Klemet, Liebmann, Armbruster, Gose, Werner, Roth und Sorgius knacken EM-Normen

Raik Hannemann
Raik Hannemann
20:13

In Stockholm verbessert der 19-jährige Liebmann dabei sogar den deutschen Jahrgangsrekord von Olympiasieger Lukas Märtens deutlich.

Oliver Klemet© Jo Kleindl

Oliver Klemet bliebt in Stockholm nur knapp über seiner Bestzeit aus dem Olympiajahr 2024

Riesige Wasserrutschen und ein Wellenbad locken immer viele Gäste ins Eriksdalsbadet von Stockholm (SWE). Größeren Zulauf verzeichnet in dieser Woche aber ganz klar der 50m-Pool im 2004 für eine Olympiabewerbung erbauten Wassersportzentrum. Die Swim Open Stockholm sind wegen des schnellen Beckens nämlich bei Schwimmstars aus aller Welt beliebt, auch bei den Aktiven des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV). Mit Oliver Klemet (SG Frankfurt), Linda Roth, Johannes Liebmann (beide SC Magdeburg) und Luka Nik Armbruster (SG Neukölln Berlin) konnten zum Auftakt des diesjährigen Meetings am Donnerstag gleich vier von ihnen die DSV-Norm für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) erfüllen. Der Qualifikationszeitraum findet aber erst bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin (23. – 26. April) seinen finalen Höhepunkt.

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Im Vorjahr hatte Lukas Märtens in Schwedens Hauptstadt den Weltrekord über 400m Freistil verbessert, in diesem Jahr musste der Weltmeister sein Kommen nach einer Erkältung absagen. Den Sieg auf dieser Strecke sicherte sich stattdessen Trainingspartner Klemet in 3:43,14 Minuten vor Liebmann (3:44,59). Florian Wellbrock (SC Magdeburg) wurde Achter (3:55,24). Die EM-Norm liegt bei 3:46,60.

Linda Roth ist auch noch für die JEM startberechtigt

Schon im Vorlauf (3:46,84) war der kürzlich 19 Jahre alt gewordene Liebmann deutlich unter dem deutschen Jahrgangsrekord von Lukas Märtens geblieben, der in diesem Alter 3:48,22 geschwommen war. Und im Finale legte Liebmann noch zwei weitere Sekunden drauf. Der Youngster setzt also seine verheißungsvolle Entwicklung trotz stressiger Abiturprüfungen fort. Ein EM-Ticket ist bereits jetzt nicht mehr unwahrscheinlich, da Wellbrock und Klemet sich in den kommenden Wochen dann wieder mehr aufs Freiwasserschwimmen konzentrieren.

Alle Ergebnisse der Swim Open Stockholm

Die bis Juni noch 17-jährige Linda Roth blieb bereits im Vorlauf über 200m Freistil in 1:59,91 Minuten 19 Hundertstel unter der U23-Norm für Paris, mit Platz drei im Finale unterbot sie am Abend in 1:59,02 dann sogar die Elite-Norm (1:59,60) deutlich. Roth ist in ihrem jungen Alter auch noch bei den Jugend-Europameisterschaften in München (07. – 12. Juli) startberechtigt und mit solch einer Zeit dort alles andere als chancenlos.

Johannes Liebmann nimmt Kurs auf die EM in Paris© European Aquatics

Johannes Liebmann nimmt Kurs auf die EM in Paris

Richtig stark präsentierte sich auch Isabel Gose. Die Olympiadritte über 1500m Freistil kraulte in 15:55,04 Minuten einen neuen Meetingrekord und siegte vor Moesha Johnson (AUS/15:58,49) und der Magdeburger Vereinskollegin Maya Werner (16:16,30). Beide Deutsche blieben damit unter der EM-Norm (16:17,30).

Sorgius gewinnt bei den Schweizer Meisterschaften

Silber gewann Luca Nik Armbruster (SG Neukölln) über 50m Schmetterling. In 23,29 Sekunden musste er nur Ex-Weltmeister Diogo Matos Ribeiro (POR/23,03) den Vortritt lassen. Erwartungsgemäß blieb der deutsche Rekordhalter damit gleich im ersten Anlauf unter der EM-Norm (23,45). „Ich finde es cool, dass man sich jetzt auch über 50m für den internationalen Saisonhöhepunkt qualifizieren kann“, meinte Armbruster. Denn 2028 in Los Angeles (USA) gehören erstmals alle vier 50m-Sprints zum Olympiaprogramm.

In seiner neuen Wahlheimat Uster nahm derweil Timo Sorgius (SC Wiesbaden) an den Schweizer Meisterschaften teil. Über 200m Freistil siegte der 22-Jährige in 1:47,07 Minuten und blieb damit unter der EM-Norm (1:47,20). In den Kampf ums Staffelticket, bei dem vom DSV das Mittel aus Vor- und Endlauf herangezogen wird, brachte er am Vormittag noch eine 1:47,83 ein. Und wie alle anderen auch kann Sorgius bis zu den Deutschen Meisterschaften noch Steigerungen nachlegen.

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© Jo Kleindl