Trotz eines eher kühlen Sommers im Jahr 2025 sind es wieder erschreckende Zahlen. Der DSV macht sich deshalb für mehr Prävention und Ausbildung stark.
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Wenn es um das Thema Schwimmfähigkeit geht, machen Deutscher Schwimm-Verband e.V. (DSV) und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) oft und gern gemeinsame Sache. Zum Beispiel auch wieder bei den Schwimmabzeichentagen 2026, bei denen vom 13. – 21. Juni 2026 in hunderten Frei- und Hallenbädern für die Thema sensibilisiert werden soll und die Menschen ganz unkompliziert ihre Prüfungen ablegen können.
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Wie wichtig diese Initiative gerade zu Beginn der Sommer- und damit auch Urlaubszeit ist, zeigen die gerade vermeldeten DLRG-Zahlen aus dem Vorjahr. Genau 393 tödliche Unglücke – also Ertrunkene – wurden 2025 in den Gewässern hierzulande verzeichnet. Das sind zwar 18 Todesfälle weniger als im Jahr zuvor. Wäre die Hauptferienzeit nicht so stark von kühlerem Wetter begleitet gewesen, hätte es wohl erneut einen Anstieg der Opferzahl gegeben.
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Ertrunkene im Jahr 2025: Seen und Flüsse häufigste Unfallorte
Über die Hälfte der tödlichen Unfälle (56 Prozent) ereignete sich während der Badesaison von Anfang Mai bis Ende August. Die meisten Badeunfälle wurden dabei im Monat Juni mit 69 Todesopfern verzeichnet. Weiterhin finden neun von zehn (88 Prozent) tödlichen Unfällen in öffentlich zugänglichen Gewässern im Binnenland statt – mit deutlichem Abstand die meisten in Seen und Teichen (158) sowie in den Fließgewässern (153). Insgesamt 22 Opfer (2024: 30) kamen in den Meeren ums Leben. Für die Nordsee wurden mit fünf Fällen zwei mehr als im Vorjahr erfasst, für die Ostsee waren es zehn tödliche Unfälle weniger (17).
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Badetote: Anzahl junger Opfer ist 2025 gestiegen
Die meisten Opfer in der DLRG-Statistik für das Jahr 2025 waren älter als 60 Jahre: 138 Personen entsprechen 42 Prozent der Opfer bekannten Alters. Einen Anstieg um jeweils elf Todesfälle im Vergleich zu 2024 gab es unter den Elf- bis 20-Jährigen sowie den 21- bis 30-Jährigen. „Das ist besorgniserregend und setzt sich hoffentlich in diesem Jahr so nicht fort“, sagte die DLRG-Präsidentin Ute Vogt und fügte hinzu: „Nur eine Person unter den 73 Opfern in diesen Altersklassen war weiblich. Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung leider weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle.“
Unter allen Todesopfern bekannten Geschlechts waren auch 2025 vier von fünf männlich (82 Prozent). Die Zahl der tödlich verunglückten Kinder bis zehn Jahre lag mit 13 deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre (29 Fälle). Zuletzt erfasste die DLRG im Jahr 2012 (zwölf) weniger Todesfälle in dieser Altersgruppe.
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Mehr Prävention und Ausbildung gefordert
Den Schlüssel zu geringeren Unfallzahlen in allen Altersgruppen liegt in der Präventionsarbeit und Aufklärung, sowie dem Ausbau der Angebote fürs Schwimmenlernen. Allen voran muss der Schwimmunterricht in den Schulen flächendeckend wie in den Bildungs- und Lehrplänen vorgesehen erteilt werden. Dafür benötigen die Schulen zum einen mehr Sportlehrkräfte, die auch für die Schwimmausbildung befähigt sind, sowie zum anderen mehr Kapazitäten in nahegelegenen Schwimmbädern.
„Wer schwimmen kann, gewinnt Sicherheit, Lebensfreude und wichtige Grundlagen für ein gesundes Aufwachsen“, unterstreicht DSV‑Vorstandsvorsitzender Jan Pommer. „Doch derzeit verlässt etwa jedes fünfte Kind die Grundschule ohne Schwimmfertigkeiten, und rund die Hälfte bewegt sich im Wasser nicht wirklich sicher. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Zumal Schwimmen ein ganzes Leben lang schützt und die Gesundheit fördert.“ Die von der Politik angekündigten Investitionen in die Bäderinfrastruktur und in Maßnahmen zur Steigerung der Schwimmfähigkeit seien deswegen stark zu begrüßen. Nur so ist das vom DSV ausgerufene Ziel, dass in zehn Jahren alle Kinder nach der Grundschule schwimmen können, auch zu erreichen. Auch hierfür ziehen DSV und DLRG an einem Strang, wie zuletzt auch bei einem gemeinsamen Besuch im Kanzleramt zu sehen war.
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