Lukratives Angebot führt zur Auflösung des bis 2028 laufenden Vertrags mit dem Chefcoach des deutschen Mannschaftsmeisters.
© pa/dpa | Jörg CarstensenSeit 2019 arbeitete Dirk Lange als Chefcoach bei der SG Frankfurt
Bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften Schwimmen (DMS) feierte die SG Frankfurt zuletzt einen Doppelsieg bei Frauen und Männern. Vor drei Monaten ahnte dabei noch niemand, dass diese Titel das Abschiedsgeschenk von Cheftrainer Dirk Lange sein würden. Der 63-Jährige, der zwischen 2008 und 2011 auch als Bundestrainer für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) tätig war, hat ein lukratives Angebot aus China angenommen und arbeitet seit Anfang März bereits dort.
Im Reich der Mitte wird gerade intensiv in den Schwimmsport investiert. Zu den China Swim Open (19. – 22. März) kommen dank ungewöhnlicher Antrittsgagen viele Weltklasseschwimmer*innen nach Shenhzen (CHN), auch Deutschlands Olympiasieger und Weltrekordler Lukas Märtens nahm die lukrative Einladung an. Offensichtlich ist man auch an Know-how aus dem Ausland sehr interessiert. „Im Februar kam Dirk auf mich zu und erzählte mir, dass er dieses Angebot unbedingt annehmen möchte. Schweren Herzens haben wir den eigentlich bis 2028 laufenden Vertrag dann kurzfristig aufgelöst. Auch wenn wir wissen, dass mitten in der Saison schwer Ersatz zu finden sein wird“, verriet der SG-Vorsitzende Michael Ulmer.
Marco Koch soll stärker in die Verantwortung nach dem Abgang von Dirk Lange
Bis auf Weiteres leitet nun Volker Kemmerer das Training in der hessischen Metropole. Er firmiert seit fünf Jahren zwar offiziell als SG-Sportdirektor, stand aber dort laut Ulmer noch öfter am Beckenrand als Lange. Unterstützt wird Kemmerer nun noch mehr vom ehemaligen Welt- und Europameister Marco Koch. Der 36-Jährige arbeitet seit über einem halben Jahr schon als Landestrainer, kümmerte sich vor allem um den Nachwuchs. Ulmer und auch Shila Sheth als Leistungssportdirektorin im Hessischen Schwimm-Verband halten große Stücke auf ihn und trauen ihm auch Erfolge im Spitzenbereich zu. „Marco hat einfach ein Trainerauge und macht das mit seinen jungen Jahren schon wirklich top. Da sehe ich viel Potenzial für die kommenden Jahre“, so Ulmer.
Lange arbeitete zuvor schon öfter im Ausland, führte 2012 beispielsweise den Südafrikaner Cameron van der Burgh zum Olympiasieg. Dessen Landsmann Chad le Clos kam im Spätherbst zuletzt extra nach Frankfurt zu Lange, das vermutlich letzte große Karriere-Hurra des 33-Jährigen endete dann aber eher enttäuschend. Man darf daher gespannt sein, was er nun in China bewirkt.
