In Junioren-Weltrekordler Zhang Zhanshuo erwächst ein neuer Rivale mit Blick auf 2028, deswegen geht Deutschlands Weltrekordler schon mal auf Tuchfühlung.
© privatLukas Märtens tritt ab Donnerstag bei den China Open in Shenzhen an
Direkt aus dem Höhentrainingslager in der Sierra Nevada (ESP) reiste Lukas Märtens nach Shenzhen (CHN), wo er mit vielen anderen internationalen Schwimmstars von Gretchen Walsh (USA) bis Cameron McEvoy (AUS) ab Donnerstag an den China Spring Open (19. – 22. März) teilnehmen wird. Nicht nur wegen der großzügigen Antrittsgage ist Deutschlands Weltrekordler angetan vom ersten Besuch im Reich der Mitte. „Wir wurden hier voller Hochachtung mit einem Gala-Dinner empfangen. Und das erste Training lief davor auch ganz gut. Ich möchte mich hier gut präsentieren und meinem jungen Herausforderer in dessen Heimat stellen“, sagte der 24-Jährige vom SC Magdeburg am Dienstag.
Gemeint ist Zhang Zhanshuo. Auf das erst 18 Jahre alte Toptalent wird Märtens in all seinen drei Rennen bei Chinas offenen Frühjahrsmeisterschaften treffen. Am Donnerstag über die 200m Freistil, am Samstag über 400m Freistil und am Sonntag über 800m Freistil geht es um jeweils 10.000 US-Dollar Siegprämie. Bei Märtens‘ WM-Sieg 2025 in Singapur (3:42,35 Minuten) war Zhang Zhanshuo mit rund zweieinhalb Sekunden Rückstand Fünfter geworden, hatte danach im September und November dann aber gleich zweimal den Junioren-Weltrekord verbessert und auf nun 3:42,82 gedrückt.
Viele Rennen im Frühjahr ohne Qualifikationsstress
Bis zum Weltrekord des Deutschen (3:39,96) fehlt zwar immer noch ein Stück. Aber Märtens selbst beobachtet die Entwicklung natürlich auch in einer EM-Saison ganz genau. „In Shenzhen werde ich sicher noch einmal viel genauer hinschauen können und dabei erfahren, wie er seine Rennen gestaltet. Und wenn ich dabei auch etwas verdienen kann, wäre das ja auch nicht schlecht.“ Über 200m und 800m steht zudem auch 100m-Weltrekordler Pan Zhanle in der Meldeliste, nicht am Start ist dagegen der lange wegen Dopings gesperrte Sun Yang. Erstmals für seinen neuen Arbeitgeber im Einsatz ist in Shenzhen dann auch Dirk Lange, der die SG Frankfurt verließ und seit 01. März für Chinas Verband arbeitet.
Generell setzt Märtens, der für die Europameisterschaften in Paris (FRA/31. Juli – 16. August) seine Startplätze bekanntlich bereits sicher hat, in diesem Frühjahr sehr stark auf Wettkampfhärte. Nach der Rückkehr aus Asien sind noch Rennen in Stockholm (SWE/09. – 12. April) und Bergen (NOR/17. – 19. April) geplant. Danach folgen als Höhepunkt des Frühjahrs die Deutschen Meisterschaften in Berlin (23. – 26. April).
