Florian Wellbrock und Lea Boy führen DSV-Team zu perfektem Saisonstart

Raik Hannemann
Raik Hannemann
13:57

Nach dem Weltcuperfolg über 10km schwimmt der Vierfach-Weltmeister auch die DSV-Staffel zum Sieg in Ägypten.

Florian Wellbrock, Oliver Klemet, Leonie Märtens und Lea Boy (v.l.) lauschen der deutschen Hymne bei der Siegerehrung© Somabay/World Aquatics

Florian Wellbrock, Oliver Klemet, Leonie Märtens und Lea Boy (v.l.) lauschen der deutschen Hymne bei der Siegerehrung

Die Siegesserie geht einfach immer weiter und weiter. Bei den Weltmeisterschaften 2025 hatte Florian Wellbrock bekanntlich alle vier Titel im Freiwasserschwimmen abgeräumt. Beim Start in die neue Weltcupsaison in Soma Bay (EGY) ließ der 28-Jährige vom SC Magdeburg der Konkurrenz wieder mehrfach keine Chance. Am Tag nach seinem Triumph im 10km-Rennen führte Wellbrock am Samstag als Schlussschwimmer auch die Staffel des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) zur Goldmedaille im Rennen über 4×1,5km vor Ungarn und Spanien.

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Gemeinsam mit Lea Boy (SV Würzburg 05), Vereinskollegin Leonie Märtens (SC Magdeburg) und Trainingspartner Oliver Klemet (SG Frankfurt) konnte sich der Olympiasieger von 2021 am Roten Meer damit über einen perfekten Saisonstart und auch die maximale Prämienausbeute freuen. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut funktioniert. Das Trainingslager zuvor lief gar nicht so rund. Aber wenn ich irgendwo gut funktioniere, dann scheinbar in Ägypten. Alle sechs Rennen, die ich hier bislang bestritten habe, die konnte ich gewinnen“, meinte Wellbrock, der direkt aus der Höhenluft der Sierra Nevada (ESP) zum Weltcup angereist war und direkt nach dem Staffelrennen wieder nach Hause flog. Denn vor dem nächsten Freiwasser-Weltcup auf Ibiza (ESP/24. April) will er nun auch noch schnelle Beckenrennen zur Qualifikation für weitere EM-Starts im Sommer in Paris (FRA) zeigen, unter anderem in zwei Wochen in Stockholm (SWE). Dafür muss trainingsmethodisch alles fein abgestimmt werden gemeinsam mit Bundestrainer Bernd Berkhahn.

Lukas Märtens freut sich über EM-Qualifikation von Schwester Leonie

Als Startschwimmerin hatte bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen erst einmal Boy bewiesen, dass Platz drei über 10km am Tag zuvor alles andere als Zufall gewesen war. “Das Einzelrennen war richtig hart, da ich am Anfang erst den Anschluss verloren hatte und daher schon zwischendrin viel investieren musste. Am Ende sprang trotzdem Rang drei heraus und heute dann sogar Gold, das lässt hoffen für die EM”, sagte Boy.

Anschließend hielt auch Weltcup-Debütantin Märtens ausreichend Tuchfühlung zur Spitze. Die 22-jährige Schwester von Weltrekordler Lukas Märtens hatte über 10km die DSV-Normvorgabe für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) erfüllt, nachdem sie im Vorjahr die WM noch wegen eines Handbruchs verpasst hatte. „Ich freue mich sehr für Leonie, sie ist eine Kämpferin und hat sich das EM-Ticket verdient“, meinte der Bruder in der Heimat zum gelungenen Comeback im Nationalteam.

© Somabay/World Aquatics

 

Leonie selbst schaute in Ägypten lieber gleich weiter nach vorn: „Ich freue mich über die EM-Norm, die gibt Lockerheit für die kommenden Wochen. Denn ich möchte mich nun unbedingt noch im Becken für die EM qualifizieren.“ Der Qualifikationszeitraum dafür beginnt in der kommenden Woche, den abschließenden Höhepunkt bilden aber erst die Deutschen Meisterschaften in Berlin (23. – 26. April). Nach diesem perfekten Saisonstart kann man sicher auch da einiges erwarten.

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Eine starke Leistung zeigte in der Staffel auch Oliver Klemet, der Wellbrock nur mit ganz kleinem Rückstand auf die bis dahin führenden Spanier*innen auf die Schlussrunde schickte. Der behielt den hartnäckigsten Verfolger David Betlehem (HUN) dann erneut unter Kontrolle. “Das war ein schweres Rennen, aber wir haben alle einen guten Job. Besonders Leonie, für die es ja der erste Staffeleinsatz bei einem Weltcup war”, so Wellbrock.

Ob 10km-Rennen oder Staffel: Florian Wellbrock ließ seinen Rivalen keine Chance in Soma Bay© Soma Bay/World Aquatics

Ob 10km-Rennen oder Staffel: Florian Wellbrock ließ seinen Rivalen keine Chance in Soma Bay