | 100m Freistil | 48,90 | 49,20 | Timo Sorgius 49,08 (U23) | |
| Linda Roth 1:59,02 | 2:00,10 | 1:59,60 | 200m Freistil | 1:47,20 | 1:48,00 | Timo Sorgius 1:47,07 |
| Isabel Gose 4:04,51 Maya Werner 4:07,13 | 4:12,80 | 4:08,40 | 400m Freistil | 3:46,60 | 3:48,60 | Lukas Märtens (gesetzt) Oliver Klemet 3:43,14 Johannes LIebmann 3:44,59 |
| Isabel Gose 8:24,69 Maya Werner 8:31,08 | 8:36,50 | 8:32,20 | 800m Freistil | 7:48,90 | 7:52,50 | Sven Schwarz (gesetzt) Lukas Märtens (gesetzt) Johannes Liebmann 7:37,94 (ER) Oliver Klemet 7:45,66 |
| Isabel Gose 15:55,04 Maya Werner 16:16,30 | 16:28,70 | 16:17,30 | 1500m Freistil | 15:04,70 | 15:14,10 | Sven Schwarz (gesetzt) Johannes Liebmann 14:39,67 Oliver Klemet 14:41,71 |
| 26,45 | 26,25 | 50m Schmetterling | 23,45 | 23,60 | Luca Nik Armbruster 23,29 Ole Mats Eidam 23,41 |
|
| Angelina Köhler (gesetzt) | 59,10 | 58,60 | 100m Schmetterling | 52,00 | 52,30 | |
| 2:12,00 | 2:11,00 | 200m Schmetterling | 1:57,00 | 1:57,90 | ||
| 28,45 | 28,25 | 50m Rücken | 25,15 | 25,35 | ||
| 1:00,80 | 1:00,40 | 100m Rücken | 54,40 | 54,80 | ||
| Lise Seidel 2:12,29 (U23) | 2:12,80 | 2:11,80 | 200m Rücken | 1:58,10 | 1:59,00 | |
| 31,20 | 31,00 | 50m Brust | 27,35 | 27,55 | ||
| Anna Elendt (gesetzt) | 1:07,30 | 1:06,80 | 100m Brust | 59,70 | 1:00,20 | |
| Lena Ludwig 2:26,58 (U23) | 2:27,20 | 2:26,10 | 200m Brust | 2:10,90 | 2:11,90 | |
| 2:13,80 | 2:12,80 | 200m Lagen | 2:00,60 | 2:01,50 | Timo Sorgius 2:00,66 (U23) | |
| 4:44,60 | 4:43,50 | 400m Lagen | 4:15,60 | 4:17,50 | ||
| 3:39,80 | 4x100m Freistil | 3:15,40 | ||||
| 7:57,50 | 4x200m Freistil | 7:10,00 | ||||
| 4:01,40 | 4x100 m Lagen | 3:35,40 | ||||
| 4x100m Lagen Mixed | 3:46,70 | |||||
| 4x100m Freistil Mixed | 3:28,50 | |||||
| 4x200m Freistil Mixed | 7:31,00 | |||||
| Pro Strecke können bis zu vier Startplätze vergeben werden | Stand 12. April |